Gerichtsurteil: Google muss Ein-Sterne-Bewertung von Arztpraxis löschen

Ein Arzt hat eine Ein-Sterne-Bewertung seiner Praxis bei Google als geschäftsschädigend gewertet, das Landgericht Lübeck hat ihm recht gegeben. Google muss die Bewertung löschen, laut Gericht überwiegt das Schutzinteresse des Betroffenen die von Google eingebrachte Meinungsfreiheit.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Google muss bis zu 250.000 Euro zahlen, sollte die Bewertung nicht entfernt werden.
Google muss bis zu 250.000 Euro zahlen, sollte die Bewertung nicht entfernt werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Ein Arzt kann die Löschung einer negativen Bewertung bei Google verlangen, auch wenn diese keinen Text enthält. Das Landgericht Lübeck hat in einem solchen Fall dem Kläger recht gegeben und Google auf Unterlassung verurteilt. Bei Zuwiderhandlung setzten die Richter ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro fest.

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Bei dem Kläger handelt es sich um einen niedergelassenen Kieferorthopäden, der bei Google vergeblich die Streichung einer Ein-Sterne-Bewertung angefordert hatte, die auch auf dem Kartendienst Google Maps erscheint. Auch wenn die Bewertung mit einem Stern keinen Text enthalte, falle sie nicht automatisch unter den Schutz der freien Meinungsäußerung, urteilten die Richter. (Az: I O 59/17)

Bewertung wurde auch noch unter dem Namen des Arztes abgegeben

Unternehmen, Praxen und Geschäfte können bei dem Dienst Google+ ein registriertes Profil anlegen, über das wiederum in Google Maps zusätzliche Infos wie Fotos und Öffnungszeiten ergänzt werden können. Nutzer, die bei Google registriert sind, können dort dann Bewertungen abgeben.

In dem in Lübeck verhandelten Fall hatte ein unbekannter Nutzer ausgerechnet unter dem Namen des Klägers eine negative Ein-Sterne-Bewertung ohne Kommentar abgegeben. Der Kläger geht davon aus, dass die schlechte Bewertung nicht von einem Patienten stammt. Er wertete die Bewertung als geschäftsschädigend und als Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte und forderte daraufhin zunächst erfolglos die Löschung durch Google.

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Google hatte vor Gericht argumentiert, dass es sich bei der Bewertung um eine nach Artikel 5 des Grundgesetzes geschützte Meinungsäußerung handele und kein Werturteil enthalte. Dem widersprach das Gericht. In diesem Falle überwiege das Schutzinteresse des Betroffenen, betonten die Richter. Wer immer auch der Absender der Bewertung sei, sie sei geeignet, das Ansehen des Klägers negativ zu beeinflussen.

Landgericht Augsburg urteilte in einem ähnlichen Fall anders

Das nun bekanntgewordene Urteil wurde am 13. Juni 2018 gesprochen. Ob Google Rechtsmittel einlegt, war zunächst unklar. In einem ähnlich gelagerten Verfahren hatte das Landgericht Augsburg am 17. Juli 2017 die Klage eines Zahnarztes abschlägig entschieden. Der Mediziner sah ebenfalls sein Persönlichkeitsrecht durch eine Negativ-Bewertung ohne Begründung verletzt, zumal diese von einem Nutzer kam, der kein Patient seiner Praxis gewesen sein soll. Die Augsburger Richter sahen allerdings das Recht auf freie Meinungsäußerung gewichtiger.

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semkac 17. Sep 2018

Ich habe selber mit einer Verischerungsgesselschaft schlechte Erfahrungen gemacht und...

rca66 29. Jun 2018

Woher weißt Du dass dieser Arzt "ähnlich" ist? Du weißt absolut nichts über ihn oder...

neocron 29. Jun 2018

Woher will die Polizei wissen, dass ein geblitzter Raser nicht evtl. doch einen...

Anonymer Nutzer 29. Jun 2018

[_] Du Hast den Unterschied swischen kosensfähiger Betrachtung und subjektiver...

Garius 28. Jun 2018

Und das man diesen Grund anderen mitteilt hältst du nicht für wichtig? Und wenn der...



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