Geoengineering: Diamantenstaub zur Kühlung des Planeten
Eine internationale Forschungsgruppe hat in einer Modellstudie untersucht(öffnet im neuen Fenster) , ob Diamantenstaub die Erde abkühlen kann. Ein Ergebnis: Wenn jährlich fünf Millionen Tonnen Diamantenstaub in die Stratosphäre gebracht würden, könnte dies die Temperatur der Erde um 1,6 °Celsius senken.
Das würde jedoch bis zum Ende des Jahrhunderts etwa 175 Billionen US-Dollar kosten, wenn der Diamantenstaub über einen Zeitraum von 2035 bis 2100 zum Einsatz kommen sollte. Mit etwa 500.000 US-Dollar pro Tonne wäre synthetischer Diamantstaub 2.400-mal teurer als Schwefelpartikel, lautete ein Forschungsergebnis aus dem Jahr 2020.
Der Gesundheitsreport zur Erde zeigte bereits, dass die meisten kritischen Kipppunkte, die zur Erwärmung des Planeten führen, erreicht wurden. Eine Gegenmaßnahme könnte das sogenannte Geoengineering sein , das allerdings umstritten ist, da die Folgen der Maßnahmen zur Absenkung der globalen Temperatur nicht absehbar sind.
Diamantenstaub am besten geeignet, aber am teuersten
Die Forscher untersuchten derweil nicht nur die Verwendung von Diamantenstaub. Auch die Auswirkungen von beispielsweise Schwefeldioxid, Aluminium und Calcit (dem Hauptbestandteil von Kalkstein) gehörten zur Forschung. Das Team analysierte die Auswirkungen auf das Klima für jedes dieser Partikel, wobei jede Simulation trotz des Einsatzes eines Supercomputers mehr als eine Woche in Anspruch nahm.
Der Diamantenstaub konnte die Sonnenstrahlung am besten reflektieren und blieb dabei sogar in der Luft, ohne zu verklumpen. Anders als etwa Schwefel käme der Diamantenstaub auch nicht als saurer Regen zurück auf die Erdoberfläche.
Neben den hohen Kosten würde auch die Steigerung der Produktion synthetischer Diamanten zur Herausforderung. Erst dann könnten die gemahlenen Edelsteine mit einem Flugzeug in großer Höhe über der Stratosphäre verstreut werden.
Zu den Studien
Die Studie wurde am 7. Oktober 2024 in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht: Microphysical Interactions Determine the Effectiveness of Solar Radiation Modification via Stratospheric Solid Particle Injection(öffnet im neuen Fenster) (Mikrophysikalische Wechselwirkungen bestimmen die Wirksamkeit der Modifizierung der Sonneneinstrahlung durch Injektion fester Partikel in die Stratosphäre).
Die zweite Studie wurde am 19. Oktober 2020 in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlicht: The cost of stratospheric aerosol injection through 2100(öffnet im neuen Fenster) (Die Kosten der Stratosphären-Aerosol-Injektion bis 2100).
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