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Gemini PDA im Test: 2004 ist nicht 2018

Knapp über ein Jahr nach der erfolgreichen Finanzierung hat das Startup Planet Computers mit der Auslieferung seines Gemini PDA begonnen. Die Tastatur ist gewöhnungsbedürftig, längere Texte lassen sich aber mit Geduld durchaus damit tippen. Die Frage ist: Brauchen wir heute noch einen PDA?

Ein Test von und veröffentlicht am
Das Gemini von Planet Computers
Das Gemini von Planet Computers (Bild: Christoph Böschow)

Das Startup Planet Computers hat mit der Auslieferung seines Gemini PDA begonnen. Das Gemini steht in der Tradition von klassischen Personal Digital Assistants (PDA) wie dem Psion und bietet eine vollwertige Tastatur für Texteingaben. Dadurch sollte sich das klappbare Android-Gerät bestens für längere Texte eignen - ein Umstand, der Smartphones ohne physische Tastatur nicht zwingenderweise nachgesagt wird.

Golem.de hat bereits frühzeitig die Crowdfunding-Kampagne unterstützt, nun haben wir unser Gerät bekommen. Im Test überprüfen wir, wie gut die Tastatur des Gemini funktioniert und wie sinnvoll der PDA im Alltag ist. Dabei sind uns zahlreiche Kritikpunkte aufgefallen, die zum großen Teil die Software betreffen - aber auch die Tastatur, also das Herzstück des PDA, und weitere Hardwareentscheidungen. Am Ende stellen wir uns zudem die Frage, inwieweit ein Gerät wie das Gemini heutzutage wirklich noch notwendig ist - bei aller Nostalgie.

Das Gemini ist ein klassischer PDA, das ähnlich wie ein kleiner Laptop aufgebaut ist: Im unteren Teil der Konstruktion sitzt die Tastatur, um oberen das 6-Zoll-Display; ein Touchpad hat das Gemini nicht. Den Klappmechanismus hat Planet Computers clever konstruiert: Anstelle eines Scharniers kommt eine Art Spange aus Metall zum Einsatz. Diese sorgt zum einen für die Spannkraft beim Auf- und Zuklappen, zum anderen dient sie als Standfuß. Die Tastatur fährt allerdings nicht aus dem Gehäuse heraus, wie sie es beim Psion macht.

Die beiden Spangenteile sind mit einem Kunststoffband miteinander verbunden. Dieses könnte dafür sorgen, dass der PDA beim Tippen nicht verrutscht - leider ist das Band aber nicht rutschfest genug. Da das Gemini auch sonst über keine Gummifüße auf der Unterseite verfügt, kann es bei schnellerem Tippen durchaus über den Tisch rutschen.

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Der für viele Nutzer wohl interessanteste Teil des Gemini dürfte die Tastatur sein. Auf seiner Webseite preist Planet Computers sie als "mechanical full keyboard" an, was nur bedingt stimmt: Es dürfte sich um Scissor-Switches handeln, also im Grunde um Rubberdomes. Für echte mechanische Schalter ist im Gemini schlicht kein Platz.

  • Das Gemini steht in der Tradition klassischer PDAs, wie dem Atari Portfolio, dem Psion und den Nokia-Communicator-Modellen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Gemini, dahinter ein Psion und der Atari Portfolio (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Der Standfuß des Gemini ist gleichzeitig das Scharnier, das den Bildschirm mit der Tastatureinheit verbindet. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Mit einem separaten Knopf können wir den Google Assistant aufrufen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Display ist 5,99 Zoll groß und zeigt Inhalte scharf an. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Gemini ist aus Metall und Kunststoff gefertigt, die Verarbeitung ist gut. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Um an den SIM- und SD-Karten-Steckplatz zu gelangen, müssen wir eine Metallklappe mit einem Spezialwerkzeug entfernen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Neben dem SIM-Karten-Steckplatz befindet sich der Anschluss für das optionale Kamera-Modul. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Die Klappe mit dem Werkzeug zu entfernen, erfordert ein wenig Überwindung - es fühlt sich jedes Mal so an, als würden wir das Gemini dabei kaputt machen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Gemini hat eine vollwertige Tastatur mit Scissor-Tasten. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das deutsche Layout ist angesichts des geringen Platzes gut gewählt, benötigt allerdings einige Eingewöhnungszeit. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Die Tasten müssen möglichst in der Mitte getroffen werden, da sie sonst verkanten können. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Zehnfingertipper werden aufgrund der Verteilung der Sonderzeichen mit der Tastatur des Gemini nicht glücklich. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Mit der Tastatur sollte sich das Gemini für längere Texte eignen, wir sind aber aufgrund des Bindings nicht restlos von ihr überzeugt. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Letztlich bietet ein PDA wie das Gemini nicht mehr als aktuelle Smartphones, die dank guter Softwaretastaturen mittlerweile auch schnelles und genaues Tippen ermöglichen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
Das Gemini, dahinter ein Psion und der Atari Portfolio (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Planet Computers hat sich während der Entwicklung des Gemini viele Gedanken um die Tastenverteilung der verschiedenen Layouts gemacht. Dazu wurden auch Muttersprachler hinzugezogen. Überhaupt war die Kommunikation mit den Unterstützern vorbildlich: Bis zum heutigen Tag gingen 55 E-Mails an die Indiegogo-Backer raus, in denen die Macher sehr transparent über die verschiedenen Produktionsschritte informiert haben.

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Deutsches Tastaturlayout gewöhnungsbedürftig, aber funktional 
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jjfx 07. Jun 2019

Das E75 und E7 ebenso. Ich finde Tastatur-Handys schon praktisch, allerdings ist Android...

jjfx 07. Jun 2019

Sehe ich auch so. Finde ich vom Formfaktor praktischer.

Diether 13. Aug 2018

Aus meiner - nur für mich verbindlichen - Sicht ein absolut falsches Urteil. Sofort von...

tk (Golem.de) 13. Jun 2018

Eigentlich auf nichts Konkretes. :-)

Geigenzaehler 11. Jun 2018

Unter Linux ist die Hardware vom GPD Pocket aber eine ziemliche Zicke, sowohl zum...


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