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Wenn zu viel Eigeninitiative zur Kündigung führt

Manchmal gehen IT-Mitarbeiter sogar noch weiter, als sich unerlaubt Daten anzusehen oder Software herunterzuladen. So war es im Fall eines SAP-Beraters, der ohne Absprache mit dem Arbeitgeber auf die Idee verfiel, einen Hackerangriff auf einen Firmenkunden durchzuführen.

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Dazu bestellte er vom Rechner eines Spielcasinos aus Kopfschmerztabletten für zwei Vorstandsmitglieder des Kunden. Für die Bezahlung per Lastschrift griff er auf zuvor von einem verschlüsselten Rechner dieses Unternehmens auf einen privaten Memory-Stick heruntergeladene Namen, Anschriften und Bankverbindungsdaten von Kunden der Firma zurück.

Dann informierte er die Vorstandsmitglieder des Unternehmens darüber und meinte, er habe gezeigt, wie einfach Datenmissbrauch bei ihrem System sei. Dies müsste bei ihnen doch zu Kopfschmerzen führen, die Kopfschmerztabletten könnten da sicher helfen.

Anschließend berichtete der SAP-Berater seinem Arbeitgeber von seinem Vorgehen und rechtfertigte dieses damit, dass er dem Firmenkunden Sicherheitslücken vor Augen habe führen wollen. Er habe zuvor mehrfach vergeblich darauf aufmerksam gemacht. Der Arbeitgeber zeigte sich wenig erfreut und kündigte seinem Mitarbeiter fristlos.

Dieser klagte dagegen, das Arbeitsgericht Siegburg wies die Kündigungsschutzklage jedoch mit Urteil vom 15. Januar 2020 (Az. 3 Ca 1793/19) ab. Die Richter sahen die fristlose Kündigung als rechtmäßig an und begründeten das damit, dass der Arbeitnehmer durch den Zugriff auf hochsensible Kundendaten bei seiner Aktion erheblich gegen seine Rücksichtnahmepflichten gegenüber dem Arbeitgeber verstoßen habe.

Dieser Datenmissbrauch sei nicht dadurch gerechtfertigt gewesen, dass er damit Sicherheitslücken aufzeigen wollte. Durch sein Handeln habe er die Geschäftsbeziehung seines Arbeitgebers massiv gefährdet.

Eine vorherige Abmahnung war aus Sicht des Gerichts nicht nötig - unter anderem weil der Arbeitgeber bei diesem Überzeugungstäter mit weiteren Grenzüberschreitungen rechnen musste. Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig.

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Keine gute Idee: aus Ärger Mails und Kontakte löschen

Mit einem ganz anderen Fall beschäftigte sich vor einigen Jahren das hessische Landesarbeitsgericht. Es ging um einen Arbeitnehmer, der zunächst auf ein Jahr befristet als Account Manager im EDV-Bereich eingestellt worden war.

Nach etwa einem halben Jahr führte seine Firma mit ihm Vertragsverhandlungen durch. Nach dem Scheitern sollte der Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen.

Dies wollte er nicht, gab jedoch Autoschlüssel, Laptop, Firmenschlüssel und Mobiltelefon ab und entsprach damit dem Wunsch des Arbeitgebers. Darüber hinaus löschte er allerdings auf eigene Faust 80 eigene Dateien und weitere 374 Objekte. Dabei handelte es sich um 144 Kontakte, 51 Mails, 167 Aufgaben und zwölf Termine. Dafür erhielt er von seinem Arbeitgeber die fristlose Kündigung.

Das hessische Landesarbeitsgericht sah diese Kündigung mit Urteil vom 5. August 2013 (Az. 7 Sa 1060/10) als rechtmäßig an. Die Richter begründeten das damit, dass der Arbeitnehmer durch das eigenmächtige Löschen von Kundendaten die Kundenbeziehungen seines Arbeitgebers zerstört habe.

Hierdurch habe der Mitarbeiter seine vertraglichen Nebenpflichten im Sinne von § 241 Abs. 2 BGB verletzt. Nach Ansicht des Gerichtes spielte es dabei keine Rolle, inwieweit die Kundendaten wiederhergestellt werden können. Der vorhergehende Ausspruch einer Abmahnung war aufgrund der Schwere dieses Verstoßes nicht nötig.

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 Was Sysadmins dürfen - und was nichtFilesharing kann ein Grund für fristlose Kündigung sein 
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FreiGeistler 06. Okt 2020

Aber es technisch so aufsetzen, dass der Zugriff eine gewisse kriminelle Energie...

FreiGeistler 06. Okt 2020

Ähm, doch. Nutzerdaten nicht von dir selbst sind tabu! Wer sich daran nicht halten kann...

goliathundco 23. Sep 2020

Meine Empfehlung hier wäre, dass man generell so wenig Privates wie möglich auf dem...

mke2fs 22. Sep 2020

Nö, sind sie nicht. Einen Eintrag aus einem Log löschen ist überhaupt kein Problem und...

Trockenobst 22. Sep 2020

Beim Konzern krieg ich beim Klick auf ein Icon eine Wegwerf VM zugeteilt, die ich Remote...


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