Gerichtsurteil: Googles Werbegeschäft wird nicht zerschlagen
Der US-Suchmaschinenkonzern Google muss sein Geschäft für Onlinewerbung nicht abspalten. Das entschied die zuständige US-Bundesrichterin Leonie Brinkema am 2. September 2026. In dem Beschluss(öffnet im neuen Fenster) (PDF) lehnt sie den von der US-Generalstaatsanwaltschaft geforderten Verkauf der Werbeanzeigenbörse Ad Exchange (AdX) und den schrittweisen Verkauf des Verlegerangebots Doubleclick for Publishers (DFP) ab.
Die Begründung der Entscheidung bleibt für 14 Tage unter Verschluss. Das soll den Verfahrensbeteiligten die erforderliche Zeit einräumen, um Schwärzungen von Geschäftsgeheimnissen oder anderem vertraulichen Material zu beantragen.
Auflagen noch unklar
Die Richterin ordnete zudem an, "dass die meisten der von den Parteien vorgeschlagenen verhaltensbezogenen Abhilfemaßnahmen – in der vom Gericht modifizierten Fassung – angenommen werden". Die Beteiligten haben 30 Tage lang Zeit, sich über den genauen Wortlaut für den Entwurf des endgültigen Urteils zu beraten. Dieser Entwurf soll sich an der Urteilsbegründung orientieren.
Daher bleibt vorläufig unklar, welche Auflagen Google künftig erfüllen muss, um seine Monopolstellung nicht zu missbrauchen. Im April 2025 hatte Brinkema entschieden, dass ein Teil von Googles Geschäft für Onlinewerbung eine illegale Monopolstellung einnimmt. Brinkema begründete ihre Entscheidung unter anderem damit, dass Google seine Ad Exchange im Google Ad Manager mit eigenen Adservern bündelt. So unterbinde das Unternehmen die Verwendung konkurrierender Adserver.
Die EU-Kommission war 2023 ebenfalls zur Ansicht gelangt, dass Google seine Marktmacht im Werbegeschäft missbraucht. Konkret ging es beispielsweise darum, dass Google seine eigene Werbebörse AdX begünstigt haben soll, indem AdX im Voraus über das beste Gebot von Wettbewerbern informiert worden sei.
Zudem soll der hauseigene Werbedienst Google Ads, über den etwa andere Unternehmen Anzeigen auf zu Google gehörenden Seiten schalten können, beispielsweise konkurrierende Werbebörsen gemieden haben, was AdX zur attraktivsten Werbebörse gemacht habe.


