• IT-Karriere:
  • Services:

Generationenübergreifend arbeiten: Bloß nicht streiten

Passen Generation Silberlocke und Generation Social Media in ein IT-Team? Ganz klar: ja! Wenn sie ihr Wissen teilen, kommt am Ende sogar Besseres heraus. Entscheidend ist die gleiche Wertschätzung beider Altersgruppen und keine Konflikte in den altersgemischten Teams.

Artikel von Peter Ilg veröffentlicht am
Sven Bernhardt (31) und Detleff Hillecke (63) bilden bei Consist Software Solutions ein gutes Team.
Sven Bernhardt (31) und Detleff Hillecke (63) bilden bei Consist Software Solutions ein gutes Team. (Bild: Consist Software Solutions GmbH)

Detleff Hillecke hat vor vier Jahren seinen Job gewechselt, mit 63. "Es war überhaupt nicht schwer, eine Stelle zu finden, weil mein Wissen um alte IT-Systeme für Großrechner sehr gefragt ist", sagt der heute 67-Jährige. Hillecke hat Informatik studiert, war viele Jahre Freiberufler und will jetzt noch zwei Jahre arbeiten, um die Rente aufzubessern. Er arbeitet bei Consist Software Solutions in Kiel in einem altersgemischten Team. Von solchen Gruppen können Unternehmen stark profitieren. Allerdings kann auch genau das Gegenteil passieren, wenn Alt und Jung nicht miteinander klarkommen.

Inhalt:
  1. Generationenübergreifend arbeiten: Bloß nicht streiten
  2. Teilzeitrentner als Vermittler

Dabei sind beide Partien heutzutage aufeinander angewiesen. "Jahrhundertelang lernten die Jungen von den Alten. Nun hat sich diese Seniorität gewandelt und Wissen fließt im Idealfall in beide Richtungen", sagt Professorin Kathrin Möslein, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Innovation und Wertschöpfung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. "Die Jungen bringen oftmals technisches Fachwissen mit, das gerade up to date ist, die erfahrenen Kollegen kennen die Kunden und wissen, wie Prozesse laufen." Derart komplementäres Wissen ergänzt sich und sei daher unerlässlich für ein erfolgreiches Projekt, sagt Möslein.

Man kann auch sagen: Einsteiger und Erfahrungsträger geben sich gegenseitig Nachhilfe. Das hilft in allen Branchen und Disziplinen. Bei Programmierern in der Informatik ebenso wie bei Entwicklern im Automobilbau.

Mit altersgemischten Teams werden Erfahrung und Wissen zusammengebracht. Allerdings ist dieses Zusammenbringen nicht immer einfach. "Weil wir uns noch sehr stark in klassischen Rollen befinden, müssen diese Teams gezielt unterstützt werden, etwa durch Workshops", empfiehlt Möslein. Ohne Einflussnahme von außen bilden sich sonst Gruppen: hier die Alten, dort die Jungen. "Techniken, die den Ablauf kreativer Prozesse moderieren, verhindern das und tragen dazu bei, dass alle an einem Strang ziehen", sagt Möslein.

Stellenmarkt
  1. Erzbistum Köln, Köln
  2. DMK E-BUSINESS GmbH, Chemnitz, Berlin-Potsdam, Köln

Das ist jedoch oft nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte - mit Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit altersgemischter Teams. "Im Gegensatz zu der politisch sehr verbreiteten Meinung, dass Teams mit hoher Altersdiversität leistungsfähiger seien als Teams mit geringer, legen wissenschaftliche Erkenntnisse eher nahe, dass das Gegenteil der Fall ist", sagt denn auch der Arbeits- und Organisationspsychologe Wladislaw Rivkin, der an der Aston University in Birmingham, England, zu diesem Thema forscht.

Dafür seien hauptsächlich Konflikte zwischen Altersgruppen verantwortlich. Sie entstehen beispielsweise, weil Jung und Alt völlig unterschiedliche Meinungen bei einem fachlichen Thema haben und keinen Konsens finden. Doch solche Konflikte lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise vermeiden, etwa durch die Aufgabe selbst. "Da bei höherer Aufgabenkomplexität die Integration von Wissen und Kenntnissen vorteilhaft sein kann, haben altersgemischte Teams mitunter Vorteile", sagt Rivkin. Wenn beide Seiten das erkennen, wird es voraussichtlich weniger Streit geben.

Unerlässlich für funktionierende altersgemischte Teams sind eine Wertschätzung der Altersdiversität, was bedeutet, dass Altersunterschiede im Team als Bereicherung angesehen werden. Auch eine entsprechende Führung solcher Gruppen ist wichtig. "Hier präferieren wir den Ansatz des Servant Leadership, der auf die Erfüllung von psychologischen Bedürfnissen von Mitarbeitern abzielt", sagt Rivkin. Mitarbeiter dienend anstatt beherrschend führen, das ist die Philosophie, die hinter dieser Methode steckt.

Bei Consist Software Solutions, dem Arbeitgeber von Detleff Hillecke, funktioniert das offenbar ganz gut. Hillecke arbeitet dort im Geschäftsbereich Managed Services. Dieser wiederum ist aufgeteilt in mehrere Fachteams. Hillecke ist in einer Gruppe, die sich um die Schadensanwendung einer Versicherung kümmert. "Wir warten und entwickeln das Programm weiter und integrieren neue Bestandteile", sagt der Senior Consultant.

Altersgemischte Teams sind für Consist keine Modeerscheinung, sondern ergeben sich seit vielen Jahren aufgrund fachlicher Notwendigkeit. Das Unternehmen hat unter anderem Versicherungen als Kunden. Die betreiben ihr Geschäft auf modernen Frontends, im Backend laufen die Systeme auf Großrechnern und das meist in alten Programmiersprachen wie Cobol. Darin ist Hillecke Experte. In einem anderen Bereich hat er jedoch Schwächen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Teilzeitrentner als Vermittler 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. 159,99€ (mit Rabattcode "POWERFRIDAY20" - Bestpreis!)
  2. (u. a. Apple iPhone 11 Pro Max 256GB 6,5 Zoll Super Retina XDR OLED für 929,98€)
  3. 699€ (mit Rabattcode "POWERFRIDAY20" - Bestpreis!)

Sigma014 19. Feb 2020

Ich stimme dir fast komplett zu. Denn selbst organisierende Teams funktionieren sehr wohl...

.02 Cents 18. Feb 2020

Fachwissen und Technologie sind ziemlich hohle Begriffe - was soll das überhaupt...

Kaliumpermanganat 17. Feb 2020

Gibt es ernsthaft IT Fachkräfte, die ihre Zeit mit Selbstdarstellung und Bewunderung...


Folgen Sie uns
       


E-Book-Reader Pocketbook Color im Test

Das Pocketbook Color ist der erste E-Book-Reader mit einem Farbbildschirm. Wir haben uns das Gerät angeschaut.

E-Book-Reader Pocketbook Color im Test Video aufrufen
    •  /