Gentechnik: Kickstarter verhindert Weitergabe leuchtender Pflanzen

Die Betreiber der Crowdfunding-Plattform Kickstarter haben die Weitergabe von gentechnisch veränderten Pflanzen als Belohnung eines erfolgreich finanzierten Projektes verhindert. Das Projekt sei zwar cool, aber die Weitergabe von gentechnisch veränderten Pflanzen sei zu heikel, erklärte Kickstarter.

Artikel veröffentlicht am ,
Glowing Plant Project: Standpunkt der wissenschaftlichen Community
Glowing Plant Project: Standpunkt der wissenschaftlichen Community (Bild: Glowing Plant Project/Screenshot: Golem.de)

Leuchtende Pflanzen, die Straßenlaternen ersetzen - das war das Ziel eines Kickstarter-Projekts vor einigen Monaten. Es war überaus erfolgreich: Statt der intendierten 65.000 US-Dollar bekamen die Initiatoren 480.000 US-Dollar. Jetzt hat Kickstarter die Auslieferung der Leuchtpflanzen jedoch kurzfristig gestoppt.

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Die über 8.400 Unterstützer werden keine leuchtenden Pflanzen bekommen. Kickstarter veränderte in der vergangenen Woche die Geschäftsbedingungen. Die neuen Regeln verbieten es den Leitern des Projekts Glowing Plants, ihre genetisch veränderten Organismen (englisch: genetically modified organisms, GMOs) an die Spender abzugeben. Im Gespräch mit dem US-Techniknachrichtendienst The Verge hat sich Yancey Strickler, einer der Gründer der Crowdfunding-Plattform, zu der Entscheidung geäußert.

Viel Aufsehen

Das Projekt habe viel Aufsehen erregt, erzählt Strickler. Es habe eine wissenschaftliche Kontroverse darüber gegeben, dass über Kickstarter GMOs an die Öffentlichkeit weitergegeben werden sollten. "Das war Neuland für uns, und wir haben die Debatte sehr genau verfolgt." Um sie besser zu verstehen, hätten sie Forscher und Biohacker um Stellungnahmen zu diesem Thema gebeten.

Es habe sich gezeigt, dass die Wissenschaftler kein Konzept dafür haben, unter welchen Bedingungen GMOs in die Natur ausgebracht werden sollen. "Die wissenschaftliche Community debattiert immer noch darüber. Das ist eine komplizierte Sache", sagte Strickler. "Wir geben nur den Standpunkt der wissenschaftlichen Community wieder, wie wir sie verstehen."

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Die Idee der Forscher um Antony Evans war, Schaumkresse dazu zu bringen, die für Biolumineszenz nötigen Enzyme zu bilden und zu leuchten. Die Gene, die dafür nötig sind, stammen von Leuchtkäfern. Sie beteuerten, dass das Projekt ungefährlich sei.

Eng gefasste Regel

Die Kickstarter-Betreiber wollten dennoch kein Risiko eingehen und entschlossen sich deshalb, die Bedingungen zu ändern. "Nach langer Überlegung hatten wir das Gefühl, es sei das Klügste, eine eng gefasste Regel zu schaffen, die den am meisten diskutierten Punkt abdeckt: Unterstützern als Belohnung gentechnisch veränderte Organismen anzubieten", sagte Strickler.

Er betonte gleichzeitig, dass sich die Regel nicht gegen Biohacking im Allgemeinen richte. Sie sei auch nicht als Bewertung des Projekts zu verstehen: Glowing Plants sei "ein cooles Projekt". Aber als Betreiber einer Plattform wie Kickstarter müssten sie einen breiteren Blickwinkel haben. Die Richtlinien seien aber nicht fix, sondern würden den immer neuen Nutzungen der Plattform angepasst. "Wir werden die Debatte weiterhin verfolgen und genau im Blick behalten, wohin sie sich entwickelt. Wenn sich eine bewährte Vorgehensweise ergibt, werden wir uns das genau anschauen und überlegen, wie sie zu Kickstarter passt."

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tundracomp 11. Aug 2013

Als ich mir das Projekt vor ein paar Monaten angeschaut habe (Ich wollte auch so ein Ding...

TC 09. Aug 2013

wie immer

x2k 09. Aug 2013

Das mit den Eichhörnchen war auch nur ein Scherz in einer Fernsehserie. Die leucht...

Natchil 09. Aug 2013

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