Geschäftskunden: Bundesnetzagentur will Telekom zu mehr Öffnung zwingen

Die Bundesnetzagentur will die Regulierung auf dem Geschäftskundenmarkt verschärfen. Wie die Behörde am 8. Dezember 2025 bekannt gab, soll der Marktführer Deutsche Telekom Konkurrenten diskriminierungsfrei den Zugang zu ihrer unbeschalteten Glasfaser (Dark Fiber) ermöglichen. Die Telekom müsse Zugangsprodukte anderen zu gleichen Bedingungen und zu vergleichbaren Preisen anbieten wie für sich selbst oder ihre Tochter- und Partnerunternehmen, so die Behörde.
Zudem wollten die Konkurrenten auch Zugangsprodukte mit einer Datenübertragungsrate über 155 MBit/s im Netz der Telekom, ein bislang nicht regulierter Bereich, mahnte die Bundesnetzagentur in ihrem Eckpunkte- und Diskussionspapier(öffnet im neuen Fenster) (PDF).
VATM: Telekom dominiert fast 70 Prozent des Geschäftskundenmarktes
Zum Ende des Jahres wird die Telekom laut Marktanalyse 2025 des Branchenverbands VATM fast 70 Prozent des Geschäftskundenmarktes dominieren. Die Vorschläge der Bundesnetzagentur seien ein entscheidender Schritt. Das ermögliche die Entwicklung völlig neuer Zugangsprodukte, mit denen die alternativen Anbieter auch in qualitativer Hinsicht mehr als bislang mit der Telekom in Wettbewerb treten könnten.
VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer sagte: "Kosmetische Änderungen am Regulierungsrahmen reichen daher nicht aus. Es bedarf einer deutlich effektiveren Regulierung im Glasfaser-Zeitalter, damit die vielfach beschworene Anbietervielfalt und starke Produktinnovationen auch tatsächlich kommen."
Ein entscheidender Schub für einen attraktiven Geschäftskundenmarkt wäre zudem, die Telekom-Entgelte für die Gewährung des Zugangs vorab zu prüfen und zu genehmigen, forderte der Verband.
Breko äußert sich nicht zu Dark Fiber
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) hat das Eckpunktepapier ebenfalls begrüßt, wenn auch mit Einschränkungen. Hauptstadtbüroleiter Sven Knapp sagte Golem: "Wir haben Zweifel, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichen, um langfristig faire Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau zu sichern. So sind beispielsweise bei Bündelprodukten die vorgesehenen Monitoring-Pflichten nicht ausreichend, um echten Wettbewerb zu garantieren."
Gleichzeitig müssten angesichts der im Papier identifizierten Probleme im Telekommunikations-Gesamtmarkt auch entsprechende Maßnahmen für den Massenmarkt folgen. "Dazu zählt eine wettbewerbsfreundliche Regelung zum Kupfer-Glasfaser-Upgrade, eine Überprüfung des Commitment-Modells der Telekom sowie wirksame Maßnahmen gegen den weiterhin problematischen Doppelausbau der Telekom" , erklärte Knapp.



