Geran-3: Russlands Jet-Kampfdrohne voll mit westlicher Technologie

Der ukrainische Militärgeheimdienst (GUR) hat brisante Details zur russischen Kampfdrohne Geran-3(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Die Analyse offenbart nicht nur die technischen Geheimnisse des Turbojet-Flugkörpers, sondern auch die internationale Herkunft seiner kritischen Komponenten, darunter ein Raspberry Pi 4 als Bordrechner.
Im Rahmen der Serie Angriffsmittel auf dem Portal War & Sanctions präsentiert der GUR erstmals die technische Ausstattung der modernen russischen Drohne. Die Plattform hat bereits über 5.000 ausländische Bauteile in 177 verschiedenen von Russland eingesetzten Waffensystemen dokumentiert.
Die Geran-3 gilt als russische Variante der iranischen Shahed-238 Drohne. Während die iranische Version bereits im Juni 2024 analysiert wurde, folgt nun die Zerlegung der russischen lokalisierten Version inklusive 3D-Modell und vollständiger Bauteilliste.
Hightech-Motor aus China treibt Russlands Drohne an
Das Herzstück der Geran-3 bildet ein chinesischer Turbojet-Motor(öffnet im neuen Fenster) vom Typ Telefly JT80(öffnet im neuen Fenster) . Dieser Antrieb bringt die Drohne auf Geschwindigkeiten zwischen 300 und 370 km/h bei einer maximalen Reichweite von 1.000 Kilometern. Bislang wurde von weit höheren Geschwindigkeiten ausgegangen .
Ihre Höchstgeschwindigkeit von 370 km/h nutzt die Drohne in Gebieten mit ukrainischen Luftabwehrsystemen und elektronischen Störsendern. Besonders beim Durchbrechen von Abfangdrohnen-Zonen und im finalen Anflug auf das Ziel wird diese Spitzenleistung abgerufen.
Technisch orientiert sich die Geran-3 weitgehend an den benzinbetriebenen Geran-2-Modellen. Zur Ausstattung gehört das Trägheitsnavigationssystem Sadra, ein Luftdruckmesssystem und eine Stromverteilereinheit.
Störresistente Navigation mit westlicher Technologie
Gegen elektronische Kriegsführung setzt Russland auf das störresistente Satellitennavigationssystem Kometa-M12(öffnet im neuen Fenster) . Das System verfügt über eine Antennengruppe mit zwölf Elementen und soll die Navigation auch unter intensiven elektronischen Angriffen gewährleisten.
Die Komponentenanalyse enthüllt Russlands Abhängigkeit vom Westen: Von 45 identifizierten ausländischen Bauteilen stammt die Hälfte von amerikanischen Herstellern. Acht Komponenten kommen aus China, sieben aus der Schweiz, drei aus Deutschland, zwei aus Großbritannien und eine aus Japan. Zusätzlich kann eine Kamera mit Videoübertragungssystem aus der Geran-2 Serie B installiert werden.



