German Bionic: Aktives Exoskelett Cray X hilft beim Heben
Heben, ohne den Rücken zu belasten: Das Augsburger Unternehmen German Bionic(öffnet im neuen Fenster) hat ein aktives Exoskelett entwickelt, das Arbeiter beim Heben unterstützen soll. Auf der Hannover Messe wird die dritte Generation präsentiert.
Cray X wird ähnlich wie ein Rucksack aufgesetzt und mit einem vergleichbaren Gurtsystem am Körper befestigt. Hinzu kommt eine Schlaufe für jeden Oberschenkel. Anders als etwa das Paexo-System von Ottobock hat das Cray ein festes Rückteil, in dem die Steuerung und der Akku sitzen. In der Höhe der Hüften sitzen auf beiden Seiten Gehäuse, in denen die Motoren untergebracht sind, die den Träger bei der Arbeit unterstützen.
"Unser Exoskelett unterstützt beim Heben von schweren Lasten. Der Träger wird im unteren Rücken bis zu 20 Kilogramm entlastet", sagt Norma Hoeft, Leiterin des Bereichs Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) bei German Bionic, im Gespräch mit Golem.de. Das System erkennt über einen Sensor, wenn der Mensch die Bewegung einleitet, und aktiviert die Motoren, die dem Träger dabei helfen, sich aufzurichten. Es kann aber auch bei Tätigkeiten, bei denen sich ein Mensch über längere Zeit nach vorne beugen muss, stabilisieren.

Der Träger kann das Gerät selbst konfigurieren und beispielsweise einstellen, wie viel Unterstützung er haben möchte oder wann diese einsetzt. "Nicht jeder Mensch hebt gleich. Es gibt auch kein normales Heben, weil jeder mehr oder minder schon einmal belastet gewesen ist und sich Schonhaltungen angewöhnt hat", sagt Hoeft. "Manche mögen es, wenn das Gerät sehr früh unterstützt, andere mögen es eher etwas später. Das ist eine sehr individuelle Sache."
Der Ursprung des Exoskeletts liegt in dem EU-Projekt Robomed. Nach dessen Ende entschlossen sich die Unternehmensgründer, es zu einem serienreifen Produkt weiterzuentwickeln. Inzwischen ist die dritte Generation fertig. Deren Besonderheit ist die Vernetzung: Das System verfügt über eine Mobilfunk- und WLAN-Anbindung. Darüber kann beispielsweise die Software des Exoskeletts aktualisiert werden. Außerdem ist es möglich, es mit einem IoT-System zu vernetzen.
Zudem ermöglicht die Vernetzung, dass das Exoskelett lernt: Jeder Arbeiter, der es nutzt, legt ein Profil an, in dem seine Präferenzen gespeichert werden. Diese werden abgerufen und eingestellt, wenn sich der Arbeiter am Gerät anmeldet. Mit der Zeit lernt das System, wie der jeweilige Träger hebt. Aktiviert dieser den Lernmodus, kann ihn das System anleiten, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
So kann das Exoskelett beispielsweise warnen, wenn die Last auf den Rücken zu hoch ist. Das soll verhindern, dass der Träger das System dazu nutzt, größere Lasten zu haben, als er normalerweise heben würde.
Gedacht ist das Exoskelett für den Einsatz in der Produktion und in der Logistik. Es ist auch schon bei einigen großen Unternehmen im Einsatz.
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