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Geschäftszahlen: Embracer-Aktie verliert fast 20 Prozent

Weniger Gewinn als erwartet sorgt für ein Minus von 20 Prozent beim Aktienkurs: Der Spielepublisher Embracer bleibt in den Negativschlagzeilen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Tomb Raider 1 bis 3 Remastered (Bild: Embracer Group)
Artwork von Tomb Raider 1 bis 3 Remastered Bild: Embracer Group

Eigentlich sind die Geschäftszahlen des schwedischen Spieleherstellers Embracer Group für die Monate Oktober bis Dezember 2023 gar nicht so schlecht: Der Umsatz ist um rund vier Prozent auf zwölf Milliarden Kronen (rund eine Milliarde Euro) gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr gestiegen.

Das Unternehmen hat sogar einen Gewinn erzielt: 2,15 Milliarden Kronen (rund 204 Millionen Euro) - ein Plus von knapp sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Geholfen hat es nicht: Nach Bekanntgabe der Bilanzdaten(öffnet im neuen Fenster) ist der Aktienkurs von Embracer um fast 20 Prozent in die Tiefe gerauscht, seitdem hat er sich nur minimal erholt. Grund dürften einerseits die etwas höheren Erwartungen gewesen sein, denn Analysten hatten einen Gewinn von durchschnittlich 2,21 Milliarden Kronen erwartet.

Zum anderen lief es im Kerngeschäft von Embracer, nämlich beim klassischen Gaming, vergleichsweise schlecht - hier gab es ein Minus von rund fünf Prozent. Einen positiven Beitrag zum Business lieferte primär der Brettspielverlag Asmodee, den Embracer im Dezember 2021 für rund 2,75 Milliarden US-Dollar gekauft hatte.

Im Gaming-Bereich haben vor allem Risk of Rain Returns, Remnant 2 und eine Erweiterung für Dead Island 2 sowie Der Herr der Ringe: Return to Moira die Erwartungen erfüllt.

Nicht so gut liefen Hot Wheels Unleashed 2, Wildcard Football, Arizona Sunshine 2 und Payday 3. Gerade veröffentlichte Embracer eine Sammlung mit den ersten drei Tomb Raider als Remastered.

Weiter Sorgen um Piranha Bytes

Embracer hatte vor Monaten ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt. Seitdem wurden Studios geschlossen, darunter Voliton (Saints Row). Auch bei deutschen Niederlassungen gab es Entlassungen, unter anderem bei Black Forest Games. Die Zukunft von Piranha Bytes ist weiter unklar.

Embracer kaufte jahrelang Studios, Publisher und andere Medienfirmen. Dass die Kassen möglicherweise auch mal leer sein können, bemerkte die Firma sehr konkret im Mai 2023: Kurzfristig wurde ein Auftrag über rund zwei Milliarden US-Dollar zurückgezogen.

Dead Island 2 - Trailer (Ankündigung August 2022)
Dead Island 2 - Trailer (Ankündigung August 2022) (03:01)

Als Folge brach der Aktienkurs massiv ein - um rund zehn Prozent. Inzwischen ist bekannt, wer den genannten Auftrag zurückzog: Es ist der aus Saudi-Arabien stammende Investmentfonds Savvy Games, der rund acht Prozent der Anteile an Embracer hält.


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