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Geothermie: 3 km tiefe Geothermieanlage in Berlin als Wegbereiter

Mit einer neuen Technologie soll Erdwärme mit weniger Aufwand und damit bezahlbarer an die Oberfläche geholt werden. Die Praxistests laufen.
/ Mario Petzold
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An der Oberfläche ist von dem System fast nichts zu sehen. (Bild: Green Therma)
An der Oberfläche ist von dem System fast nichts zu sehen. Bild: Green Therma

Das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ)(öffnet im neuen Fenster) hat gemeinsam mit dem dänischen Geothermieunternehmen Green Therma(öffnet im neuen Fenster) eine Pilotanlage in Groß Schöneck bei Berlin in Betrieb genommen. Es soll das erste Mal sein, dass die Technik unter realen Bedingungen im Einsatz ist.

Es handelt sich dabei um ein geschlossenes Kreislaufsystem, bei dem in einer äußeren Röhre kaltes Wasser in den Untergrund geleitet wird. Im Inneren befindet sich ein zweites, vakuumisoliertes Rohr, durch das heißes Wasser an die Erdoberfläche gelangt.

Diese Kompaktheit erlaubt es, ein einzelnes, im konkreten Fall 3 km tiefes Bohrloch zu nutzen. Der mit Abstand aufwendigste Teil, die Tiefenbohrung, wird dadurch erheblich günstiger.

Potenzial wird untersucht

In Groß Schöneck liegt die Temperatur in der Erde bei 130 °C. Das entspricht dem üblichen Wert in solchen Tiefen ohne besondere geothermische Aktivität. Ähnliche Bohrungen könnten bei geeignetem Untergrund praktisch überall gesetzt werden.

Laut GFZ gelangt dank der minimalen Wärmeverluste Wasser mit 70 bis 80 °C an die Oberfläche. Dabei durchströmt es das System gleichmäßig und hat demnach nur für kurze Zeit Kontakt zum warmen Untergrund.

In den anstehenden Tests soll nun die Langzeitleistung des Systems, die Haltbarkeit und das Gesamtpotenzial der Technik untersucht werden. Die Temperatur des Wassers genügt noch nicht für die Stromerzeugung, aber für die direkte Wärmenutzung.

Versorgung könnte anderswo 2027 beginnen

Ein weiteres Projekt von Green Therma soll 2027 bereit sein. Im dänischen Aalborg wurde bis in eine Tiefe von 4,5 km gebohrt, zudem 2,5 km in der Horizontalen, um die Erdwärme direkt als Fernwärme nutzbar zu machen.

Theoretisch ließe sich mit derart tiefen Bohrungen der gesamte Wärmebedarf Deutschlands decken. Wasser mit einer Temperatur von über 100 °C könnte außerdem für die Stromerzeugung genutzt werden. Dementgegen stehen hohe Investitionskosten für Bohrungen und Verteilnetze.

Wobei ein Strategiepapier(öffnet im neuen Fenster) zur Erdwärmenutzung des Fraunhofer-Instituts zusammen mit dem GFZ und dem Karlsruher Institut für Technologie bereits 2022 auf geschätzte Gestehungskosten von 30 Euro je Megawattstunde, also 3 Cent je Kilowattstunde Wärme kommt.

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