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Genial automatisiert: Claude Cowork im Test

Der Desktop-Agent Claude Cowork verspricht echte Systemautomatisierung. Unser Praxistest zeigt: Die Technik beeindruckt, doch das Tool ist noch risikobehaftet.
/ Michael Linden
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Claude Cowork macht seine Sache gut, ist aber unsicher. (Bild: Anthropic)
Claude Cowork macht seine Sache gut, ist aber unsicher. Bild: Anthropic
Inhalt
  1. Genial automatisiert: Claude Cowork im Test
  2. Performance-Charakteristika und Limitierungen
  3. Das Prompt-Injection-Problem: Fundamentales Sicherheitsrisiko

Anthropic hat Mitte Januar mit Claude Cowork einen Desktop-Agenten , der die Lücke zwischen KI-Chatbots und echter Systemautomatisierung schließen soll. Anders als bisherige KI-Tools erhält Cowork direkten Dateisystem-Zugriff und kann eigenständig Software bedienen. Nun steht das Tool auch Abonnenten von Claude Pro zur Verfügung.

Technische Architektur: Clever gelöst, aber MacOS-exklusiv

Cowork basiert auf dem Claude Agent SDK und läuft in einer isolierten Linux-VM via Apples VZVirtualmachine-Framework. Diese Architekturentscheidung verdient Anerkennung: Statt nativem Systemzugriff gewährt Anthropic dem Agenten eine kontrollierte Sandbox-Umgebung.

Die Implementierung erlaubt Cowork, über eine dedizierte Ordnerfreigabe auf Dateien zuzugreifen, während sensible Systembereiche geschützt bleiben. Der Agent kann Python-Scripts ausführen, Browser-Automatisierung via Playwright durchführen und Office-Dateien manipulieren – alles innerhalb der VM-Grenzen.

Problematisch: Die Abhängigkeit von Apples Virtualisierungs-Framework macht Cowork zur MacOS-exklusiven Lösung. Windows-Support ist laut Anthropic "in Planung" , ein konkreter Zeitplan fehlt jedoch.

Bemerkenswert ist die Entwicklungsgeschwindigkeit: Laut Anthropic entstand das Tool in zehn Tagen durch vier Ingenieure – überwiegend mithilfe von Claude Code. Das wirft Fragen zur Codequalität und Test-Coverage auf, die sich in der Praxis teilweise bestätigen.

Funktionsumfang: Vom CSV-Parsing zur Präsentationserstellung

Wir haben mit dem Tool CSV-Dateien ausgewertet, die in einem Ordner lagen, fanden Einträge, die den Import in Excel verhinderten, weil mehrere Kommata fehlten. Die reparierte Datei konnte dann problemlos eingelesen werden.

Wir ließen auch Ordner anlegen, die mit Textdateien gefüllt wurden, die Shakespeare-Sonette enthielten. Die Dateinamen sollte Claude Cowork dem Inhalt nach umbenennen. In einem anderen Test sollten Bilddateinamen auf Basis des Bildinhaltes erzeugt werden. Als nächstes war die Aufgabe, unstrukturierte Sammlungen aus Textnotizen und Word-Dokumenten zu einer Powerpoint-Präsentation zusammenzubauen, wobei das Design vereinheitlicht wurde.


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