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Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.

Artikel von veröffentlicht am
Filmposter mit Will Smith und seinem verjüngten CGI-Klon.
Filmposter mit Will Smith und seinem verjüngten CGI-Klon. (Bild: Paramount Pictures)

Da die Handlung von Gemini Man kaum besprechenswert ist, dreht sich dieser Artikel größtenteils um die technischen Aspekte des Films. Spoiler oder Erkenntnisse, die in den offiziellen Trailern nicht bereits geliefert werden, müssen unsere Leser hier also nicht fürchten.

Inhalt:
  1. Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
  2. Verjüngter Will Smith wird schlecht altern
  3. Abprallen anstatt Aufprallen

Spätestens seit eine digitale Version des 1994 verstorbenen Schauspielers Peter Cushing in Star Wars: Rogue One auftrat, mehren sich Diskussionen darüber, wie lange wir reale Menschen als Darsteller im Kino überhaupt noch benötigen werden. Ang Lees neuer Actionfilm Gemini Man könnte glatt als Metapher für diese Debatte betrachtet werden.

Hier wird Hauptdarsteller Will Smith in der Rolle des staatlich beschäftigten Auftragskillers Henry Brogan von seinem eigenen Klon gejagt, einer für den Film am Computer geschaffenen 23-jährigen Version des eigentlich 49-Jährigen. Zwar hat der echte Will Smith auch diese Rolle am Set im Performance-Capture-Anzug mit Gesichts-Tracking de facto noch persönlich gespielt, als Zuschauer sollen wir das im Kino aber natürlich nicht bemerken und uns für 117 Minuten ganz der Illusion hingeben, hier einen echten Klon zu sehen.

Will Smith tritt Jar Jars Erbe an

Die großen ethischen Fragen und wissenschaftlichen Hintergründe zu Themen wie Genmanipulation, maßgeschneiderten Soldaten oder menschlichen Klonen bleiben in Gemini Man Randnotizen in Nebensätzen. Überhaupt bietet der dünne Plot des Films in viel zu vielen langweiligen Dialogen nur wenig interessante Hintergründe, mit denen Zuschauer sich inhaltlich auseinandersetzen können. Die hinter dem ganzen Klonprojekt steckende Organisation Gemini etwa kommt im Film geradezu mickrig rüber, als würde Oberbösewicht Clayton Varris sie ganz alleine in einem kleinen Büro, von einem einzelnen Schreibtisch aus betreiben.

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Als Herzstück des Films bleibt eigentlich nur die Frage, wer denn nun besser ist. Und damit meinen wir nicht Henry Brogan und Klon Junior, denn auch mit diesem Konflikt weiß das Drehbuch nichts Gescheites anzufangen. Nein, reizvoll ist beim Kinobesuch von Gemini Man einzig die Frage, ob der digital geschaffene Will Smith dem Original aus Fleisch und Blut das Wasser reichen, ihn in nicht allzu ferner Zukunft vielleicht sogar ersetzen könnte.

Seit dem Jahr 1997 spukt Gemini Man als Filmprojekt durch Hollywood. Bisherige Umsetzungsversuche, etwa von Disneys damaliger Effektschmiede The Secret Lab, wurden nach umfangreichen Testläufen abgebrochen. Stets wurde darauf verwiesen, dass die Technik noch nicht weit genug sei. Doch ist sie es mehr als 20 Jahre später?

  • Henry Brogan (Will Smith) trifft seinen Klon Junior (Will Smith). (Bild: Paramount Pictures)
  • Will Smith am Set von Gemini Man zusammen mit Regisseur Ang Lee. (Bild: Paramount Pictures)
  • Regisseur Ang Lee und Hauptdarsteller Will Smith bei den Dreharbeiten von Gemini Man. (Bild: Paramount Pictures)
  • Weta Digital hat alles versucht, um dem CGI-Klon Emotionen einzuhauchen. (Bild: Paramount Pictures)
Henry Brogan (Will Smith) trifft seinen Klon Junior (Will Smith). (Bild: Paramount Pictures)

Teilweise - so fair wollen wir sein. Bei vorteilhafter Beleuchtung und mit etwas Abstand gab es wenige Momente, in denen wir Junior abgekauft haben, ein echter junger Will Smith zu sein. Es sei auch gesagt, dass er als größtenteils animierte Person mit derart viel Leinwandzeit ohne Zweifel zum Besten gehört, was in dieser Hinsicht bis jetzt im Kino gezeigt wurde. Dasselbe konnte man 1999 allerdings auch über den so ungeliebten Jar Jar Binks sagen, der seinerzeit die erste komplett computergenerierte Hauptfigur in einem Kinofilm war.

Verjüngter Will Smith wird schlecht altern 
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azeu 10. Okt 2019 / Themenstart

Wobei das sogar ziemlich plausibel klingt :)

KiddSif 08. Okt 2019 / Themenstart

Ok, ich hab Stuss erzählt. Der Film läuft in Deutschland wohl in 2D bei nur 24FPS. Das...

spyro2000 07. Okt 2019 / Themenstart

Wenn es nach mir ginge, dürften bald alle Filme so aussehen. Scharf, auch in Bewegung...

WalterSobchak 07. Okt 2019 / Themenstart

Der eine Drehbuchautor hat wohl emsig an diesem Drehbuch geschrieben und "kind of...

WalterSobchak 07. Okt 2019 / Themenstart

Vor ein paar Jahren mal in der (sehr subtilen) 3D Variation wieder im Kino erleben...

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