Geosocial Footprint: Twitter auf digitaler Fährtensuche auch ohne GPS

Die Website eines US-Studenten will aus Tweets Ortsangaben, Arbeitsplatz und Wohnort ermitteln. Und das auch, wenn die Tweets keine GPS-Daten enthalten.

Artikel veröffentlicht am , Keywan Najafi Tonekaboni
Auf der Webseite Geosocial Footprint lassen sich Tweets auf Geodaten analysieren.
Auf der Webseite Geosocial Footprint lassen sich Tweets auf Geodaten analysieren. (Bild: Screenshot Golem.de)

Die Webseite Geosocial Footprint analysiert Tweets nach Ortsangaben. Entwickelt hat sie der Master-Student Chris Weidemann von der University of Southern California (USC). Obwohl nur gut vier Prozent der Twitter-Nutzer ihren Nachrichten GPS-Koordinaten anhängen, konnten laut einer Untersuchung der USC bei einem Fünftel der Tweets die Ortsangaben auf den Häuserblock genau ermittelt werden. Dazu untersuchten die Forscher 15 Millionen Tweets in einer Woche. Doch nicht nur Ortsangaben will Weidemann herausfinden, sondern aus dem Kontext auch erschließen können, ob es sich um den Wohnort oder den Arbeitsplatz handelt.

  • Eine Abfrage eines Twitter-Kontos und nach Geodaten (Bild: Golem.de)
  • Die Webseite Geosocial Footprint zeigt das Risiko der Standortbestimmung durch Tweets.
Die Webseite Geosocial Footprint zeigt das Risiko der Standortbestimmung durch Tweets.
Stellenmarkt
  1. Service Manager Windows Serversysteme (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Wolfsburg, Dresden, Ingolstadt, Leinfelden-Echterdingen
  2. Mathematiker in der iGaming Branche (w/m/d)
    Gamomat Development GmbH, Berlin
Detailsuche

Dazu analysiert die von ihm entwickelte Software Twitter2GIS die letzten 200 Tweets eines Kontos und die über Twitter darüber verfügbaren Metadaten, wie Profilangaben, Zeitzone und Sprache. In einem kleinen Selbstversuch klappte das mit unseren Twitter-Konten (@golem und @prometoys) nicht, obwohl dort auch Städtenamen und Veranstaltungsorte genannt werden.

Risiken durch die Standortbestimmung

Erkennt Geosocial Footprint aber Geodaten, zeigt es diese in einer Karte als sogenannte Heatmaps. Zudem benennt die Seite besondere Problemfälle, wie einen identifizierten Arbeitsplatz, und weist ein Risiko-Level aus. Auch mit welchen Verfahren die Ortsangaben ermittelt wurden, ist dort übersichtlich aufgeführt. Zuletzt gibt die Seite Empfehlungen, wie man seine Privatsphäre verbessern kann und verlinkt auf weitergehende Informationen.

Chris Weidemann geht es darum, bei den Benutzern Bewusstsein für die veröffentlichten Daten zu schaffen. Die Seite könnte zwar auch von Kriminellen missbraucht werden, gesteht Weidemann ein, aber sein Ziel sei es, die Nutzer mit seinem Webangebot aufzuklären. Er hofft, dass sie dann vorsichtiger mit dem sind, was sie veröffentlichen. Die Software soll in den nächsten Wochen verbessert werden und unter anderem den Kontext von Tweets erkennen. Vielleicht ist dann auch die Spurensuche außerhalb der USA zuverlässiger.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
600 Millionen Euro
Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen

Das SEM 80/90 mit 16 KBit/s wird exakt nachgebaut, zum Stückpreis von rund 20.000 Euro. Das Retrogerät geht für die Bundeswehr in Serie.

600 Millionen Euro: Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen
Artikel
  1. Foundation bei Apple TV+: Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt
    Foundation bei Apple TV+
    Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt

    Gegen die Welt von Asimovs Foundation-Trilogie wirkt Game of Thrones überschaubar. Apple hat mit einem enormen Budget eine enorme Science-Fiction-Serie geschaffen.
    Eine Rezension von Peter Osteried

  2. Amtlicher Energiekostenvergleich: Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom
    Amtlicher Energiekostenvergleich
    Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom

    Vom 1. Oktober an müssen große Tankstellen einen Energiekostenvergleich aushängen. Dabei schneiden Elektroautos derzeit am besten ab.

  3. Staatliche Hacker: Stasi hörte seit 1975 Autotelefone in West-Berlin ab
    Staatliche Hacker
    Stasi hörte seit 1975 Autotelefone in West-Berlin ab

    Das B-Netz der Deutschen Bundespost wurde spätestens seit 1975 von der DDR-Staatssicherheit abgehört.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Alternate (u. a. DeepCool Matrexx 55 V3 ADD-RGB WH 49,98€) • Thunder X3 TC5 145,89€ • Toshiba Canvio Desktop 6 TB ab 99€ • Samsung 970 EVO Plus 2 TB 208,48€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • WISO Steuer-Start 2021 10,39€ • Samsung Odyssey G7 499€ [Werbung]
    •  /