Genergo: Schub im Weltraum ohne Treibstoff
Satelliten benötigen für ihren Betrieb im Weltraum normalerweise Treibstoff. Doch das italienische Unternehmen Genergo hat ein Raumfahrtantriebssystem gebaut, das ohne auskommt, und dies bereits bei drei Weltraumflügen getestet und validiert(öffnet im neuen Fenster) .
Insgesamt befand sich die Technik über 700 Stunden im Orbit, und zwar in einem Zeitraum von 2022 bis 2023. Dorthin gelangte sie mit den Transporter-Rideshare-Kampagnen von SpaceX. Erstmals stellte Genergo nun seine Antriebstechnologie vor.
Es handelt sich um ein elektromagnetisches System, das durch ein Portfolio internationaler Patente geschützt ist. Bei den Orbitalmanövern hielten die mit dem Antriebssystem ausgestatteten Satelliten ihre Position und ließen sich in einigen Fällen am Ende ihrer Lebensdauer zum Wiedereintritt in die Atmosphäre steuern.
Elektromagnetische Impulse zur Schuberzeugung
Das System nutzt elektrische Energie zur Erzeugung kontrollierter elektromagnetischer Impulse und wandelt diese direkt in Schub um. Laut Genergo "handelt es sich um das weltweit erste Raumfahrtantriebssystem, das ohne Treibstoff betrieben werden kann, fluggetestet und im Orbit validiert ist und eine klare Abkehr von den aktuellen Standards darstellt" .
Zudem ist die Technologie skalierbar und benötigt nur wenig Energie. Sie verwendet keine gefährlichen oder giftigen Materialien, erfordert keine Unterbringung von Druckkomponenten an Bord und birgt kein Risiko einer Kontamination der Weltraumumgebung – weder während des Betriebs noch beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.
Damit ist das System nicht nur nachhaltiger als gängige Technik, es ist auch leichter als die Konkurrenz. Denn nicht nur der mitgeführte Treibstoff erhöht das Volumen und Gewicht der Satelliten, auch die erforderliche Hardware wie Drucktanks, Steuerventile und Zufuhrleitungen trägt zum Gewicht bei.
In den letzten zwei Jahren wurden neben Datenanalysen und Charakterisierungsaktivitäten mehrere Aktivierungszyklen im Orbit durchgeführt. Genergo plant weitere Tests, um die Technologie weiter zu erproben. Die bisher von den fluggetesteten Prototypen erzielte Leistung entspricht laut dem Unternehmen bereits den Marktanforderungen für bestimmte Missionsprofile.
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