So geht eine deutsche Firma mit der Krise um

"Wir wollten uns und das Unternehmen nicht so in die Krise stürzen, dass wir von heute auf morgen Leute gehen lassen müssen", erklärt Geschäftsführer Sebastian Bulas Golem.de die frühzeitige Ankündigung vom Ende der Firma. "Letztes Jahr hieß es noch, die Krise geht nur bis zum Sommer", sagt er. "Jetzt gehen alle davon aus, dass es bis zum Ende des Jahres so weitergeht. Manche sagen, letztes Jahr sei das Jahr der Entlassungen gewesen und dieses werde das Jahr der Studioschließungen", sagt Bulas. "Auf Threaks bezogen kann ich das unterstreichen."

25 festangestellte Entwicklerinnen und Entwickler wissen bei Threaks nun also, dass sie bald ihren Job verlieren, haben teilweise sogar schon neue gefunden. Ganz neu ist die Situation allerdings nicht. Auf Linkedin schreiben die Gründer, dass Threaks schon 2014, 2017 und 2021 wie durch ein Wunder gerettet worden sei – die Krisenstimmung im Drei-Jahres-Takt also schon gewohnt ist.

"Es ist bei vielen befreundeten Indie-Studios so, dass die alle paar Jahre davon ausgehen, dass man mal kurz vor dem Ende steht", sagt Threaks-Mitgründer Wolf Lang, der mit Supercrowd mittlerweile im Eventbusiness ist. Das könne zahlreiche Gründe haben: "Ein Kunde bricht weg, ein Publishing-Deal wird in der Mitte einer Produktion gekillt, es kann gesundheitliche Gründe geben." Die Krise beschreibt er als regelrechten Offenbarungseid für die Branche.

Erst traurig sein, dann weitermachen

Rund 18.000 Menschen haben seit vergangenem Jahr ihren Arbeitsplatz in der Branche verloren, die für Außenstehende wie ein Traumjob klingen muss. 70 von ihnen konnten die normalerweise teure Hamburg Games Conference über sogenannte Opportunity Tickets besuchen, in der Hoffnung, ihr Netzwerk in der Branche auszubauen, statt sie zu verlassen.

"Ich habe von vielen gehört, dass Leute sich umorientieren, weil nicht absehbar ist, wie lange es noch kriselt", sagt Lang. Die Gehälter in der Gamesbranche seien ohnehin nicht die besten, der Jobmarkt angesichts des Stellenabbaus schwierig – die Hamburger Mobilegames-Entwickler Innogames sprechen sogar schon von einem Arbeitgebermarkt (g+).

"Zwangsweise müssen sich die Leute umorientieren, sie können ja jetzt nicht einfach ein halbes Jahr arbeitslos sein", sagt Bulas. "Die Frage ist dann natürlich, ob die jemals zurückkehren, wenn sie erstmal woanders einen Job gefunden haben." Er ist aber nicht nur pessimistisch: "Es wird auch die Leute geben, die Seniors sind, die Bock haben, was Geiles zu starten, und jetzt die Freiheit haben, einfach mal was zu wagen", ergänzt Bulas.

Dass die Flut an Spielen (2023 sind rund 14.000 Spiele allein auf Steam erschienen) nachlässt, wäre dann nicht zu erwarten. Die Branche könnte aber kleiner werden, nicht nur personell, sondern auch im Maßstab der Produktionen. Und sie sollte sich ohnehin von aufgeblasenen Budgets verabschieden, die zu Superflops wie Immortals of Aveum geführt haben.

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 Geplatzte Blase: Spielend durch die ExistenzkriseMit Embracer in die Katastrophe konsolidiert 
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yumiko 12. Mär 2024 / Themenstart

Eventuell sollte sich mal jemand schlau machen, was eine "geplatzte Blase" ist, außer ein...

Michael H. 12. Mär 2024 / Themenstart

Richtig. Zu viel Personal. Zu beschissene Games. In Spiele werden hunderte Millionen...

Dada21 12. Mär 2024 / Themenstart

Was würdest du als Boss eines kleinen Independent Game-Studios machen in folgender...

Hotohori 11. Mär 2024 / Themenstart

Gewagte These, die mich immer an das Argument erinnert, dass ja jeder "Raubmordkopierer...

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