Geschäftsbericht 2025: Deutsche Bahn steuert trotz Krise auf Fahrgastrekord zu
Die Deutsche Bahn (DB) zieht am heutigen Vormittag wirtschaftliche Bilanz für das Geschäftsjahr 2025. Während der bundeseigene Konzern operativ und finanziell weiterhin unter erheblichem Druck steht, zeichnet sich bei der Nachfrage eine positive Entwicklung ab.
Bereits im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete die Bahn bei der Verkehrsleistung einen neuen Rekordwert, der mehr als fünf Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lag. Vorabberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) könnte die Gesamtzahl der Fahrgäste für das volle Jahr auf rund 1,93 Milliarden gestiegen sein – das wäre ein Plus von etwa 3,4 Prozent. Besonders im Regionalverkehr bei DB Regio wird ein deutlicher Zuwachs erwartet, während die Nachfrage im Fernverkehr stabil geblieben sein soll. Eine endgültige Bestätigung dieser Kennzahlen wird im Rahmen der heutigen Pressekonferenz erwartet.
Sanierungskurs unter neuer Führung
Trotz der hohen Auslastung bleibt die wirtschaftliche Lage des Konzerns angespannt. Vor allem der Güterverkehr steckt weiterhin in einer tiefen Krise. Im ersten Halbjahr 2025 wies die Bilanz der Bahn unterm Strich einen dreistelligen Millionenverlust aus. Die marode Infrastruktur und das dichte Baustellennetz belasten die Profitabilität des Schienennetzbetriebs massiv.
Die seit dem 1. Oktober 2025 amtierende Bahnchefin Evelyn Palla verfolgt einen strikten Sanierungskurs, um den Staatskonzern aus der Krise zu führen. Palla hat eine neue Organisationsstruktur implementiert, die unter anderem einen massiven Stellenabbau in der Verwaltung und in Führungspositionen vorsieht. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und mehr Verantwortung direkt in die Fläche zu verlagern.
Pünktlichkeit bleibt Dauerbaustelle
Für die Kunden bleibt die Zuverlässigkeit der größte Kritikpunkt. Im Jahr 2025 erreichte die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr lediglich einen Wert von rund 60 Prozent. Die Konzernleitung hat bereits eingeräumt, dass die umfassende Sanierung des Schienennetzes und der damit verbundene Baustellenbetrieb kurzfristig keine signifikanten Verbesserungen bei der Pünktlichkeit zulassen.
Mit Sofortprogrammen, etwa zur Steigerung des Komforts in den ICE-Flotten, versucht die DB die Attraktivität des Angebots trotz der betrieblichen Einschränkungen hochzuhalten. Details zur Verschuldung und die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr wird der Vorstand im Laufe des Tages erläutern.
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