Geringe Datenrate: Betreiber verärgern Nutzer mit niedriger Entschädigung

Bei zu geringer Datenrate versuchen die Anbieter, Kunden mit lächerlichen Euro-Beträgen abzuspeisen. Das wollen Verbraucherschützer nun beenden.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Messtool der Bundesnetzagentur wird an einem Windows-Rechner installiert.
Das Messtool der Bundesnetzagentur wird an einem Windows-Rechner installiert. (Bild: Bundesnetzagentur/Screenshot: Golem.de)

Viele Anbieter versuchen ihre Kunden, die eine zu geringe Datenübertragungsrate erhalten, mit zu geringen Minderungen abzuspeisen. "In unseren Beratungsstellen häufen sich Beschwerden von Verbraucher:innen, die trotz nachweislich unterschrittener Internetleistung keine angemessene Minderung durchsetzen können", sagte Felix Flosbach, Jurist und Experte für Telekommunikation bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am 2. Juni 2022. Ein neues Online-Tool der Verbraucherzentrale soll Hilfe bei der Berechnung bieten.

Stellenmarkt
  1. Informatiker / Fachinformatiker (m/w/d) Netzwerktechnik und -sicherheit
    ED Netze GmbH, Rheinfelden (Baden)
  2. Scrum Master - Projektmanager (m/w/d)
    Pixida GmbH, München, Ingolstadt
Detailsuche

Die neuen Verbraucherrechte im Telekommunikationsgesetz (TKG) zu nicht erreichten Datenraten haben für den Anwender bisher praktisch kaum einen Nutzen, weil es keine Regelung für den Preisnachlass oder das Sonderkündigungsrecht gibt. Um Minderungsansprüche geltend zu machen, muss zunächst die tatsächliche Datenrate mit einem Tool der Bundesnetzagentur gemessen werden. Die Sprecherin der Bundesnetzagentur, Marta Mituta, sagte Golem.de zuvor: "Das Ergebnisprotokoll der Messungen enthält die Aussage, ob eine vertragskonforme Leistung vorliegt oder nicht. Eine Aussage zur Höhe des Minderungsanspruchs enthält das Messprotokoll nicht." Die Höhe sei vom Verbraucher im Dialog mit dem Anbieter für den konkreten Einzelfall zu klären.

2,50 statt 13 Euro pro Monat

In Lüdenscheid wandte sich ein Nutzer mit dem offiziellen Messprotokoll an seinen Internetanbieter, der ihm eine Minderung von 2,50 Euro pro Monat anbot. Die Prüfung durch die Verbraucherzentrale ergab hingegen einen Minderungsanspruch von 13 Euro pro Monat. "Das Telekommunikationsgesetz sieht vor, dass Verbraucher:innen ihre Zahlungen an den Anbieter kürzen können, und zwar in dem Verhältnis, in dem die tatsächliche Leistung von der vertraglichen Leistung abweicht", betonte Flosbach. "Anbieter versuchen durch eigenwillige Interpretationen die Minderungsansprüche zu senken, in vielen Fällen werden die festgelegten Beträge aber auch gar nicht begründet."

Mithilfe des Online-Rechners der Verbraucherzentrale erhalten Nutzer ein Anschreiben, das einen konkreten Minderungsbetrag auf Basis ihrer Messdaten und Vertragsdetails nennt. Sie können so entweder eine Minderung des monatlichen Betrags fordern oder eine Frist zur Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Leistung setzen. Erfüllt der Anbieter diese auch nach einer Fristsetzung nicht, kann der Vertrag außerordentlich gekündigt werden, meint Flosbach.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Sharra 04. Jun 2022 / Themenstart

Auf dem Papier ja. Was willst du tun? Das einklagen? Die paar ¤ Ermäßigung laufen vor so...

zacha 04. Jun 2022 / Themenstart

Vielleicht sollte es ihn interessieren, denn das ist, was er dem Kunden schuldet? Pacta...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Unix-Nachfolger
Plan 9 sollte bessere Audio-Kompression bekommen als MP3

Die Entwicklung der Audio-Kompression und die schwierige MP3-Patentsituation hätte ohne das Nein eines Anwalts wohl anders ausgesehen.

Unix-Nachfolger: Plan 9 sollte bessere Audio-Kompression bekommen als MP3
Artikel
  1. Vision, Disruption, Transformation: Populäre Denkfehler in der Digitalisierung
    Vision, Disruption, Transformation
    Populäre Denkfehler in der Digitalisierung

    Der Essay Träge Transformation hinterfragt Schlagwörter des IT-Managements und räumt mit gängigen Vorstellungen auf. Die Lektüre ist aufschlussreich und sogar lustig.
    Eine Rezension von Ulrich Hottelet

  2. Hermit: Google analysiert italienischen Staatstrojaner
    Hermit
    Google analysiert italienischen Staatstrojaner

    Der Staatstrojaner einer italienische Firma funktioniert sogar in Zusammenarbeit mit dem ISP. Dafür braucht es nicht zwingend ausgefallene Exploits.

  3. Pro Electric SuperVan: Ford zeigt Elektro-Van mit 1.490 kW
    Pro Electric SuperVan
    Ford zeigt Elektro-Van mit 1.490 kW

    Ford hat auf dem Goodwood Festival of Speed den Ford Pro Electric SuperVan gezeigt, der die Tradition der Transit-Showcars des Unternehmens fortsetzt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Prime Video: Filme leihen 0,99€ • Alternate: Gehäuse & Co. von Fractal Design • Nur noch heute: 16.000 Artikel günstiger bei MediaMarkt • MindStar (Samsung 970 EVO Plus 250GB 39€) • Hori RWA 87,39€ • Honor X7 128GB 150,42€ • Phanteks Eclipse P200A + Glacier One 280 157,89€ [Werbung]
    •  /