Weltweites Interesse an Geothermie

2018 summierte sich die installierte Leistung laut der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) auf 13.329 Megawatt. 2010 waren es erst knapp 10.000 MW. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris sieht bis 2035 jährliche Wachstumsraten von etwa sechs Prozent.

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Trotz des Anstiegs reicht die Tiefengeothermie längst nicht an die Kapazitäten von Wind- und Solarparks heran. So erwartet die IEA für das Jahr 2040, dass nur 350 Terawattstunden, also knapp ein Prozent der globalen Stromproduktion, aus Geothermie-Kraftwerken stammen werden. Global betrachtet wird geothermisch erzeugter Strom wohl keine bedeutende Rolle spielen. Aber in einzelnen Staaten bildet die Tiefengeothermie schon heute eine tragende Säule für die Stromerzeugung. Viele weitere werden diesem Beispiel folgen.

Diese Länder befinden sich bevorzugt in sogenannten Hochenthalpie-Zonen, wo bereits in relativ geringen Bohrtiefen sehr hohe Temperaturen von weit über 150 Grad herrschen. Und wer nicht so tief bohren muss, kann Geothermie-Strom günstiger erzeugen. Derzeit schätzt Irena die Kosten auf 3 bis 13 US-Cent pro Kilowattstunde.

Island - direkt auf der vulkanisch aktiven Nahtstelle des mittelozeanischen Rückens im Atlantik gelegen - deckt derzeit knapp ein Drittel seines Strombedarfs mit Geothermie. Dank des stetigen Ausbaus stieg die Leistung der Kraftwerke 2018 auf 755 Megawatt. Spitzenreiter nach absoluten Zahlen bleiben die USA mit knapp 3.600 Megawatt, die allerdings nur drei Promille des Strombedarfs decken. Auf den Philippinen, die ein knappes Drittel ihres Stroms aus Erdwärme gewinnen, stagniert der Ausbau, jedoch auf hohem Niveau mit 1.868 MW Leistung. Auch in Italien sind die Wachstumsraten bescheiden, in Mexiko gar leicht rückläufig. Auf knapp 1.000 Megawatt Leistung kommen beide Staaten dennoch.

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"Die größte Dynamik zeigt derzeit die Türkei", sagt GFZ-Forscher Huenges. Trotz einiger Rückschläge sei dort viel investiert worden. Noch 2007 spielte geothermischer Strom in der Türkei mit gerade mal 38 MW installierter Leistung keine Rolle. Doch bis 2018 katapultierte sich das Land mit 1.200 MW in die Spitzengruppe der Geothermie-Staaten weltweit. Binnen zehn Jahren konnte auch Indonesien die Leistung seiner Geothermie-Kraftwerke auf knapp 2.000 MW verdoppeln. Eine weitere Verdopplung der Leistung ist bis 2020 vorgesehen. Einen ebenfalls großen Sprung verzeichnet Neuseeland, das nun mit gut 1.000 MW knapp 15 Prozent seines Strombedarfs geothermisch deckt.

Besonders entlang des geologisch aktiven Ostafrikanischen Grabens, der sich vom Roten Meer bis nach Mosambik zieht, wächst das Interesse an Geothermie-Kraftwerken. Die International Geothermal Association (IGA) beziffert das geothermische Potenzial in dieser Region auf mehr als 20.000 Megawatt elektrischer Leistung. "Und die Entwicklung in Ostafrika ist erstaunlich", sagt Huenges.

Kenia führt die Entwicklung in dieser Region klar an und setzt Maßstäbe für seine Nachbarstaaten. Geothermie-Kraftwerke mit knapp 700 MW Leistung liefern etwa die Hälfte des in Kenia erzeugten Stroms. Die meisten Anlagen finden sich im Olkaria-Feld, etwa 70 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Nairobi. Hier und in benachbarten Regionen ist bis 2020 ein Ausbau auf gut 1.000 MW Leistung geplant. Viele ostafrikanische Staaten von Djibouti über Ruanda bis Tansania fassen geothermische Kraftwerke für das kommende Jahrzehnt ins Auge. Nach Kenia stehen die Chancen gut, dass Äthiopien mit bis zu 1.000 MW Leistung in wenigen Jahren die geothermische Stromerzeugung vorantreibt.

In Mittelamerika behauptet geothermischer Strom seine wichtige Stellung. In El Salvador und Costa Rica hält er 25 beziehungsweise 14 Prozent der Stromproduktion mit jeweils gut 200 MW installierter Leistung. Nicaragua kommt mit knapp 100 MW auf zehn Prozent. Ein weiterer Ausbau im kommenden Jahrzehnt ist vorgesehen. El Salvador will den Anteil an Geothermie-Strom auf 40 Prozent steigern, Nicaragua immerhin auf 20 Prozent. Weiter südlich über Kolumbien, Ecuador, Peru bis nach Chile wächst das Interesse ebenfalls, auch wenn die Ausbaupläne noch nicht die Dynamik wie in Ostafrika oder gar Indonesien zeigen.

Doch auch Rückschläge hat diese Technologie zu verzeichnen.

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 Geothermie: Wer auf dem Vulkan wohnt, muss nicht so tief bohrenHeizen mit Erdwärme 
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dummzeuch 17. Sep 2019

Danke für den Link. Das Wasser, das rausgepumpt wird, ist also 1. nur lauwarm (bis 30...

FaLLoC 17. Sep 2019

Mal so ein Rumgerechne: Gehen wir von einem Primärenergiebedarf von 600 EJ/a für die...

mxcd 17. Sep 2019

Ich glaube nicht, dass der Artikel bezogen auf Indonesien ein bestimmtes...

mxcd 17. Sep 2019

Kennt jemand Projekte, wo versucht wird, Geothermie nur durch Wärmetausch und Verdichtung...

cabel 17. Sep 2019

Damit bin ich jetzt quasi völlig CO2 Neutral, wenn man von den wenigen Produkten absieht...



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