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Geschäftsbericht: Intel-Finanzen besser als erwartet, Aus für Alder Lake

Mit Hardware für Rechenzentrum verdient Intel mehr, das Privatkundengeschäft schwächelt. Dank mehr EUV soll Intel Foundry Services kräftig wachsen.
/ Johannes Hiltscher
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Intel-Logo am Ocotillo Campus in Arizona, hier werden Chips mit Intel 18A hergestellt. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Intel-Logo am Ocotillo Campus in Arizona, hier werden Chips mit Intel 18A hergestellt. Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de

Intel hat seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) , die Zahlen waren im letzten Quartal besser als erwartet. Unter dem Strich steht zwar immer noch ein Minus von 591 Millionen US-Dollar, immerhin aber weniger als erwartet.

Aufs Gesamtjahr bleibt ein Verlust von 267 Millionen US-Dollar – deutlich weniger als die rund 18,8 Milliarden, die sich aufgrund von Abschreibungen im Jahr 2024 ergaben (g+) .

Stärkstes Geschäftsfeld bleibt mit 8,2 Milliarden US-Dollar Umsatz die Client Computing Group (CCG), die den Privatkundenmarkt beliefert. Wachstum sieht Intel allerdings gerade im Geschäftszweig Datacenter und AI (DCAI). Hier stieg dank starker Nachfrage für Rechenzentren der Umsatz auf 4,7 Milliarden US-Dollar, laut CFO David Zinsner konnte der Anbieter hier die Nachfrage nicht decken.

Daher will Intel seine Fertigungskapazität verstärkt auf Server-CPUs und -GPUs fokussieren. Dafür soll im Low-End-Bereich der CCG das Angebot zurückgefahren werden. Für Nvidia wird aktuell ein Xeon mit Nvlink-Schnittstelle entwickelt – möglicherweise für die Rubin-GPUs. Für das erste Quartal 2026 wird vorerst allerdings mit weiteren Rückgängen bei Umsatz und Marge gerechnet.

Nova Lake im Plan, Aus für Alder Lake

Bei der Vorstellung der Ergebnisse betonte CEO Lip-Bu Tan, dass die nächste Desktop-Generation Nova Lake im Zeitplan sei und noch 2026 erscheinen werde.

In den vergangenen Wochen kündigte Intel die 12. Core-Generation ab(öffnet im neuen Fenster) , für die meisten Boxed- und Tray-Modelle können Händler und Großkunden noch bis zum 24. Juli eine letzte Bestellung aufgeben. Als letzten Auslieferungstermin nennt die Product Change Notification den 22. Januar 2027.

Einige Modelle verschiebt Intel ins Embedded-Segment(öffnet im neuen Fenster) , auch hier gelten die gleichen Termine für letzte Bestellungen. Auch ein Großteil der 4. Generation Xeon SP ( Sapphire Rapids ) teilt das Schicksal von Alder Lake.

Mehr Fertigungskapazität, bessere Ausbeute

Auch wenn Intel den Anteil der EUV-Fertigung steigern will, baut das Unternehmen dennoch seine DUV-Kapazität für Intel 10 und 7 aus. Intel 7 kommt noch für neuere Core-Prozessoren sowie Base- und IO-Tiles von Sierra und Clearwater Forest sowie Granite Rapids zum Einsatz.

Bei der Verbesserung der Ausbeute (Yield) des Fertigungsprozesses Intel 18A ist das Unternehmen laut Tan im Plan. Führend sei Intel hier aber trotz einer monatlichen Verbesserung von 7 – 8 Prozent aber noch nicht, hieß es. Auch beim Nachfolger Intel 14A laufe aktuell alles wie geplant.

Ersten möglichen Kunden habe Intel bereits ein Process Design Kit (PDK) zukommen lassen, ab dem zweiten Halbjahr 2026 rechnet Tan mit Entscheidungen. Laut CFO David Zinsner soll aber erst Fertigungskapazität aufgebaut werden, wenn Kunden da sind. Die Risikofertigung soll 2027 anlaufen, serienreif soll Intel 14A dann 2028 sein.

Intel Foundry schnitt trotz leichtem Umsatzwachstum mit einem Verlust von 2,5 Milliarden US-Dollar etwas schlechter ab als im Vorquartal, was Zinsner mit dem vorgezogenen Start von Intel 18A begründete. Im kommenden Quartal wird hier aber ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich erwartet. Hierzu trage der Umstieg auf EUV-Prozesse und Intel 18A mit höheren Wafer-Preisen bei, hieß es. Das Unternehmen will zudem bei Intel 7, 3 und 18A die Kapazitäten deutlich erweitern.

Einen Teil der Steigerung sollen Verbesserungen der Auslastung und Ausbeute erbringen, 2026 will Intel aber auch mehr für Maschinen ausgeben als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 10 Prozent trugen die EUV-Prozesse Intel 3 und Intel 18A allerdings 2025 noch nicht allzu viel zum Umsatz bei.


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