General Galactic: Methan aus Kohlendioxid gewinnen

Die beiden Gründer Halen Mattison und Luke Neise haben mit ihrem Unternehmen General Galactic Reaktoren zur Umwandlung von Kohlendioxid in Methan entwickelt - und wollten diese ursprünglich an das private Raumfahrtunternehmen SpaceX verkaufen. Die Technik sollte für die Kolonisierung des Mars und die Besiedlungspläne von Elon Musk nützlich sein. Dann stellten Mattison und Neise laut einem Bericht von Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) jedoch fest, dass ihr Konzept auf der Erde mehr Gutes bewirken könne.
Mattison arbeitete selbst einige Zeit bei SpaceX, während Neise im Vanderbilt Aerospace Design Laboratory(öffnet im neuen Fenster) und bei Varda Space Industries tätig war. Mit General Galactic erstellten sie ein Pilotsystem, das 2.000 Liter Methan pro Tag produzieren kann.
Optimierung der Produktion möglich
Diese Zahl könne noch gesteigert werden, sagte Neise dem Technikmagazin. Dafür müssten die Standardkomponenten durch selbst entwickelte Versionen ersetzt werden. Derzeit werden die Reaktoren des Unternehmens mithilfe von Massenproduktionstechniken zusammengebaut. Dies steht im Gegensatz zu der Art und Weise, wie die meisten petrochemischen Energieanlagen heute gebaut werden.
Als Kunden sieht Geschäftsführer Mattison vor allem Firmen, die das produzierte Methan als Bestandteil oder zur Energieversorgung eines Prozesses verwenden - etwa in der Chemie- oder Kunststoffherstellung. General Galactic arbeite auch an anderen Kohlenwasserstoffen wie Kerosin, die für den Transport verwendet werden könnten.
Große Herausforderungen und doch nicht wirklich klimaneutral
Die größte Konkurrenz für General Galactic sind nach Einschätzung von Techcrunch wahrscheinlich Start-ups wie Oxylus Energy(öffnet im neuen Fenster) , Aerleum(öffnet im neuen Fenster) und Spiral Wave(öffnet im neuen Fenster) , die an der Herstellung von grünem Methanol arbeiten.
Methanol ist ein wichtiger Baustein für viele Kraftstoffe und Petrochemikalien und bei Raumtemperatur flüssig. Methan verflüssigt sich erst bei -162 °C und ist ein starkes Treibhausgas, das 80 Mal stärker ist als Kohlendioxid. Eine undichte Erdgasinfrastruktur(öffnet im neuen Fenster) könnte einen wesentlichen Beitrag zum Klimawandel leisten. CO2-Neutralität wäre damit nicht erreichbar.
Dennoch hätte Methan, das mit erneuerbarer Elektrizität erzeugt wird, im Vergleich zu fossilen Brennstoffen einen geringeren CO2-Fußabdruck. Ein flüssiger Kraftstoff, der für Branchen wie die Luft- und Seefahrt bestimmt ist, wäre aus Klimasicht ein lohnenderes Ziel.
General Galactic hofft, dass seine Module in die bestehende Infrastruktur integriert werden können. Das würde die Einführung im Vergleich zu anderen Kraftstoffen wie Wasserstoff beschleunigen. Das erste Model soll im Jahr 2025 zum Einsatz kommen.



