Geothermie und Rohstoffgewinnung: Stadtwerke Speyer und Schifferstadt wollen Lithium fördern

Das nächste Kombiprojekt für Geothermie und die Gewinnung des Akku-Rohstoffs Lithium im Oberrheingraben kann starten.

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Begehrter Rohstoff Lithium: "Der Bedarf ist riesig und wird weiter wachsen."
Begehrter Rohstoff Lithium: "Der Bedarf ist riesig und wird weiter wachsen." (Bild: Uli Deck, Artis Photographie/Vulcan Energie Ressourcen)

Die Stadtwerke von Speyer und Schifferstadt wollen Lithium aus dem Untergrund fördern. Gemeinsam wollen sie Geothermie- und Lithiumgewinnungsanlagen bauen.

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Die beiden Städte im rheinland-pfälzischen Teil des Oberrheingrabens haben bereits die Erlaubnis, nach Geothermiestandorten zu bohren. Zusätzlich bekamen sie einen Aufsuchungsantrag für Lithium bewilligt.

Das Aufsuchungsfeld mit dem Namen Materia entspricht dem Geothermie-Erlaubnisfeld Rhein-Pfalz. Es umfasst die Gebiete von Speyer und Schifferstadt sowie des Landkreises Rhein-Pfalz bis zum angrenzenden Landkreis Bad Dürkheim. Das sind insgesamt etwa 150 Quadratkilometer.

Thermalwasser mit hohem Lithiumgehalt

Die oberrheinische Tiefebene eignet sich als Geothermiestandort: In 2.000 bis 5.000 Metern Tiefe gibt es 140 bis 180 Grad heißes Wasser, das wegen des Drucks trotz seiner hohen Temperatur flüssig ist. Es wird nach oben gepumpt und für die Fernwärmeversorgung und Stromerzeugung genutzt.

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Daneben hat das Thermalwasser dort auch einen hohen Lithiumgehalt: Etwa 180 und 200 Milligramm sind in einem Liter Wasser gelöst. Eine Filteranlage soll den begehrten Rohstoff aus dem Wasser extrahieren. Das soll den beiden Stadtwerken ein lukratives Zusatzgeschäft verschaffen.

"Bislang wird Lithium zum Großteil in Übersee und unter nicht selten menschenunwürdigen und umweltschädlichen Bedingungen abgebaut. Es wäre daher ein großer Gewinn, wenn es gelänge, das Alkalimetall in Deutschland unter Einhaltung aller nötigen Schutzmaßnahmen und Sozialstandards abzubauen", sagte Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.

Deutschland soll unabhängig von Lithiumimporten werden

"Der Bedarf ist riesig und wird tendenziell weiter rasant wachsen", sagte Seiler. Durch die Gewinnung von Lithium aus der Geothermie könnten sich Deutschland und Europa "unabhängiger von internationalen Importen machen".

Die Stadtwerke von Speyer und Schifferstadt sind nicht die einzigen in der Region, die Geothermie und Rohstoffgewinnung kombinieren.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Das in Karlsruhe ansässige Unternehmen Vulcan Energie arbeitet schon seit einigen Jahren daran. Das Unternehmen kaufte bereits ein Geothermiekraftwerk und will spätestens 2026 mit der industriellen Förderung beginnen. Die Produktion der ersten fünf Jahre sei schon jetzt verkauft, sagte Vulcan-Energie-Chef Horst Kreuter im Frühjahr im Gespräch mit Golem.de

Die beiden Stadtwerke wollen für ihr Projekt ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. In etwa einem Jahr sollen die Standorte feststehen, an denen Probebohrungen vorgenommen werden. "Alle Untersuchungen gelten gleichermaßen für die Gewinnung von Wärme und Strom sowie für die Förderung von Lithium", sagte Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer. Wann die Förderung von Thermalwasser beginnt, ist noch nicht bekannt.

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sakura13 13. Aug 2022 / Themenstart

Ihr dürft auch nicht vergessen Echa will Lithium carbonate als Menschengefährdent...

Lasse Bierstrom 12. Aug 2022 / Themenstart

Weil in dem Thermalwasser Lithiumchlorid gelöst ist. Das Kristallin ungefähr so aussehen...

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