Genomics X-Prize: X-Prize-Foundation sagt Genwettbewerb ab

Der Genomics X-Prize findet nicht statt. Noch vor dem Start habe die Entwicklung die Ausschreibung überholt, erklärt die X-Prize-Foundation und hat den Wettbewerb um die Sequenzierung des menschlichen Erbgutes eingestellt. Nicht alle finden das gut.

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Peter Diamandis, Vorsitzender der X-Prize Foundation (auf der CES 2012): Scheitern gehört zum Programm
Peter Diamandis, Vorsitzender der X-Prize Foundation (auf der CES 2012): Scheitern gehört zum Programm (Bild: Kevork Djansezian/Getty Images)

Die X-Prize-Foundation hat einen ihrer aktuellen Wettbewerbe abgesagt: Der Genomics X-Prize findet nicht statt. Er sei von der Entwicklung eingeholt worden. Es ist das erste Mal, dass die Stiftung einen Wettbewerb beendet.

Ziel des mit 10 Millionen US-Dollar dotierten Wettbewerbs war eine schnelle und günstige Sequenzierung des menschlichen Erbgutes: Die Teilnehmer sollten 100 Chromosomensätze in 30 Tagen entschlüsseln. Eine Sequenzierung hätte dabei nicht mehr als 1.000 US-Dollar kosten dürfen. Die Fehlerquote war auf einen Fehler pro eine Million Basenpaare festgesetzt. Das zu entschlüsselnde Erbgut stammte von 100 Personen mit einem Alter von 100 Jahren und mehr.

Von der Entwicklung überholt

Die Sequenzierung werde immer schneller und immer günstiger. "Heutzutage können Unternehmen das für weniger als 5.000 US-Dollar in ein paar Tagen oder noch schneller machen - und sie nähern sich schnell den Zielen, die wir für den Wettbewerb gesetzt haben", schreibt Peter Diamandis in einem Beitrag in der Huffington Post. Der Genomics X-Prize sei von der Entwicklung überholt worden, sagte der Vorsitzende der X-Prize-Foundation. "Deshalb haben wir uns entschlossen, zum ersten Mal einen X-Prize zu streichen."

Die aktuelle Ausschreibung stammt aus dem Jahr 2011. Es war aber schon eine Neuausschreibung. Erstmals hatte die X-Prize-Foundation 2006 einen Wettbewerb für die Sequenzierung des menschlichen Erbgutes ausgerufen. Seinerzeit lautete die Aufgabe, 100 Chromosomensätze in zehn Tagen zu entschlüsseln, wobei eine Sequenzierung nicht mehr als 10.000 US-Dollar kosten durfte.

Kritik von Craig Venter

Craig Venter, der den Wettbewerb erdacht hat, ist allerdings unzufrieden mit der Entwicklung auf dem Gebiet der Entschlüsselung des Erbgutes. Zwar ist diese inzwischen schnell und günstig geworden. Das Interesse an den Zielen, was die Genauigkeit angehe, sei aber gering, sagte der US-Biochemiker dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist. Tatsächlich haben sich nur zwei Teams angemeldet.

Die Genom-Sequenzierungsbranche macht laut New Scientist jedes Jahr Milliardenumsätze. Da sei ein Preisgeld von 10 Millionen US-Dollar nicht sehr attraktiv. Venter hält eine Konzentration auf Schnelligkeit und geringen Preis auf Kosten der Genauigkeit für eine Fehlentwicklung. In Zukunft soll die Entschlüsselung des Erbgutes für die medizinische Diagnose dienen. Dann sei eine geringe Fehlerquote von höchster Bedeutung. Insofern hält er die Entwicklung in der Branche für "absolut falsch". Venter hat 2000 als Erster das menschliche Genom entschlüsselt.

Scheitern sei kein Problem, es gehöre zum X-Prize dazu, sagt Diamandis. "Wenn wir einen X-Prize ausloben, dann geschieht das mit der Einsicht, dass die Ziele nicht erreicht werden - entweder, weil die Latte zu hoch ist oder weil wir sie nicht hoch genug gelegt haben." Normalerweise seien die Wettbewerbe aber so angelegt, dass die meisten Teilnehmer an den Zielen scheitern.

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