Genforschung: US-Forscher stellen Stammzellen künstlich her

Mit der Methode, mit der in den 1990er Jahren das Klonschaf Dolly hergestellt wurde, haben Forscher in den USA embryonale Stammzellen aus Hautzellen gewonnen. Von einer Stammzellentherapie seien sie aber noch weit entfernt, sagen die Forscher.

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Eizelle mit eingesetzen Zellkern aus der Hautzelle: Erfolgsfaktor Metastadium
Eizelle mit eingesetzen Zellkern aus der Hautzelle: Erfolgsfaktor Metastadium (Bild: OHSU)

Forscher in den USA haben erstmals embryonale Stammzellen künstlich hergestellt. Mit Hilfe eines Klonverfahrens funktionierten sie Hautzellen zu Stammzellen um. Stammzellen sollen in der regenerativen Medizin eingesetzt werden,

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Basis für die Herstellung der Stammzellen waren eine unbefruchtete menschliche Eizelle sowie Hautzellen. Die Forscher um Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health & Science University in Portland entfernten zunächst das Erbgut aus der Eizelle. Dann entnahmen sie einer Hautzelle den Zellkern und setzten diesen in die Eizelle ein. Die Eizelle entwickelte sich weiter zu einer Blastozyste, aus der embryonale Stammzellen entnommen werden.

Geklontes Schaf

Das Verfahren, das Mitalipov und seine Kollegen angewendete haben, nennt sich somatischer Zellkerntransfer. Mit Hilfe dieses Verfahrens hatten Forscher in Schottland 1996 das Schaf Dolly geklont.

Die auf diese Weise gewonnenen Stammzellen hätten sich in verschiedene Gewebetypen umwandeln lassen, darunter Nerven-, Leber- und Herzzellen. Ihnen sei damit "ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung von Zellen, die in der regenerativen Medizin verwendet werden können", gelungen, sagte Mitalipov, schränkte aber ein, dass "für eine sichere und effektive Stammzellentherapie" noch viel Forschungsarbeit nötig sei. Die Forscher stellen ihre Arbeit in der Fachzeitschrift Cell vor.

Keine Abstoßung

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Stammzellen können im Körper in einen beliebigen Zelltypus transformiert werden. Sie sollen genutzt werden, um Gewebe, das durch Krankheit oder Verletzung geschädigt oder zerstört wurde, zu ersetzen. Auf diese Weise wollen Mediziner beispielsweise die Parkinsonsche Krankheit, Herzkrankheiten, Rückenmarksverletzungen oder Multiple Sklerose behandeln. Der Vorteil der Stammzellentherapie: Wenn das Gewebe mit dem genetischen Material des Patienten aus Stammzellen hergestellt wird, ist keine Abstoßung zu befürchten.

Bislang werden die Stammzellen aus menschlichen Embryonen gewonnen. Das ist aber aus ethischen Gründen umstritten. Das Verfahren der Forscher aus Oregon hingegen benötigt nach deren Angaben keinen befruchteten Embryo.

Empfindliche Eizellen

Stammzellen aus menschlichen Eizellen zu gewinnen, war bislang gescheitert. Die Gruppe hatte das Verfahren 2007 bereits erfolgreich mit Hautzellen von Affen durchgeführt, dann aber festgestellt, dass es sich nicht einfach auf menschliche Eizellen übertragen lasse. Diese seien offensichtlich empfindlicher als die anderer Arten.

Der Schlüssel zum Erfolg sei gewesen, dass die Eizelle beim Zellkerntransfer in der Metaphase, einem bestimmen Stadium der Zellteilung verbleibe. Die Forscher hatten die Eizelle künstlich in der Metaphase gehalten. Dadurch habe sich die Zelle weiterentwickelt und schließlich Stammzellen produziert. Bei vorherigen Versuchen war der Entwicklungsprozess zu früh abgebrochen worden.

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