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Geothermie beheizt Gewächshäuser

In Staufen missglückten im Jahr 2007 Bohrungen für eine Geothermie-Anlage. Gipsschichten im Untergrund quollen auf, der Boden hob sich teils um Dutzende Zentimeter und verursachte Schäden an mehr als 270 Gebäuden in der Stadt. Mit gewissenhafter Anwendung verfügbarer Bohrtechnik muss sich dieses Beispiel nicht wiederholen. Doch bis der Südwesten Deutschlands wieder auf Geothermie setzen wird, muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

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In den Niederlanden ist das nicht nötig. Hier legte der nationale Geothermie-Verband (Stichting Platform Geothermie SPG) vor einem Jahr einen ehrgeizigen Masterplan vor: Bis 2050 soll mit etwa 700 Geothermie-Anlagen ein Viertel des Wärmebedarfs gedeckt werden. Damit könnte heute genutztes Gas Schritt für Schritt durch Erdwärme ersetzt werden.

Beheizt werden sollen dabei nicht nur Wohnungen über Fernwärmenetze, sondern auch etwa 60 Prozent der Gewächshäuser. "Heute werden hier nur etwa fünf Prozent der Gewächshäuser geothermisch beheizt", sagt Frank Schoof von der Platform Geothermie. "Und tiefe Geothermie für Fernwärmenetze ist der nächste Schritt."

Schoof erwartet vorerst drei bis vier neue Anlagen pro Jahr. "Die Regierung plant etwas zurückhaltender", führt Schoof als Grund an. Dennoch erwartet er mindestens 60 bis 70 Anlagen bis zum Jahr 2030. Und jede einzelne könnte 5.000 bis 10.000 Bürger mit Wärme aus der Tiefe versorgen.

Tiefe Geothermie könnte im kommenden Jahrzehnt einen wesentlichen Anteil zur drängenden Wärmewende beitragen. Zumindest in den europäischen Regionen mit guten geologischen Voraussetzungen.

"Parallel gibt es auch bei den für die Geothermie wichtigen Techniken viel Bewegung", sagt Deinhardt. Mit kleinen Bodenerschütterungen - beispielsweise der 3D-Seismik - entstehen schärfere Bilder des Untergrund bis in fünf Kilometer Tiefe. München profitiert davon bereits, um künftige Geothermie-Bohrungen besser planen zu können.

Auch die Bohrungen selbst könnten mit neuen Verfahren schneller und günstiger abgeteuft werden. An mehreren Instituten wird mit Flammen, elektrischen Impulsen oder auch Lasern experimentiert, um das Gestein vor dem Bohrkopf etwas aufzuweichen. Stark aufgeheizt wird selbst harter Granit weich wie Sandstein. Bisher funktionieren diese Techniken aber nur im Labor. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass sie in den 2020er Jahren - gerade passend zum Ausbau der Tiefengeothermie - zur Verfügung stehen werden.

Durch verstärkte Medienberichterstattung das Bewusstsein für die Klimakrise schärfen: Das ist das Ziel einer Medieninitiative, die von der US-amerikanischen Columbia Journalism Review und The Nation gestartet und von vielen Medien aufgegriffen wurde, etwa dem britischen Guardian. Golem.de beteiligt sich und folgt dem Aufruf, eine Woche im September verstärkt über Klimathemen zu berichten.

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 Heizen mit Erdwärme
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dummzeuch 17. Sep 2019

Danke für den Link. Das Wasser, das rausgepumpt wird, ist also 1. nur lauwarm (bis 30...

FaLLoC 17. Sep 2019

Mal so ein Rumgerechne: Gehen wir von einem Primärenergiebedarf von 600 EJ/a für die...

mxcd 17. Sep 2019

Ich glaube nicht, dass der Artikel bezogen auf Indonesien ein bestimmtes...

mxcd 17. Sep 2019

Kennt jemand Projekte, wo versucht wird, Geothermie nur durch Wärmetausch und Verdichtung...

cabel 17. Sep 2019

Damit bin ich jetzt quasi völlig CO2 Neutral, wenn man von den wenigen Produkten absieht...


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