Abo
  • IT-Karriere:

Geplante Obsoleszenz: Regierung lehnt Mindestnutzungsdauer von Technikprodukten ab

Die Regierungsmehrheit hat im Umweltausschuss verhindert, dass das Verkleben von im Macbook Pro eingebauten Komponenten verboten wird. Diese Praxis erschwert laut einem Gutachten einen Austausch oder eine Reparatur.

Artikel veröffentlicht am ,
Bild aus "Murks? Nein Danke."
Bild aus "Murks? Nein Danke." (Bild: Murks? Nein Danke.)

Es wird in Deutschland keine Mindestnutzungsdauer für technische Geräte geben. Das hat der Umweltausschuss des Bundestages am 15. Mai 2013 mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen entschieden. SPD und Grüne enthielten sich der Stimme.

Stellenmarkt
  1. Hessisches Ministerium der Finanzen, Wiesbaden
  2. abilex GmbH, Ditzingen

Die Partei Die Linke hatte zur Schonung von Ressourcen die künstliche Verkürzung der Lebensdauer von Produkten verbieten wollen. Ihre Bundestagsfraktion forderte eine gesetzliche Mindestnutzungsdauer für in Deutschland auf den Markt gebrachten Produkte. Geplante Obsoleszenz durch Sollbruchstellen und bestimmte Funktionen, die die Lebensdauer des Produkts künstlich verkürzen, sollten nicht mehr erlaubt sein. Dazu zählten "Blattzähler zur Funktionseinstellung bei Druckern", hieß es in dem Antrag.

Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikgeräte sollten eine Mindestnutzungsdauer erhalten, die nicht unterschritten werden darf. Das Gesetz sollte einen leichten Austausch von Verschleiß- oder Verbrauchsteilen sowie die leichte Reparatur und Wartung möglichst durch den Nutzer sicherstellen.

Die Unionsfraktionen äußerten Zweifel, ob die vorgeschlagenen Regelungen in die Realität umgesetzt werden könnten. "Gut gemeint ist nicht gut gemacht", sagte ihr Berichterstatter im Ausschuss. Vielmehr brauche man Freiheit und Innovationen, um hier zu neuen Lösungen zu kommen.

Die Grünen-Fraktion verwies trotz der Ablehnung auf das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten "Geplante Obsoleszenz". Das große Echo darauf habe gezeigt, dass diese Frage den Verbraucher direkt betreffe. "Es herrscht Handlungsbedarf", erklärte die Vertreterin der Grünen. Sie kündigte an, dass sich ihre Fraktion bei der Abstimmung dennoch enthalten werde, da man an verschiedenen Punkten noch über die Forderungen des Antrages hinausgehen möchte.

Das Gutachten kritisierte am 21. März 2013 den geplanten, vorzeitigen Verschleiß von Produkten, die eigentlich viel länger halten könnten. Zum Macbook Pro heißt es in dem Gutachten: "Das Gehäuse und/oder die eingebauten Komponenten sind verklebt. So wird ein Austausch von Komponenten oder eine Reparatur erheblich erschwert oder erheblich verteuert, da eine Fachwerkstatt in Anspruch genommen werden muss." Dadurch werde eine konstruktionsbezogene Verkürzung der Nutzung erreicht. Verklebte Gehäuse und Komponenten gebe es auch bei anderen Produkten. Die vermeintlichen Kostenvorteile in der Herstellung würden hier zulasten der Kunden und der Umwelt ausgeweitet. Für den Kunden bedeute dies einen "wirtschaftlichen Totalschaden".

Als weitere Beispiele werden Drucker genannt, die offenbar so konstruiert seien, dass nach einer vorgegebenen Zahl von Druckvorgängen das Gerät komplett ausfalle. Doch der bewusst geplante vorzeitige Verschleiß sei schwer nachweisbar. Enthüllt werden könnten solche Fälle nur, wenn ein Insider interne Informationen eines Unternehmens preisgebe.

Auch Elektrolytkondensatoren (Elko) in Fernsehern, Computern, Monitoren und Netzteilen, die oft in der Nähe von wärmeabgebenden Bauteilen positioniert sind, werden als Beispiele angeführt. Mit 10 Grad Temperaturerhöhung halbiere sich die Lebensdauer von Elkos.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (PC-Spiele bis zu 85% reduziert)
  2. 2,40€
  3. 14,95€
  4. 2,49€

Donnerstag 20. Mai 2013

Das Problem ist doch dass man es vorher nicht weiß

Donnerstag 20. Mai 2013

Genau, weil man selbst mehr will stopt man erstmal die Diskussion drüber. In 10 Jahren...

Anonymer Nutzer 17. Mai 2013

Behauptete ich auch nie. Trotzdem sind diese Dinge eben das Übel :-)

derdiedas 17. Mai 2013

Die CDU ist das organisierte Verbrechen, die SPD das unorganisierte... CDU Schwarz für...

theWhip 17. Mai 2013

Das ist der blanke Hohn, SPD, Grüne, CDU, CSU FDP und Konsorten!! Welches...


Folgen Sie uns
       


Openbook erklärt (englisch)

Openbook ist ein neues soziales Netzwerk, das sich durch Crowdfunding finanziert hat. Golem.de hat sich mit dem Gründer Joel Hernández über das Projekt unterhalten.

Openbook erklärt (englisch) Video aufrufen
Zulassung autonomer Autos: Der Mensch fährt besser als gedacht
Zulassung autonomer Autos
Der Mensch fährt besser als gedacht

Mehrere Jahre haben Wissenschaftler und Autokonzerne an Testverfahren für einen Autobahnpiloten geforscht. Die Ergebnisse sprechen für den umfangreichen Einsatz von Simulation. Und gegen den schnellen Einsatz der Technik.
Von Friedhelm Greis

  1. Einride T-Pod Autonomer Lkw fährt in Schweden Waren aus
  2. Ingolstadt Audi vernetzt Autos mit Ampeln
  3. Wasserkühlung erforderlich Leistungshunger von Auto-Rechnern soll stark steigen

Oneplus 7 Pro im Hands on: Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse
Oneplus 7 Pro im Hands on
Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse

Parallel zum Oneplus 7 hat das chinesische Unternehmen Oneplus auch das besser ausgestattete Oneplus 7 Pro vorgestellt. Das Smartphone ist mit seiner Kamera mit drei Objektiven für alle Fotosituationen gewappnet und hat eine ausfahrbare Frontkamera - das hat aber seinen Preis.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Oneplus 7 Der Nachfolger des Oneplus 6t kostet 560 Euro
  2. Android 9 Oneplus startet Pie-Beta für Oneplus 3 und 3T
  3. MWC 2019 Oneplus will Prototyp eines 5G-Smartphones zeigen

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

    •  /