• IT-Karriere:
  • Services:

Verjüngter Will Smith wird schlecht altern

Trotz der rein technisch gesehen durchaus hochwertig gemachten CGI (Computer Generated Imagery), sind wir uns mehr als sicher, dass die Computereffekte von Gemini Man in den Augen des Publikums schon bald schlechter gealtert aussehen werden als der reale Will Smith bisher in seinem ganzen Leben. Tatsächlich können wir uns sehr gut vorstellen, dass der Hauptdarsteller mit etwas Maske, leichter digitaler Überarbeitung und geschickten Schnitt-Montagen einen deutlich überzeugenderen Jungklon als Doppelrolle auf der Leinwand abgegeben hätte.

Stellenmarkt
  1. Insight Health GmbH & Co. KG, Waldems
  2. OEDIV KG, Bielefeld

Während die obere Gesichtshälfte von Junior, insbesondere die sehr echt wirkende Augenpartie, noch eher als fotorealistisch durchgeht, sind Mund- und Kinn nach wie vor die große Schwäche beim Versuch, uns authentisch wirkende Computermenschen zu präsentieren.

Mundbewegungen beim Sprechen und Versuche, überzeugend Emotionen darzustellen, versanden irgendwo im Uncanny Valley oder sind unfreiwillig lustig. Uns begleitet durchgehend der Eindruck, irgendetwas stimme mit Juniors Gesichtsproportionen nicht. Und da Ang Lee dazu neigt, die CGI-Kreation von Weta Digital stolz in langen Nahaufnahmen vor die Kamera zu stellen, kommen wir gar nicht umhin, ununterbrochen daran erinnert zu werden, hier ein aufwendiges, aber dennoch ganz offensichtlich gescheitertes Experiment zu beobachten. Ein zu glattpoliertes Imitat jener Realvorlage, die wir in den meisten Szenen zum Vergleich ja direkt danebenstehen sehen.

Dabei wollen wir keineswegs die Arbeit von Weta Digital und den anderen Teams, die an den Effekten gearbeitet haben, schmälern: von der Hautelastizität über das realistische Kleben der Lippen an den Zähnen beim Sprechen bis hin zum Glanz der Hautunreinheiten haben die CGI-Künstler das Gesicht von Will Smith praktisch per Hand nachkonstruiert.

Selbst die Animationen - zunächst mit hochauflösenden Kameras direkt vom Gesicht des Schauspielers abgenommen - mussten in einem zweiten Schritt noch Bild für Bild korrigiert werden. Das Ergebnis ist zweifelsfrei das aktuell technisch beste künstliche Abbild eines Menschen im Film - aber nicht perfekt genug, um uns echte Menschen zu täuschen.

Motion Smoothing ohne Abschaltmöglichkeit

Über den digitalen Will Smith hinaus trifft die Diskrepanz zwischen besonderem Realitätsanspruch und tatsächlicher Wirkung des Ergebnisses im Übrigen auch auf die HFR(High-Frame-Rate)-Technik zu, mit der die Aufnahmen zu Gemini Man auf jeweils zwei gleichzeitig laufenden Arri-Alexa-XT-M-Kameras mit 120 Bildern pro Sekunde gedreht wurden. Im Kino bekommen wir das Ergebnis im Sinne des Regisseurs optimalerweise als 60fps-High-Frame-Rate-Projektion in sogenanntem 3D+ geboten, was bei den von uns besuchten Pressevorführungen auch der Fall war.

Wie schon bei der Hobbit-Trilogie mit immerhin nur 48fps zu erkennen war, profitieren Plastizität und Schärfe des 3D-Effekts in rasanten Actionszenen durchaus von den zusätzlichen Bildinformationen und flüssigeren Bewegungen. Auf der Kontraseite bleibt der Eindruck, die Ästhetik einer Daily Soap bei aktivierter Motion-Smoothing-Funktion des Fernsehers vor sich zu sehen.

Mit dem vom Filmstudio propagierten Realismusgefühl, das durch HFR angeblich steigen soll, hat das für uns nichts zu tun. Im Gegenteil, denn das Geschehen wirkt eher einen ganzen Tick zu klar und flüssig, als sei durch zu viel Hyperrealismus ein doppelt so künstlich wirkendes Endprodukt entstanden. Dazu noch abgedunkelt und um Farben beraubt, da für die 3D-Projektion wie durch eine Art Sonnenbrillenglas betrachtet.

Für klassisch angehauchte Cineasten, die ihr Heimkino dogmatisch auf 24 Bilder pro Sekunde programmieren, ist dieses Seherlebnis natürlich der reinste Albtraum - und für alle anderen wahrscheinlich auch eher nur etwas komisch und nicht etwa unglaublich lebensnah.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Gemini Man: Überflüssiges KlonexperimentAbprallen anstatt Aufprallen 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Total War Three Kingdoms - Royal Edition für 19,99€, Wreckfest für 12,99€, Wreckfest...
  2. 85€ (mit Rabattcode "POWEREBAY7E" Bestpreis!)
  3. 279€ (Bestpreis!)
  4. 1.213,73€ (Bestpreis)

MickeyKay 18. Okt 2019

Es gibt solche und solche. Allein Hollywood wirft jährlich ca. 400 (!) Filme auf den...

MickeyKay 18. Okt 2019

Lies den Artikel! Da steht es drin. Zusammenfassung: Nein (außer natürlich, wenn man auf...

MickeyKay 18. Okt 2019

Ja, von mir aus auch. Nur muss die Story auch interessand sein. Gurken wie diese hier...

MickeyKay 18. Okt 2019

Nö. Die Staffel war hervorragend. Vielmehr beweist es, dass der heutige Zuschauer mit...

KiddSif 08. Okt 2019

Ok, ich hab Stuss erzählt. Der Film läuft in Deutschland wohl in 2D bei nur 24FPS. Das...


Folgen Sie uns
       


IT-Jobs: Feedback für Freelancer
IT-Jobs
Feedback für Freelancer

Gutes Feedback ist vor allem für Freelancer rar. Wenn nach einem IT-Projekt die Rückblende hintenüberfällt, ist das aber eine verschenkte Chance.
Ein Bericht von Louisa Schmidt

  1. IT-Freelancer Der kürzeste Pfad zum nächsten Projekt
  2. Selbstständiger Sysadmin "Jetzt fehlen nur noch die Aufträge"

Cowboy 3 vs. Vanmoof S3 im Test: Das Duell der Purismus-Pedelecs
Cowboy 3 vs. Vanmoof S3 im Test
Das Duell der Purismus-Pedelecs

Schwarz, schlank und schick sind die urbanen E-Bikes von Cowboy und Vanmoof. Doch nur eines der Pedelecs liest unsere Gedanken.
Ein Praxistest von Martin Wolf

  1. Montage an der Bremse E-Antrieb für Mountainbikes zum Nachrüsten
  2. Hopper Dreirad mit Dach soll Autos aus der Stadt verdrängen
  3. Alternative zum Auto ADAC warnt vor Überlastung von E-Bikes

Core i7-1185G7 (Tiger Lake) im Test: Gut gebrüllt, Intel
Core i7-1185G7 (Tiger Lake) im Test
Gut gebrüllt, Intel

Dank vier äußerst schneller CPU-Kerne und überraschend flotter iGPU gibt Tiger Lake verglichen zu AMDs Ryzen 4000 eine gute Figur ab.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Tiger Lake Überblick zu Intels 11th-Gen-Laptops
  2. Project Athena 2.0 Evo-Ultrabooks gibt es nur mit Windows 10
  3. Ultrabook-Chip Das kann Intels Tiger Lake

    •  /