Eine Mondbasis ist keine Science-Fiction mehr
Während es in niedriger Erdumlaufbahn – also ungefähr auf einer Höhe von 200 bis 2.000 km – und ferner zwischen Mond und Erde längst zu Provokationen kommt, bleibt der Mond im Moment noch ein Ziel für die Zukunft.
Dort interessiert die Großmächte vor allem die ressourcenreiche Südpolregion, an der sie am ehesten eine dauerhafte Präsenz errichten könnten. Denn auch der Mond ist nicht mehr nur symbolisches Ziel. Eine Mondbasis, wie das US-amerikanische Project Horizon von 1959(öffnet im neuen Fenster), gilt heute nicht mehr als vollkommen unrealisierbar – obwohl noch viele Herausforderungen bleiben.
Der Weltraum war schon immer militärisch
Krieg durch und mit dem Weltraum sei erst einmal "nichts Neues", sagt Antje Nötzold. Sie ist Senior Researcher an der Universität der Bundeswehr in München und lehrt mit Schwerpunkt auf strategischem Wettbewerb und Astropolitik an der Professur für Internationale Politik der TU Chemnitz.
Nötzold führt aus: Krieg durch den Weltraum bedeute, dass Militärs Systeme entwickeln, die im All die Fähigkeiten des Gegners stören oder zerstören können. Von Krieg mit dem Weltraum spreche man, wenn Weltraumsysteme die Kriegsführung auf der Erde unterstützen.
Für die USA, Russland und neuerdings China, sagt Nötzold, sei der Weltraum seit jeher strategisch. Aus heutiger Sicht möge das zwar nicht so scheinen, aber "die ganze Erschließung des Weltraums" in den 1950er und 60er Jahren, hätten die damaligen Großmächte zuerst "militärisch gedacht.".
Selbst bei der Mondlandung, meint Arne Sönnichsen, sei es "einzig um die nationale Sicherheit" gegangen. Der Wissenschaftliche Berater am Institut für qualifizierende Innovationsforschung und Beratung (IQIB) koordiniert das Forschungsnetzwerk Sicherheit, Technologie, Weltraum (SichTRaum). Entdeckerische und wissenschaftliche Motive für Flüge ins All, sagt er, hätten die Großmächte "nur vorgeschoben", um die astronomischen Ausgaben gegenüber der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.
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