Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Geschichten über Vorgesetzte: "Am Ende der Besprechung ist immer einer am Weinen"

Vom schrägen Betriebsausflug über cholerische und inkompetente, aber auch empathische (!) Chefs: Ihr habt uns von euren Vorgesetzten erzählt.
/ Mike Faust
16 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Verhalten eines Vorgesetzten hat große Auswirkungen auf die Arbeitsmoral. (Bild: Pexels / Pavel Danilyuk)
Das Verhalten eines Vorgesetzten hat große Auswirkungen auf die Arbeitsmoral. Bild: Pexels / Pavel Danilyuk
Inhalt
  1. Geschichten über Vorgesetzte: "Am Ende der Besprechung ist immer einer am Weinen"
  2. Das kommentiere ich jetzt mal nicht
  3. Ja, Chef!
  4. Bloß nicht rangehen!
  5. Abteilungsmeetings auf Trump-Manier
  6. Absoluten Stillstand erreicht
  7. Inhalt kann man später noch betrachten
  8. Führung durch Folienpflege ersetzt

Egal ob neu im Job oder mit jahrzehntelanger Berufserfahrung: Im Berufsleben trifft jeder einmal auf Vorgesetzte, über die aus vielfältigen Gründen auch Jahre später noch gesprochen wird.

Eure Geschichten zeigen, dass der klassische Choleriker genauso viel Schaden anrichten kann wie der Kümmerer, der es gut meint, aber nichts von der Arbeit seiner Angestellten versteht.

Aber halten wir uns nicht lange mit dem Vorwort auf, sondern lassen euch zu Wort kommen. Hier sind eure Geschichten:

➤ Ich habe bei einem englischen, international agierenden IT-Systemhaus mit Schreibfehler im Namen gearbeitet und hatte einen Vorgesetzten aus München, das war im Jahr 2008. Wir veranstalteten einmal einen privat organisierten "Betriebsausflug" in einer abgelegenen Almhütte zum Skifahren.

Ich war an dem ersten Abend völlig fertig vom Sport und war hin- und hergerissen zwischen noch Zeit mit den anderen verbringen und als Erster schlafen gehen, weil ich sehr müde war. Das Essen im Speiseraum hat mir nicht zugesagt, und der allgemeine Konsens war nur noch die großzügige Aufnahme von Alkohol. Also hab ich mich auf den Spitzboden verdrückt und schlafen gelegt. Dort lagen ca. 20 Matratzen nebeneinander.

Als die Truppe später hochkam, waren sie sehr laut, so dass ich wach wurde. Die Leute waren gut angetrunken, daher hab ich nicht das Bedürfnis gehabt, etwas zu sagen, sondern bin mit geschlossenen Augen liegen geblieben. Mein Chef fand es dann vor den Kollegen witzig, seinen Hintern in mein Gesicht zu halten und zu furzen, mit Vorankündigung einige Sekunden vorher. Ich hab trotzdem nichts gesagt, würde das Thema heute aber ganz anders beenden. Dieses Verhalten war stellvertretend für seine Vorbildfunktion gegenüber anderen.

"Wie sollen der Switch und ich vom Flugzeug zum Kunden kommen?"

Da ich in Süddeutschland stationiert war und im Westen beheimatet, besuchte ich regelmäßig meine Eltern und Freunde. Eines Tages gab es einen in Süddeutschland ansässigen Auftrag, bei dem jedoch ein einzelner Switch nur 20 min von meinem Wohnort entfernt getauscht werden sollte, und dieser Auftrag lag nun bei uns im Süden – jemand musste hin.

Ich hab meinem Chef dann gesagt, dass das für mich super ist, ich könnte mit meinem Privatwagen Freitag nach Dienstschluss zu meinen Eltern fahren, Montag den Tausch machen und dann sofort wieder in den Süden fahren. Kostet ihn 2x 400 km x 0,30 ct Spritkosten, keine Verpflegungspauschale, keine Übernachtung; also gut 240 Euro Fahrtkosten. Nahezu ein Schnapper. Und für mich ebenfalls gut: Ich könnte mir die Heimreise bezahlen lassen.

Er war dagegen, weil die Policy ab einer gewissen Entfernung einen Mietwagen vorschreibt – oder einen Flug. Der Mietwagen ginge aber nur ab Montag, nicht übers Wochenende. Also sollte ich fliegen. Auf die Frage, wie der Switch und ich vom Flugzeug zum Kunden kommen, hatte er keine Antwort. Also sollte ich doch einfach – und den Vorschlag hat er allen Ernstes gemacht - Freitag privat nach Hause fahren, Montagmorgen wieder zurück und dann mit dem Mietwagen noch mal zurück, Switch tauschen und wieder zur Geschäftsstelle.


Relevante Themen