Abo
  • Services:

Genetische Ferndiagnose: 23andme soll seine Dienste sofort einstellen

23andme muss seinen genetischen Diagnosedienst einstellen. Das hat die US-Behörde FDA in einem geharnischten Schreiben an die Biotechnologiefirma veranlasst. Das Verfahren sei noch nicht zugelassen und könnte auch körperliche Schäden bei Käufern verursachen.

Artikel veröffentlicht am ,
23andme bekommt wegen der fehlenden Zulassung Probleme mit der FDA.
23andme bekommt wegen der fehlenden Zulassung Probleme mit der FDA. (Bild: 23andme)

Die Biotechnologiefirma 23andme hat Ärger mit der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde (Food and Drug Administration, FDA) der USA. Seit fünf Jahren verkauft 23andme seinen genetischen Diagnosedienst, der noch nicht vollständig zugelassen ist. Der Brief der FDA untersagt ab sofort den Verkauf des Speichelprobentests (Saliva Collection Kit) und stoppt den Diagnosedienst Personal Genome Service (PGS). Bislang hat 23andme allerdings nur verhalten reagiert.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Frankfurt am Main
  2. Bosch Gruppe, Ludwigsburg

Durch Fehldiagnosen könnte den Nutzern des Dienstes körperlicher Schaden entstehen, heißt es in der Begründung der FDA. 23andme werbe beispielsweise damit, dass die Firma eine genetische Risikoanalyse für Brustkrebs anbiete. Es werde unter anderem nach dem Brustkrebsgen 1 (BRCA1) gesucht. Sollte die Diagnose durch 23andme aber falsch sein, könnte es dazu führen, dass sich eine Patientin unnötig einer Operation unterziehe, kritisiert die FDA. Auch eine Selbstdiagnose auf mögliches Ansprechen auf eine Arzneimitteltherapie könne dazu führen, dass Patienten selbst die Dosierung bestimmten und damit die Therapiewirkung herab- oder sogar aussetzten.

Kein Nachweis über klinische Tests

Inzwischen wirbt 23andme damit, über 254 Krankheiten durch seine Gentests erkennen zu können. Dafür müsse das Unternehmen nach dem US-Gesetz über Lebensmittel, Chemikalien und Kosmetikartikel eine Zulassung erhalten. Dafür seien Tests notwendig, die bislang noch nicht abgeschlossen seien. Außerdem muss 23andme ausführlich über die Risiken seiner Diagnosen aufklären. Auch das sei seit 2009 noch nicht geschehen, schreibt die FDA. In einer vorläufig letzten Mitteilung im Januar 2013 habe 23andme noch versichert, dass die bereits vorgenommenen Tests eine letzte Gültigkeitsprüfung durchlaufen würden. Die Studien zur Gefahrenkennzeichnung würden sich noch monatelang hinziehen, teilte 23andme der FDA mit. Seitdem habe sich das Unternehmen nicht mehr gemeldet, obwohl die FDA laut eigenen Angaben 23andme unterstützt habe. Dem Ton des Briefs in anzumerken, dass der Behörde der Kragen geplatzt ist.

In einer kurzen Mitteilung gibt 23andme zu, dass das Unternehmen nicht zeitgerecht auf die Aufforderungen der FDA reagiert habe. Das Unternehmen wolle schnell auf die Kritik reagieren. Von einem Verkaufsstopp seiner Dienste ist aber nicht die Rede.

Wie eine durch Algorithmen bedingte Fehldiagnose Patienten verunsichern kann, zeigt auch die Geschichte des Programmierers Lukas Hartmann. Bei ihm diagnostizierte der DNA-Test von 23andme die lebensbedrohliche Krankheit Gliedergürteldystrophie. Hartmann zweifelte das Ergebnis an und diagnostizierte stattdessen einen Fehler in einem Analysealgorithmus. Er erhielt eine Entschuldigung von 23andme.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 54,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 14.11.)
  2. 14,99€
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 05.10.)
  4. (-70%) 5,99€

Bouncy 27. Nov 2013

Also das kann ich kaum glauben, immerhin sind die prognostizierten Erkrankungen allesamt...

TC 27. Nov 2013

aber dann wenigstens noch den ermitteltem IQ! ^^

HerrMannelig 26. Nov 2013

Ich finde das ganze auch Quatsch und manch einer steigert sich zu schnell in etwas rein...

superduper 26. Nov 2013

Ich hatte noch vor dessen Dienste in Anspruch zu nehmen...

caldeum 26. Nov 2013

"Sollte die Diagnose durch 23andme aber falsch sein, könnte es dazu führen, dass sich...


Folgen Sie uns
       


BMW stellt seinen Formel-E-Rennwagen vor - Bericht

BMW setzt auf elektrischen Motorsport: Die Münchener treten als zweiter deutscher Autohersteller in der Rennserie Formel E an. BMW hat in München das Fahrzeug für die Saison 2018/19 vorgestellt.

BMW stellt seinen Formel-E-Rennwagen vor - Bericht Video aufrufen
Oldtimer-Rakete: Ein Satellit noch - dann ist Schluss
Oldtimer-Rakete
Ein Satellit noch - dann ist Schluss

Ursprünglich sollte sie Atombomben auf Moskau schießen, dann kam sie in die Raumfahrt. Die Delta-II-Rakete hat am Samstag ihren letzten Flug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Stratolaunch Riesenflugzeug bekommt eigene Raketen
  2. Chang'e 4 China stellt neuen Mondrover vor
  3. Raumfahrt Cubesats sollen unhackbar werden

Grafikkarten: Das kann Nvidias Turing-Architektur
Grafikkarten
Das kann Nvidias Turing-Architektur

Zwei Jahre nach Pascal folgt Turing: Die GPU-Architektur führt Tensor-Cores und RT-Kerne für Spieler ein. Die Geforce RTX haben mächtige Shader-Einheiten, große Caches sowie GDDR6-Videospeicher für Raytracing, für Deep-Learning-Kantenglättung und für mehr Leistung.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Tesla T4 Nvidia bringt Googles Cloud auf Turing
  2. Battlefield 5 mit Raytracing Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX 2080 rechnet 50 Prozent schneller

iPhone Xs, Xs Max und Xr: Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?
iPhone Xs, Xs Max und Xr
Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?

Apples neue iPhones haben neben dem Nano-SIM-Slot eine eingebaute eSIM, womit der Konzern erstmals eine Dual-SIM-Lösung in seinen Smartphones realisiert. Die Auswahl an Netzanbietern, die eSIMs unterstützen, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber eingeschränkt - ein Überblick.
Von Tobias Költzsch

  1. Apple Das iPhone Xr macht's billiger und bunter
  2. Apple iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht
  3. Apple iPhones sollen Stiftunterstützung erhalten

    •  /