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Geplante Obsoleszenz: Italien ermittelt gegen Apple und Samsung

Die italienische Wettbewerbsschutzbehörde hat Ermittlungen gegen Apple und Samsung eingeleitet. Beide Unternehmen stehen in Verdacht, bei Geräten geplante Obsoleszenz anzuwenden.

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Italien ermittelt gegen Apple und Samsung.
Italien ermittelt gegen Apple und Samsung. (Bild: Peter Macdiarmid/Getty Images)

Nach Verbraucherbeschwerden wird in Italien gegen Apple und Samsung wegen unlauterer Geschäftspraktiken ermittelt. Die Wettbewerbsschutzbehörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) begann zwei getrennte Verfahren. Darin geht es um den Vorwurf, dass beide Firmen für ihre Produkte eine künstliche Veralterung durchführten, es sich also um geplante Obsoleszenz handle.

Smarthones würden künstlich verlangsamt

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Laut der Behörde verringern beide Hersteller die Leistungsfähigkeit ihrer Smartphones mit der Zeit, um Kunden dazu zu bewegen, ihre Geräte auszumustern und neue zu kaufen. Nun wurde erstmals bekannt, dass es Ermittlungen gegen Samsung gibt, weil der Hersteller die Leistungsfähigkeit älterer Smartphones verringert haben soll. Die Behörde machte keine weiteren Angaben dazu, und es ist nicht klar, zu welchen Samsung-Geräten die Ermittlungen laufen.

Bei Apple ist hingegen klar, worum es geht, seitdem im Dezember 2017 bekannt wurde, dass der Hersteller ältere iPhone gezielt verlangsamte - und das über ein Jahr lang geheim hielt. Auch die französische Justiz ermittelt diesbezüglich gegen Apple. In Frankreich lautet der Vorwurf ebenfalls, Apple bremse ältere iPhone-Modelle gezielt aus, um Kunden dazu zu bewegen, ein neues iPhone-Modell zu kaufen. Dort gilt seit 2015 ein Gesetz gegen geplante Obsoleszenz, das eine Höchststrafe von zwei Jahren Freiheitsstrafe und bis zu 300.000 Euro Geldstrafe und fünf Prozent des Jahresumsatzes des Unternehmens vorsieht.

Apple bestreitet geplante Obsoleszenz

Apple bestreitet, die Prozessordrosselung auf alten iPhone-Modellen zu machen, um Kunden dazu zu bringen, ein neues Modell zu kaufen, weil ihr altes Gerät gefühlt zu langsam sei. Das sehen viele Kläger in den USA anders - dort wurden mehrere Sammelklagen gegen Apple eingereicht. Allein eine Sammelklage fordert eine Rekordsumme von 999 Milliarden US-Dollar. Begründet wird die Summe damit, dass iPhone-Besitzer von Apple bewusst getäuscht worden seien, und Kunden daher neue Modelle gekauft hätten, ohne dass dies notwendig gewesen wäre.

Apple begründet die Drosselung des iPhone-Prozessors damit, dass so ein Fehler von iOS beseitigt werden solle, der dazu führe, dass sich Geräte unvermittelt abschalteten, falls der Akku nicht mehr leistungsfähig genug sei. Wenn also ein Akku nach Ansicht Apples nicht mehr gut genug ist, wird derzeit die Prozessorleistung reduziert. Die Folge ist ein Smartphone, das allgemein langsamer reagiert.

Apple macht iPhone-Drosselung abschaltbar

In dieser Woche kündigte Apple an, mit dem nächsten iOS-Update eine Möglichkeit zu implementieren, die Prozessordrosselung eines älteren iPhones abzuschalten. Zuvor hatte Apple mitgeteilt, seine Kunden künftig nur zu informieren, wenn das iPhone gedrosselt werde. Derzeit wird erwartet, dass das betreffende iOS-Update im März 2018 erscheinen könnte.

Apple-Chef Tim Cook empfiehlt allerdings, die iPhone-Drosselung bei älteren Modellen nicht abzuschalten, weil das Smartphone sonst auch ausgehen könnte. Noch bis Ende des Jahres können Apple-Kunden einen iPhone-Akku für 30 statt 90 Euro austauschen, falls das iPhone von der künstlichen Drosselung betroffen ist. Ab dem nächsten Jahr wird ein Akkutausch wieder zum regulären Preis angeboten.

Offene Fragen an Apple

In den USA muss Apple bis 23. Januar 2018 die Fragen von Senator John Thune beantworten, der im US-Handelsausschuss sitzt. Es ist nicht bekannt, ob Apple bereits antwortete. Unter anderem will Thune wissen, wie Apple mit Kundenbeschwerden zu einem langsamen iPhone umgegangen sei. Außerdem erkundigt er sich, ob Kunden, die den Akku im iPhone aufgrund der Drosselung ausgetauscht und den vollen Preis bezahlt hatten, nachträglich ein Rabatt angeboten wurde.

Thune geht in dem Brief auf die Kritik ein, dass Apple weiterhin Geld für den Akkutausch verlange. Einige Kunden hätten kritisiert, dass kein kostenloser Akkutausch von Apple angeboten worden sei. Zudem äußert er sich zur Kritik vieler Kunden, die eine mangelnde Transparenz Apples in der Angelegenheit beklagen. Er will außerdem wissen, ob Apple seine Kunden informiert habe, dass das betreffende Softwareupdate den Prozessor verlangsame.



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