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Heizen mit Erdwärme

So bestätigte jüngst die Regierung Südkoreas, dass der Bau eines ersten 1,2 MW-Kraftwerks nahe der Stadt Pohang sehr wahrscheinlich für ein ungewöhnlich starkes Beben mit Magnitude 5,4 im November 2017 verantwortlich war. Verursacht durch die enormen, unter Hochdruck in den Boden gepressten Wassermassen. Das Pilotprojekt wurde gestoppt. "Aber in Mitteleuropa würde niemand so vorgehen wie in Pohang", sagt André Deinhardt, Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie.

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Der Beweis für gewissenhaft durchgeführte Projekte der Tiefengeothermie findet sich im Großraum München. Hier stehen etwa zwei Drittel aller 37 aktiven deutschen Geothermie-Anlagen mit Bohrtiefen zwischen 2.000 und 5.000 Metern.

Nicht Strom, sondern Wärme für den Betrieb der Fernwärmenetze steht im Mittelpunkt des Interesses. Die gute Energiebilanz überzeugt. "Mit einer Kilowattstunde Strom für den Betrieb der Anlagen erhält man 30 Kilowattstunden Wärme", sagt Deinhardt. Heute schon summiert sich die thermische Leistung rundum München auf mehr als 250 Megawatt. Das jüngste Kraftwerk steht in Holzkirchen und fördert seit Ende vergangenen Jahres 152 Grad heißes Wasser.

Ab 2020 soll in Thalkirchen mit 50 MW Wärmeleistung die größte Geothermieanlage Mitteleuropas in Betrieb gehen und die Wohnungen von mindestens 80.000 Einwohnern heizen. Die dritte von insgesamt sechs Bohrungen wurde Ende März bereits vollendet. Weitere Anlagen werden folgen.

Das Ziel der Stadtwerke München ist ehrgeizig: Bis 2040 soll die gesamte Fernwärme der Stadt klimaneutral erzeugt werden, hauptsächlich gespeist aus heißen Thermalquellen. Anlagen mit besonders heißem Wasser werden zusätzlich auch etwas Strom erzeugen. Doch summiert sich die elektrische Leistung auf nur einige Megawatt. "In München ist die Skepsis gegenüber Tiefengeothermie überwunden", lobt Huenges die große Akzeptanz bei den Bürgern, die den Einsatz dieser Technologie erst ermöglicht.

"Tiefengeothermie bietet eine Riesenchance, die Fernwärmenetze zu dekarboniseren", ist Deinhardt vom Bundesverband Geothermie überzeugt. Und das nicht nur im Molassebecken Bayerns. Auch der Oberrheingraben in Baden-Württemberg und das Norddeutsche Becken bieten große geothermische Potenziale. In diesen Regionen könnte die tiefe Geothermie wesentlich zu einer erfolgreichen Wärmewende beitragen.

In Potsdam prüfen die Stadtwerke die Umstellung des Fernwärmenetz von Gas auf heißes Thermalwasser. Bis 2022 soll Wasser aus einer 2.000 Meter tiefen Bohrung 750 Wohnungen im neuen Wohnquartier "Pro Potsdam" beheizen. Schwerin ist bereits einen Schritt weiter: Im März dieses Jahres stieß eine erste Bohrung in 1.296 Metern Tiefe auf 56 Grad heißes Grundwasser, heißer als erwartet. Ab 2020 könnten die ersten Wohnungen mit Erdwärme beheizt werden. Insgesamt plant die Stadt, 15 Prozent ihrer Fernwärme geothermisch zu gewinnen.

In Baden-Württemberg dagegen stockt der Ausbau. Nur in Bruchsal stellt eine kleine Pilotanlage gerade mal ein halbes Megawatt elektrischer Leistung, Wärmenutzung gibt es trotz hoher Temperaturen im Untergrund keine. "Mangelnde Akzeptanz bei den Bürgern ist hier die größte Bremse", sagt Deinhardt.

Die Ursache liegt in der Kleinstadt Staufen bei Freiburg.

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 Weltweites Interesse an GeothermieGeothermie beheizt Gewächshäuser 
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dummzeuch 17. Sep 2019

Danke für den Link. Das Wasser, das rausgepumpt wird, ist also 1. nur lauwarm (bis 30...

FaLLoC 17. Sep 2019

Mal so ein Rumgerechne: Gehen wir von einem Primärenergiebedarf von 600 EJ/a für die...

mxcd 17. Sep 2019

Ich glaube nicht, dass der Artikel bezogen auf Indonesien ein bestimmtes...

mxcd 17. Sep 2019

Kennt jemand Projekte, wo versucht wird, Geothermie nur durch Wärmetausch und Verdichtung...

cabel 17. Sep 2019

Damit bin ich jetzt quasi völlig CO2 Neutral, wenn man von den wenigen Produkten absieht...


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