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Wetterveränderung durch Solaranlagen

Das Aufstellen von Windkraft- und Solaranlagen könne eine Veränderung des Klimas in der Sahara und in der Sahelzone bewirken, berechneten Wissenschaftler um Yan Li von der University of Illinois vor einigen Jahren: Die Anlagen könnten dazu beitragen, dass es dort mehr regnet.

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Durch die dunkle Oberfläche der Solaranlagen erwärme sich die Luft, die dadurch höher in die Atmosphäre aufsteige. Den Effekt der aufsteigenden Luft werde durch die sich drehenden Windräder verstärkt, schrieb das Team in der Fachzeitschrift Science. Gelangten die Luftmassen in größere Höhen, kühlten sie sich ab. Die darin enthaltene Feuchtigkeit kondensiere und werde zu Regen.

Allerdings hat die Studie einen Schönheitsfehler: Das Team geht davon aus, dass die gesamte Sahara mit den Anlagen zugebaut werden soll. Die Gesamtleistung läge dann bei etwa 79 Terawatt. Das ist deutlich mehr als globale Bedarf. Der Hamburger Geowissenschaftler Martin Claußen kritisierte jedoch in einer Stellungnahme, dass das Team "soziologische, ökonomische und rechtliche Aspekte ausblendet".

Die Studie ist rein akademisch

Die Studie lasse etwa die Bedürfnisse der Tuareg außer Acht, die in der Sahara lebten. Auch die sozialen und politischen Probleme in der Sahelzone wie Armut, enormes Bevölkerungswachstum und Konflikte würden darin nicht berücksichtigt. "Mit anderen Worten: Der Aufsatz von Li und anderen ist eine rein akademische Studie", resümierte Claußen.

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Zu einer Flutung einer Senke in Afrika könnte es dennoch in wenigen Jahren kommen: Eine der großen Senken ist das Afar-Dreieck in Ostafrika, das Teil des Ostafrikanische Grabens ist. Hier driften die Afrikanische und die Arabische Erdplatte auseinander. Auf lange Sicht bricht der Kontinent dort auseinander.

Vor einigen Jahren verzeichneten Wissenschaftler starke geologische Aktivitäten. 2005 riss der Boden dort auf einer Länge von 60 Kilometern auf. Weitere Risse entstanden in den folgenden Jahre, teilweise bis zu 8 Meter breit. Knapp zwei Dutzend unterirdische Vulkanausbrüche wurden registriert.

Inzwischen habe sich die Aktivität wieder normalisiert, sagte Cynthia Ebinger, Geologin und Expertin für die Region dem US-Technikmagazin Popular Mechanics. Solche Episoden könnten sich aber in Abständen von 50 bis 100 Jahren wiederholen.

Die Senke trennt nur eine 25 Meter flache Hügelkette vom Roten Meer. Verschwindet diese Barriere, könnte sich die Afar-Senke füllen wie einst das Mittelmeer.

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