Gerichtsverhandlung: Früherer Apple-Ingenieur belastet iPod-Hersteller schwer

Er erzählt vom geheimen Krieg: Ein ehemaliger Apple-Ingenieur hat vor Gericht Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber bestätigt. Er hat im Zivilprozess um Apples iPod-Kopierschutz aussagen müssen.

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Gegen Apple läuft eine Sammelklage.
Gegen Apple läuft eine Sammelklage. (Bild: Free Software Foundation/GNU Freie Dokumentationslizenz)

Apple habe Wettbewerber aus dem Markt gedrängt und damit die Preise für iPods künstlich hoch gehalten, lautet der zentrale Vorwurf der Anklage im Zivilprozess gegen Apple. Ein früherer Apple-Ingenieur habe als Zeuge vor Gericht aussagen müssen und die Vorwürfe bestätigt, berichtet das Wall Street Journal. Rod Schultz habe von 2006 bis 2007 bei Apple an dem Projekt Candy gearbeitet. Alle Musik-Player von Drittanbietern hätten dadurch aus der iTunes-Welt ferngehalten werden sollen, sagte Schultz vor Gericht.

Apples geheimer Krieg

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Schultz habe betont, dass er nur widerwillig vor Gericht über seine Arbeit bei Apple aussage. Die Ankläger hatten ihn als Zeugen geladen. Seine Arbeit bestand laut Bericht darin, dass alles aus der iTunes-Welt herausgehalten wird, das nicht direkt von Apple stammt. Das Ziel von Apple war es demnach, ein geschlossenes System aus iPod und iTunes für den digitalen Musikvertrieb zu etablieren.

Nach der Verhandlung habe Schultz außerhalb des Gerichtsraums erklärt, es sei anfangs notwendig gewesen, die Musik mit entsprechenden Kopierschutzmaßnahmen zu schützen. Später habe dies zu einer Marktdominanz für den iPod geführt. In einer akademischen Studie wird Schultz mit den Worten zitiert, dass Apples Kampf rund um die Abschottung von iPod und iTunes ein geheimer Krieg sei. Diese Studie darf jedoch in der Verhandlung nicht als Beweisstück angeführt werden.

Acht Millionen Kläger fordern 350 Millionen US-Dollar

Zehn Jahre haben Kläger in den USA auf diese Verhandlung gewartet. In dem Zivilprozess vor dem kalifornischen Bezirksgericht in Oakland soll geklärt werden, ob Apple bei der Einführung des Kopierschutzes auf seinen iPods Kunden und Konkurrenten geschadet hat. Für die Sammelklage haben sich über acht Millionen Nutzer zusammengetan und fordern einen Schadensersatz von bis zu 350 Millionen US-Dollar. Die Kläger hatten allesamt ihre iPods zwischen 2006 und 2009 erworben.

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Die Kläger bezichtigen Apple, mit seinem Kopierschutz die Preise für seine iPods jahrelang künstlich hoch gehalten zu haben. Mit dem für iPods entwickelten Digital Rights Management (DRM) habe Apple verhindert, dass Angebote von Konkurrenten wie Real Networks auf Apples tragbarem Musikplayer abgespielt werden konnten. In frühen Versionen des iPods war das noch möglich.

Real Networks war Apple größter Feind

Apples Anwälte argumentierten, der Konzern habe keine Monopolstellung im Bereich digitalisierter Musik und deshalb keine legale Verpflichtung, für eine Kompatibilität mit Produkten der Konkurrenz zu sorgen. Apple habe das Recht gehabt, seine iTunes-Software so zu verbessern, dass die iPods sicherer würden und sie vor Schäden zu schützen, die die Software von Real Networks verursacht haben soll. Der von Real Networks entwickelte Real Player habe eine Gefahr für die Benutzererfahrung und die Qualität der iPods dargestellt.

Später entfernte Apple seinen Kopierschutz wieder. Inzwischen lässt sich über iTunes erworbene Musik auf anderen Playern abspielen, sofern sie das Format beherrschen. In Apples Soft- und Hardware arbeitet die Datenbank weiterhin mit internen Prüfsummen, was den Einsatz von Drittsoftware zum Bespielen der iPods erschwert.

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quadronom 17. Dez 2014

Hihi, /signed. An die Hater: iTunes ist wirklich schlecht. Coverflow ist ja nett, aber...

Der Supporter 16. Dez 2014

Die Jury hat einstimmig entschieden: Apple hat sich korrekt verhalten. http://www.nytimes...

spezi 16. Dez 2014

Ja, ich meinte "unterstützen" im Sinne von "zulassen, dass andere das Apple-System so...

janoP 16. Dez 2014

Ich denke auch, dass man hier klagen sollte. Blöderweise gibt es hierzulande keine...



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