Geolock: Netflix erschwert Nutzung von VPNs durch feste DNS

Über die Weihnachtsfeiertage hat Netflix eine neue Version seiner Android-App verteilt, welche die Nutzung von Accounts anderer Länder erschwert. Es war bisher ein beliebter Trick, sich über einen VPN-Dienst beispielsweise als in den USA befindlich auszugeben, um einen Account zu erstellen, der auf das US-Angebot des Streamingdienstes zugreifen kann. Wegen geografisch unterschiedlicher Lizenzlage bieten Netflix und andere Dienste nicht in allen Ländern die gleichen Inhalte an.
Wie zahlreiche Nutzer auf Reddit berichten,(öffnet im neuen Fenster) sind in der aktuellen App die DNS von Google fest eingetragen. Auch wenn man in den Netzwerkeinstellungen von Android oder seinem Router andere Namensserver eingetragen hat, greift die App beim Starten eines Films wieder auf die Google-Server zu. Dadurch erscheint dann eine Fehlermeldung, die den wahren Standort des Anwenders verrät und angibt, der Inhalt sei für ihn nicht verfügbar.
Mindestens ab der Version 3.7.2 der Android-App nutzt Netflix das Verfahren. Der VPN-Provider Unotelly rät(öffnet im neuen Fenster) daher als eine Abhilfe, die Version 3.7.1 zu verwenden. Bei Routern, die mit DD-WRT, Tomato oder OpenWRT arbeiten, kann der Zugriff auf die Google-Server auch auf andere Adressen umgeleitet werden. Auch der beliebte Service Unblock Us hat die Maßnahmen von Netflix bereits bestätigt. In seinem Support-Forum beschreibt(öffnet im neuen Fenster) der Dienst aber auch, wie sich die DNS-Zugriffe umgehen lassen.
Warum Netflix zu diesen Maßnahmen gegriffen hat und ob weitere Geräte wie SmartTVs und Konsolen betroffen sind, ist derzeit noch nicht bekannt. Es ist in der Streamingbranche seit langem bekannt, dass die VPN-Zugriffe vor allem bei den Rechteinhabern sehr unbeliebt sind. Auch die Streaminganbieter selbst sind zunehmend darauf angewiesen, mit Ankündigungen von beliebten Filmen und Serien in den jeweiligen Regionen neue Kundschaft zu gewinnen.