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Was Sysadmins dürfen - und was nicht

In einem dritten Fall ging es um einen Leiter IT/TK Department, der für die Betreuung der Hard- und Software zuständig war und einen firmeneigenen Laptop hatte. Dieser Mitarbeiter war zur Verschwiegenheit in dienstlichen Angelegenheiten verpflichtet. Er durfte keine persönliche Software von zu Hause mitbringen und auf den Computern des Unternehmens nutzen.

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Ferner durfte er keine Programme des Unternehmens mit nach Hause nehmen und auf seinem eigenen Computer benutzen. Auf dem Laptop befanden sich neben einer Vielzahl von Unternehmensdaten, Passwörtern und Zugriffsdaten für den Server der Firma auch Angebote an Kunden, Mitarbeiterbeurteilungen, Bewerbungsunterlagen und Kostenaufstellungen. Darüber hinaus hatte der Mitarbeiter auf dem Laptop auch private Dateien, also Videos, Bilder und MP-3-Dateien. Alle Daten hatte er dort unverschlüsselt abgespeichert.

Zwecks Datensicherung hatte er sie aber zusätzlich auf seiner privaten Festplatte abgespeichert. Hierzu stellte das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 24. November 2011 (Az. 2 AZR 282/10) klar, dass der Mitarbeiter durch das unverschlüsselte Abspeichern von Unternehmensdaten auf seiner privaten Festplatte ohne Sicherung gegen unbefugten Zugriff gegen seine nebenvertraglichen Pflichten aus dem Arbeitsvertrag verstoßen habe.

Darüber hinaus komme bei den personenbezogenen Daten ein Verstoß gegen den Datenschutz in Betracht. Allerdings war die Verletzung der vertraglichen Pflichten nach Auffassung des Gerichtes nicht erheblich genug, um eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Der Arbeitgeber hätte zunächst eine Abmahnung aussprechen müssen. Deshalb war hier die fristlose Kündigung rechtswidrig.

In Mails und fremde Kalender zu gucken, ist in der Regel nicht erlaubt

Dass allzu neugierige Administratoren hingegen durchaus mit einer fristlosen Kündigung rechnen müssen, ergibt sich aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes Köln. In diesem Fall war der EDV-Administrator einer Bank zugleich als Innenrevisor tätig.

Nachdem die Bank erfahren hatte, dass der Mitarbeiter unter Ausnutzung seiner Administratorenrechte eine Mail mit brisanten Anhängen an den Vorstand aufgerufen und ausgedruckt hatte, mahnte sie den Arbeitnehmer ab. Dabei stellte sich heraus, dass er schon mehrmals Vorstandsmails geöffnet hatte.

Als er sich schließlich auch noch Einblick in den Terminkalender eines Vorstandsmitgliedes verschaffte, sprach die Bank eine fristlose Kündigung aus. Der Arbeitnehmer rechtfertigte sich damit, dass er als Innenrevisor den Vorstand im Hinblick auf Unregelmäßigkeiten kontrollieren müsse.

Das Landesarbeitsgericht Köln stellte mit Urteil vom 14. Mai 2010 (4 Sa 1257/09) fest, dass der Arbeitgeber die fristlose Kündigung aussprechen durfte. Dies begründeten die Richter damit, dass der Administrator seine Zugangsrechte missbraucht habe. Er sei nicht befugt gewesen, den Vorstand durch das Aufrufen und Ausdrucken der Mails sowie die Einsicht in den Tageskalender auszuspionieren.

Was Chefs nicht dürfen (und was doch): Die wichtigsten Fragen und Irrtümer rund ums Arbeitsrecht

Die Richter erklärten weiter, dass ein Admin auf ein- oder ausgehende Mails nur Zugriff nehmen dürfe, soweit dies zur Erfüllung seiner Aufgaben notwendig ist. Die Aufgabe eines Systemadministrators bestehe darin, dass er die Funktionsfähigkeit eines Computersystems sicherstellt. Etwas anderes ergebe sich normalerweise auch nicht aus seiner Aufgabe als Innenrevisor.

Anders wäre dies demzufolge nur ausnahmsweise, wenn er aufgrund einer ausdrücklichen Bestimmung in der vom Vorstand erlassenen Richtlinie für die interne Revision zur heimlichen Einsichtnahme berechtigt gewesen wäre. Dies war hier jedoch nicht der Fall. Besonders schwer wog, dass der Arbeitnehmer trotz Abmahnung erneut seine Zugriffsmöglichkeiten missbraucht hatte. Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig.

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 Gerichtsurteile: Wann fristlose Kündigungen für IT-Mitarbeiter rechtens sindWenn zu viel Eigeninitiative zur Kündigung führt 
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FreiGeistler 06. Okt 2020 / Themenstart

Aber es technisch so aufsetzen, dass der Zugriff eine gewisse kriminelle Energie...

FreiGeistler 06. Okt 2020 / Themenstart

Ähm, doch. Nutzerdaten nicht von dir selbst sind tabu! Wer sich daran nicht halten kann...

goliathundco 23. Sep 2020 / Themenstart

Meine Empfehlung hier wäre, dass man generell so wenig Privates wie möglich auf dem...

mke2fs 22. Sep 2020 / Themenstart

Nö, sind sie nicht. Einen Eintrag aus einem Log löschen ist überhaupt kein Problem und...

Trockenobst 22. Sep 2020 / Themenstart

Beim Konzern krieg ich beim Klick auf ein Icon eine Wegwerf VM zugeteilt, die ich Remote...

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