Abo
  • Services:
Anzeige
Ein Entwurf von TTIP wurde von Wikileaks veröffentlicht.
Ein Entwurf von TTIP wurde von Wikileaks veröffentlicht. (Bild: Screenshot Golem.de)

Geschäftsgeheimnisse: Sicherheitsforscher warnt vor TTIP

Ein Entwurf von TTIP wurde von Wikileaks veröffentlicht.
Ein Entwurf von TTIP wurde von Wikileaks veröffentlicht. (Bild: Screenshot Golem.de)

Das Freihandelsabkommmen TTIP hat eine weitere Gegnergruppe: IT-Sicherheitsforscher. Das jedenfalls sagt René Pfeiffer, Organisator der Deepsec in Wien. Er fürchtet, dass Informationen über Sicherheitsrisiken damit noch stärker unterbunden werden.
Von Hauke Gierow

Der Sicherheitsforscher René Pfeiffer - Organisator der Sicherheitskonferenz Deepsec in Wien - warnt vor dem transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP - weil es neue Regelungen zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen mitbringt, die auch die IT-Sicherheitsforschung betreffen könnten. Bereits heute werden Sicherheitsforscher häufig von Unternehmen mit Klagen bedroht, wenn sie Informationen über Sicherheitslücken veröffentlichen wollen.

Anzeige

Tatsächlich enthalten die aktuellen Entwürfe für TTIP bedenkliche Klauseln, die den Schutz von Geschäftsgeheimnissen deutlich ausweiten sollen. So soll sich, wenn es nach dem aktuellen Entwurf des Abkommens geht, strafbar machen, wer "unautorisierten, willentlichen Zugang zu einem Geschäftsgeheimnis hat, das sich in einem Computersystem befindet". Davon betroffen wären heute praktisch alle denkbaren Geschäftsgeheimnisse. Ein Problem für Sicherheitsforscher, aber auch Menschen, die illegale Geschäftsgeheimnisse einer Firma an die Öffentlichkeit bringen wollen.

Die IT-Sicherheit wird nicht mit Geschäftsgeheimnissen geschützt

"Wenn Sicherheitsforscher den Quellcode von Produkten nicht untersuchen dürfen, wird die IT-Sicherheit langfristig leiden", sagte Pfeiffer Golem.de "Sicherheitslücken zu ignorieren oder Untersuchungsergebnisse von Gerichten wegsperren zu lassen, hilft niemandem." Denn Informationen über Sicherheitslücken zu veröffentlichen, gehört nicht nur zum täglichen Brot der Hacker - sondern ist oft auch das einzige Druckmittel, damit Lücken von den Unternehmen tatsächlich geschlossen werden.

Schon heute gibt es zahlreiche Beispiele für Auseinandersetzungen zwischen Forschern und Unternehmen. Hacker, die die Sicherheit moderner Autos testen, machen sich unter Umständen strafbar, wenn sie für ihre Analyse den Quellcode der Software untersuchen. Denn dieser ist oft mit technischen Mitteln wie Verschlüsselung vor einem Zugriff Dritter geschützt und gilt als Geschäftsgeheimnis. Eine Umgehung dieser technischen Sicherungsmaßnahmen ist durch Gesetze wie den Digital Millennium Copyright Act verboten.

Urheberrecht und Geschäftsgeheimnisse gegen Autohacker

Ein Gericht in Großbritannien untersagte bereits im Jahr 2012 die Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Artikels, in dem der Sicherheitsforscher Flavio Garcia und andere beschrieben, wie sich der elektronische Startvorgang zahlreicher Autos über Sicherheitslücken in verbauter Mifare-Technologie manipulieren lässt. Der umstrittene Artikel wurde nach zahlreichen Gerichtsverfahren erst in diesem Jahr veröffentlicht.

In den USA soll die Rechtslage im kommenden Jahr an die neuen Sicherheitsbedürfnisse angepasst werden - dann treten Ausnahmeregelungen für den Digital Millennium Copyright Act in Kraft, die die Suche nach Sicherheitslücken unter bestimmten Voraussetzungen legalisieren sollen.

Zahlreiche weitere Drohungen, Klagen und abgesagte Vorträge 

eye home zur Startseite
/mecki78 18. Nov 2015

Das ist einfach nur FUD, da es ja noch gar keine solchen Gerichte gibt, noch gar kein...

DY 13. Nov 2015

Wer einen solchen bereit ist auszustellen, der sollte mal zu seinem Amtseid "befragt" werden.

tingelchen 12. Nov 2015

Man steht halt mit einem Bein im Gefängnis. Aber das tut man als Sicherheitsforscher...

AdrianJ 12. Nov 2015

https://de.wikipedia.org/wiki/Hackerethik Da helfen Gesetze auch nicht

divStar 12. Nov 2015

Es tut weh so etwas zu lesen, denn während sich Regierungen um Gesetze scheren und...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Jobware GmbH, Paderborn
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  3. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Vaihingen
  4. ETAS GmbH & Co. KG, Stuttgart


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 29,99€
  2. (-85%) 2,25€
  3. (-53%) 6,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Boeing und SpaceX

    Experten warnen vor Sicherheitsmängeln bei Raumfähren

  2. Tencent

    Lego will mit Tencent in China digital expandieren

  3. Beta-Update

    Gesichtsentsperrung für Oneplus Three und 3T verfügbar

  4. Matthias Maurer

    Ein Astronaut taucht unter

  5. Luftfahrt

    Boeing entwickelt Hyperschall-Spionageflugzeug

  6. Alexa-Gerät

    Echo Spot mit Display kommt für 130 Euro

  7. P Smart

    Huawei stellt Dual-Kamera-Smartphone für 260 Euro vor

  8. Fortnite

    574 Milliarden Schüsse und 40 Millionen Spieler

  9. Ericsson

    Datenvolumen am Smartphone wird nicht ausgenutzt

  10. Sieben Touchscreens

    Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Security: Das Jahr, in dem die Firmware brach
Security
Das Jahr, in dem die Firmware brach
  1. Wallet Programmierbare Kreditkarte mit ePaper, Akku und Mobilfunk
  2. Fehlalarm Falsche Raketenwarnung verunsichert Hawaii
  3. Asynchronous Ratcheting Tree Facebook demonstriert sicheren Gruppenchat für Apps

Computerforschung: Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
Computerforschung
Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
  1. Tangle Lake Intel zeigt 49-Qubit-Chip
  2. Die Woche im Video Alles kaputt
  3. Q# und QDK Microsoft veröffentlicht Entwicklungskit für Quantenrechner

Netzsperren: Wie Katalonien die spanische Internetzensur austrickste
Netzsperren
Wie Katalonien die spanische Internetzensur austrickste

  1. Re: Ich hab viel in Behörden und behördenählichen...

    DY | 14:47

  2. Tenpenny ;D

    ElMario | 14:46

  3. Re: Gut so

    Sharra | 14:46

  4. Re: Da lob ich mir die Schweiz: ¤50 _alles_ flat!

    Qbit42 | 14:45

  5. Re: Mit O2 Free ist das zumindest bei mir...

    nille02 | 14:41


  1. 14:03

  2. 12:45

  3. 12:30

  4. 12:02

  5. 11:16

  6. 10:59

  7. 10:49

  8. 10:34


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel