Aufarbeitung mit drei Mitarbeitern in der IT
Die Ransomware verbreitet sich zu diesem Zeitpunkt wohl schon seit einigen Stunden im System. "Am Tag vorher gab es noch eine Meldung, dass der Mailserver nicht mehr richtig synchronisiert habe", sagt Griebsch. Diese Meldung kam kurz vor 23:00 Uhr, der Kollege aus der IT wollte sich am nächsten Tag darum kümmern.
In der IT gibt es zu der Zeit rechnerisch 21 Vollzeitstellen – inklusive der Betreuer für Schul-IT und Fachverfahren. "In der Infrastruktur gab es faktisch drei Leute", sagt Griebsch. "Die Zahl an Mitarbeitern, die in den ersten Tagen überhaupt eingesetzt werden konnten, war leider wirklich minimal."
Das Ausmaß des Angriffs ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. So wusste noch niemand, dass Daten gestohlen wurden. Über das Rechtsamt wird dennoch bereits Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Schnell sei dann die zentrale Ansprechstelle für Cybercrime der Landespolizei vor Ort gewesen.
Zwei Sekunden Stille
"Zu dem Zeitpunkt hatte man auch schon den Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen", rekapituliert Sabine Griebsch die Ereignisse. "Das ist alles innerhalb von zwei Tagen passiert." Spätestens jetzt wird auch klar, welche Schadsoftware die Verwaltung getroffen hat. Es handelt sich um eine Ransomware der Gruppe Payorgrief.
Die reden Klartext: "Landkreis Anhalt-Bitterfeld, you are fucked", heißt es in der Nachricht an die Behörde. Die Gruppe fordert ein Lösegeld in Höhe von 500.000 Euro in der Kryptowährung Monero. Ernsthafte Überlegungen, dieser Forderung nachzukommen, habe es laut Griebsch nicht gegeben. "Die zwei Sekunden Stille, die dann entstanden, waren einfach nur dem Schreck geschuldet."
Dass die öffentliche Hand dieser Forderung nicht nachkommt, ist sofort klar. Bald tauchen Daten der Verwaltung im Netz auf, noch vor Ablauf der Frist. Die Angreifer wollen ihrer Drohung wohl Nachdruck verleihen. "Von 62 Gigabyte waren das nur wenige Kilo- oder Megabyte", sagt Griebsch. Zwar sind darunter personenbezogene Daten von Mandatsträgern. Soweit bekannt, landen aber keine Daten von Bürgerinnen und Bürgen im Internet.
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| Geschichte eines Ransomware-Angriffs: "Landkreis Anhalt-Bitterfeld, you are fucked" | Wiederaufbau mit Datenvolumen aus der Tankstelle |










windows funktion: bekannte dateiendungen ausblenden. wieso gibts diesen schwachsinn? und...
Herr Ziegener schreibt von Schafsoftware. :-) Das ist Kunst. Das darf doch nicht einfach...
oder hat man die Zeit genutzt und sich nach Alternativen umgeschaut?
So wirklich anonym ist das ja nicht mehr. Aber wenn das in anderen Ländern nicht...