Abo
  • Services:

Gerichtsverfahren: Wire und Signal streiten um die GPL, Erpressung und Geld

Es ist ein bizarres Hin und Her: Signal-Entwickler Moxie Marlinspike soll den Gründern von Wire GPL-Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen haben, diese beschuldigten ihn vor Gericht der Erpressung. Der Streit landete vor einem US-Gericht - und ist jetzt beendet.

Artikel veröffentlicht am ,
Moxie Marlinspike soll die Wire-Macher erpresst haben - jetzt haben diese den Vorwuf aber zurückgezogen.
Moxie Marlinspike soll die Wire-Macher erpresst haben - jetzt haben diese den Vorwuf aber zurückgezogen. (Bild: Knight Foundation/CC-BY-SA 2.0)

Signal-Entwickler Moxie Marlinspike soll die Macher hinter dem Cryptomessenger Wire um 2 Millionen US-Dollar erpresst haben - das jedenfalls behaupteten die Unternehmensgründer in einem US-Gerichtsstreit, wie Forbes berichtet. In einem Gerichtsdokument behaupten die Macher außerdem, dass Marlinspike ihnen zuvor Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen haben soll, weil Wire angeblich unberechtigt Teile von Signals Verschlüsselungsprotokoll verwendet haben soll.

Stellenmarkt
  1. meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH, Hannover
  2. BWI GmbH, Köln

Daraufhin soll Marlinspike, der auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Whatsapp entwickelt hat, die Zahlung einer "exorbitanten" Lizenzgebühr verlangt haben, angeblich 2 Millionen US-Dollar. Außerdem habe er Gespräche aufgezeichnet und gedroht, diese und die Urheberrechtsverletzung öffentlich zu machen.

Keine konkrete Verletzung dokumentiert

Das Unternehmen hinter Signal, Open Whisper Systems, habe zu keinem Zeitpunkt deutlich gemacht, welche Urheberrechte Wire verletzt haben soll, heißt es in dem Dokument. Marlinspike habe nur auf gewisse Ähnlichkeiten im Quellcode hingewiesen. Der Code des ehemals Axolotl genannten Verschlüsselungsprotokolls steht unter der Open-Source-Lizenz GPL in Version 3. Mit einer Klage wegen der angeblichen Urheberrechtsverletzung soll Marlinspike allerdings nie gedroht haben.

Rund einen Monat, nachdem die Klage beim Central District Court von Kalifornien eingereicht wurde, hat Wire Swiss die Anschuldigungen nach Informationen von Forbes ohne Angabe von Gründen komplett zurückgezogen. Eine offizielle Stellungnahme zu dem Verfahren von Wire haben wir dem Artikel unten angefügt. Wire ist ein nach Schweizer Recht gegründetes Unternehmen, betreibt aber auch in Berlin ein Entwicklungsstudio. Hinter Wire stecken einige ehemalige Mitarbeiter von Skype.

Open Whisper Systems gehört der von Marlinspike gegründeten Investmentfirma Quiet Riddle Ventures LLC. Nach Angaben des Gerichts ist Moxie Marlinspike ein Pseudonym für entweder Matthew Rosenfeld oder Mike Benham. Ganz sicher scheint sich das Gericht hier aber nicht zu sein.

Nachtrag vom 17. Mai 2016, 17:13 Uhr

Alan Duric von Wire hat uns folgendes Statement zugeschickt: "Wire hat sich in rechtlichen Auseinandersetzungen mit Moxie Marlinspike/OWS befunden, diese Streitigkeiten wurden jetzt behoben. Nachdem gegen uns nicht fundierte Anschuldigungen erhoben wurden, denen zufolge wir gegen das Urheberrecht verstoßen hätten, haben wir ein Gericht bemüht, die Angelegenheit zu klären. Kurz nachdem wir die Klage eingereicht haben, haben wir eine Einigung mit Moxie/OWS erzielt, die es uns ermöglicht, unsere Implementation des Axolotl-Protokolls [jetzt: Signal-Protokoll, Anmerkung] anzuwenden und weiterzuentwickeln. Wichtig ist, dass Wire keine Lizenz von OWS erworben hat. Wires Implementation von Axolotl wurde erweitert und unter dem Namen 'Proteus' unter Open-Source-Lizenz veröffentlicht." Es gibt außerdem einen ausführlichen Blogbeitrag zu dem Thema in englischer Sprache.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 225€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

DebugErr 19. Mai 2016

Matthew Musketeer?

Panzergerd 18. Mai 2016

Dass es unter GPLv3 lizenziert ist, steht auf https://github.com/WhisperSystems...

LoopBack 17. Mai 2016

Laut Wire Blog waren es 2,5 mio USD

cyzz 12. Mai 2016

*natürlich


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy S10 Plus - Test

Das Galaxy S10+ ist Samsungs neues, großes Top-Smartphone. Im Test haben wir uns besonders die neue Dreifachkamera angeschaut.

Samsung Galaxy S10 Plus - Test Video aufrufen
Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"
  2. EU-Urheberrecht Die verdorbene Reform
  3. Leistungsschutzrecht und Uploadfilter EU-Unterhändler einigen sich auf Urheberrechtsreform

Pauschallizenzen: CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern
Pauschallizenzen
CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern

Absurder Vorschlag aus der CDU: Anstatt die Urheberrechtsreform auf EU-Ebene zu verändern oder zu stoppen, soll nun der "Mist" von Axel Voss in Deutschland völlig umgekrempelt werden. Nur "pures Wahlkampfgetöse" vor den Europawahlen, wie die Opposition meint?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Europawahlen Facebook will mit dpa Falschnachrichten bekämpfen
  2. Urheberrecht Europas IT-Firmen und Bibliotheken gegen Uploadfilter
  3. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform

Sailfish X im Test: Die Android-Alternative mit ein bisschen Android
Sailfish X im Test
Die Android-Alternative mit ein bisschen Android

Seit kurzem ist Sailfish OS mit Android-Unterstützung für weitere Xperia-Smartphones von Sony verfügbar. Fünf Jahre nach unserem letzten Test wird es Zeit, dass wir uns das alternative Mobile-Betriebssystem wieder einmal anschauen und testen, wie es auf einem ursprünglichen Android-Gerät läuft.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android, Debian, Sailfish OS Gemini PDA bekommt Dreifach-Boot-Option

    •  /