Software ist noch nicht ausgereift

Schauen wir uns die aktuell installierte Android-Version an, gibt es einige Baustellen, an denen Planet Computers arbeiten muss. So ziehen sich fehlende oder unglückliche deutsche Übersetzungen durch die Menüs. Die Tastatureinstellungen sind etwas verwirrend, da sich die Einstellungs-App mit dem Namen Gemini-Tastatur hauptsächlich auf die Softwaretastatur zu beziehen scheint. Wir haben zunächst kein Glück gehabt, bei der physischen Tastatur die Auslösetöne und Vibrationen auszuschalten. Irgendwann hat die Tastatur dann nicht mehr gebrummt, warum, wissen wir nicht. Einer externen Tastatur konnten wir in den Einstellungen beim besten Willen nicht das deutsche QWERTZ-Layout zuweisen.

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Zudem arbeitet die automatische Helligkeitsregulierung unzuverlässig; sie hat uns nach kurzer Zeit so sehr genervt, dass wir sie wieder deaktiviert haben. Interessanterweise ist sie nach der Ersteinrichtung generell ausgeschaltet, Planet Computers weiß vielleicht, warum. Die Helligkeit kann wie bei einem Laptop über die Tastatur reguliert werden, was wir in der täglichen Nutzung angesichts der erratischen automatischen Helligkeitsregulierung akzeptieren.

  • Das Gemini steht in der Tradition klassischer PDAs, wie dem Atari Portfolio, dem Psion und den Nokia-Communicator-Modellen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Gemini, dahinter ein Psion und der Atari Portfolio (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Der Standfuß des Gemini ist gleichzeitig das Scharnier, das den Bildschirm mit der Tastatureinheit verbindet. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Mit einem separaten Knopf können wir den Google Assistant aufrufen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Display ist 5,99 Zoll groß und zeigt Inhalte scharf an. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Gemini ist aus Metall und Kunststoff gefertigt, die Verarbeitung ist gut. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Um an den SIM- und SD-Karten-Steckplatz zu gelangen, müssen wir eine Metallklappe mit einem Spezialwerkzeug entfernen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Neben dem SIM-Karten-Steckplatz befindet sich der Anschluss für das optionale Kamera-Modul. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Die Klappe mit dem Werkzeug zu entfernen, erfordert ein wenig Überwindung - es fühlt sich jedes Mal so an, als würden wir das Gemini dabei kaputt machen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Gemini hat eine vollwertige Tastatur mit Scissor-Tasten. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das deutsche Layout ist angesichts des geringen Platzes gut gewählt, benötigt allerdings einige Eingewöhnungszeit. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Die Tasten müssen möglichst in der Mitte getroffen werden, da sie sonst verkanten können. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Zehnfingertipper werden aufgrund der Verteilung der Sonderzeichen mit der Tastatur des Gemini nicht glücklich. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Mit der Tastatur sollte sich das Gemini für längere Texte eignen, wir sind aber aufgrund des Bindings nicht restlos von ihr überzeugt. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Letztlich bietet ein PDA wie das Gemini nicht mehr als aktuelle Smartphones, die dank guter Softwaretastaturen mittlerweile auch schnelles und genaues Tippen ermöglichen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
Das Gemini steht in der Tradition klassischer PDAs, wie dem Atari Portfolio, dem Psion und den Nokia-Communicator-Modellen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Die Bildschirmrotation funktioniert beim Gemini ebenfalls nicht so, wie wir es gerne hätten. Zwar haben wir in den Einstellungen festgelegt, dass das Display auch im Hochformatmodus verwendet werden kann, in der Praxis geht das allerdings nicht. Bei manchen Anwendungen würden wir es schon bevorzugen, das Gemini kurz hochkant zu verwenden.

Neben der vorinstallierten Android-Version ermöglicht es der Gemini uns auch, ein Debian-Linux als zweite Boot-Option zu installieren. Dafür gibt es auf der Homepage von Planet Computers eine Anleitung sowie ein Flash-Tool, mit dem die Installation einfach ist. Aktuell können wir aber nicht dazu raten, die Linux-Version zu installieren, da sie ziemlich enttäuschend ist.

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Die verbaute Hardware schafft es schlichtweg nicht, eine halbwegs ruckelfreie Nutzung zu ermöglichen. Stattdessen warten wir mitunter mehrere Sekunden, bis sich Apps oder Webseiten öffnen. Das ist bei derartigen Linux-auf-Android-Lösungen leider auch nach Jahren noch üblich. Denn die für Android erstellten Hardwaretreiber sind oft proprietär und darüber hinaus nicht zu einer üblichen Linux-Distribution kompatibel.

Probleme mit Debian

Überbrücken soll dieses Problem eigentlich die Bibliothek Libhybris, die bereits vor mehreren Jahren von Jolla für Sailfish OS geschaffen wurde. Doch trotz zahlreicher Community-Aktivitäten und der Verwendung in kommerziellen Projekten ist die Adaption der Technik für neue Projekte schwierig, was sich auch an dem Gemini zeigt. Immerhin gibt es eine Community-Anleitung, wie darüber zumindest der Chromium-Browser beschleunigt werden kann. Das ist im aktuellen Image aber weder standardmäßig aktiviert noch für alle Anwendungen umgesetzt.

Auch darüber hinaus sind viele grundlegende Funktionen nur schwierig nutzbar. So ist zum Beispiel das Einrichten einer drahtlosen Internetverbindung ziemlich umständlich. Bei manchen Fenstern konnten wir nicht mit der Maus auf den OK-Button klicken - auf dem Display des Gemini war dieser schlicht nicht immer zu sehen. Das Fenster lässt sich dann auch nur per Alt+Klick entsprechend verschieben, was ebenfalls in der Community-Anleitung erwähnt wird. Darin finden sich auch viele weitere Details, etwa zur Audiokonfiguration, der Tastaturbelegung oder zum Setzen einer Shell-Umgebung, um das Gemini auch über die Kommandozeile zu verwenden. In künftigen Versionen des Debian-Images könnten die in der Anleitung aufgeführten Dinge bereits vorkonfiguriert werden.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir halten es für löblich, dass Planet Computers es den Nutzern ermöglicht, weitere Betriebssysteme auf das Gemini spielen zu können - geplant ist auch eine Version von Sailfish OS, eine erste Version von Lineage OS gibt es bereits. Im Falle von Debian ist die aktuelle Version aber bei weitem noch nicht alltagstauglich. Sollte der Port von Sailfish OS zufriedenstellend umgesetzt werden können, sollte davon auch die Nutzung von Debian profitieren. Wir haben aber erhebliche Zweifel, ob ein kleines Community-Projekt dies je erfolgreich schaffen kann, da selbst Unternehmen wie Samsung sichtlich Probleme damit haben, eine handelsübliche Linux-Distribution auf einem Android-Gerät anzubieten. Die Crux an diesem Vorhaben sind die fehlenden freien Treiber im Hauptzweig des Linux-Kernels. Solange sich daran nichts grundlegend ändert, bleiben diese Projekte nicht viel mehr als Basteleien.

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 Gutes und großes DisplayKein eingebautes HDMI-Out 
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jjfx 07. Jun 2019

Das E75 und E7 ebenso. Ich finde Tastatur-Handys schon praktisch, allerdings ist Android...

jjfx 07. Jun 2019

Sehe ich auch so. Finde ich vom Formfaktor praktischer.

Diether 13. Aug 2018

Aus meiner - nur für mich verbindlichen - Sicht ein absolut falsches Urteil. Sofort von...

tk (Golem.de) 13. Jun 2018

Eigentlich auf nichts Konkretes. :-)



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