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Geschlossenes Betriebssystem: MacOS immer weniger zugänglich

In den letzten Jahren ist der Anteil privater Frameworks in MacOS deutlich angestiegen. Für private Entwickler wird dies immer mehr zum Problem.
/ Mike Faust
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Seit MacOS Mojave hat sich der Anteil privater Frameworks immer weiter erhöht. (Bild: Apple)
Seit MacOS Mojave hat sich der Anteil privater Frameworks immer weiter erhöht. Bild: Apple

Apple schottet MacOS immer weiter ab, ergab die Analyse der Systemdateien verschiedener MacOS-Versionen(öffnet im neuen Fenster) , die der Blogger Howard Oakley durchgeführt hat. Für die Analyse betrachtete er den Anstieg privater Frameworks in den MacOS-Versionen 10.14 (Mojave) bis zur aktuellen Version 15.2 (Sequoia).

Er zählte die im Ordner /System/Library/Frameworks vorhandenen Pakete, die zwar im Finder wie eine einzelne Datei aussehen, aber wie ein Verzeichnis auch Hilfsdateien, Bilder, Icons und Konfigurations- sowie Sounddateien enthalten. Die privaten Frameworks sind nur für die Nutzung durch Apples eigene Anwendungen vorgesehen, wohingegen öffentliche Frameworks über Programmierschnittstellen (APIs) auch für externe Entwickler zugänglich sind.

Laut Oakley hat sich der Anteil privater Frameworks in Apple-Betriebssystem von 76 Prozent im Mai 2019 auf 84 Prozent im Dezember 2024 erhöht, wodurch MacOS immer geschlossener wurde. Die größten Zuwächse fielen dabei mit der Veröffentlichung der Prozessoren der M-Serie und dem Release von macOS 12.0.1 zusammen.

Zugriff auf dynamische Bibliotheken deutlich komplizierter

Als Beispiel für die starke Abschottung der MacOS-Funktionen nach außen nennt Oakley Siri. Für den Sprachassistenten stünden Apples Entwicklern ganze 123 private Frameworks zur Verfügung, für externe Entwickler lediglich eines. Greifen externe Entwickler auf private Frameworks zu, können sie ihre Anwendungen nur noch auf unabhängigen Wegen und nicht mehr über Apples AppStore veröffentlichen.

Während private Entwickler private Frameworks in der Vergangenheit noch direkt durchsuchen und leichter nutzen konnten, werden dynamische gemeinsam genutzte Bibliotheken (dyld) mittlerweile in großen Zwischenspeichern innerhalb von MacOS cryptex bereitgestellt, schreibt Oakley weiter. Der Zugriff darauf sei deutlich komplizierter und weniger gut dokumentiert.

Seinen Blogbeitrag schließt er mit den Worten: "Diese anhaltend hohe Wachstumsrate bei den privaten Frameworks in den letzten fünf Jahren wirft die Frage auf, wie viel von macOS jetzt privat und proprietär ist, anstatt zugänglich und sogar, wo angemessen, Open Source" .

Die starken Einschränkungen von Apple mit neuen Betriebssystem-Updates führten in der Vergangenheit bereits wiederholt zu Problemen – zum Beispiel für Drittanbieter von Firewalls .


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