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Gema: Amazon bringt MP3-Dienst Autorip nach Deutschland

Amazon hat die Gespräche mit der Gema abgeschlossen und darf den kostenlosen MP3-Dienst Autorip anbieten. "Die Gespräche dauerten etwas" , sagte ein Amazon-Sprecher Golem.de.
/ Achim Sawall
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Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images

Amazon bietet seinen kostenlosen Service für MP3-Versionen von auf CD, Vinyl oder Kassette gekaufter Musik nun auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Das gab das Unternehmen am 24. Juni 2013 bekannt. Der Service(öffnet im neuen Fenster) gilt auch rückwirkend für Musik, die seit 1999 gekauft wurde.

"Wir haben in den USA Hunderte Millionen Lieder auf diesem Weg verteilt" , sagte Steve Boom, Vice President Digital Music bei Amazon, im Gespräch mit Golem.de. Angaben zu Umsatz oder Gewinn mit digitaler Musik wollte Boom jedoch nicht machen. "Es ist ein Wachstumsbereich für Amazon" , erklärte er.

Autorip ist am 25. Juni 2013 gestartet. Boom: "Wir beginnen mit rund 500.000 einzelnen Titeln. In Deutschland wird 80 Prozent der Musik noch auf physischen Datenträgern verkauft, hauptsächlich auf CD, daher ist der Marktstart hier eigentlich noch spannender als in den USA. In den USA sind es nur noch 30 bis 35 Prozent, mit stark rückläufiger Tendenz."

Verträge mit den Majors und Hunderten Independent Labels seien für Deutschland abgeschlossen. "Mit der Gema haben wir ein gutes Verhältnis. Wir verkaufen seit langer Zeit Musik, bieten die Cloud und nun Autorip an. Die Gespräche dauerten etwas. Das ist alles, was ich dazu sagen kann" , sagte Boom Golem.de. Dazu, ob Amazon auch ein Streaming-Angebot plant, machte der Manager keine Angaben. Amazon sei einer der größten Musikanbieter der Welt.

Amazon gibt Milliarden für Medieninhalte aus

Im Januar 2013 stellte der Internethändler in den USA Autorip vor. Titel, die seit 1998 bei Amazon als Musik-CDs gekauft wurden, bekam der Kunde als MP3-Datei mit 256 KBit/s automatisch und kostenlos im Amazon Cloud Player bereitgestellt. Die MP3-Dateien von den Musik-CDs werden nicht beim verfügbaren Speicherplatz im Cloud Player angerechnet.

Der Dienst war nicht für das gesamte Angebot verfügbar, sondern nur für eine Auswahl. Vor dem Kauf kann der Kunde bei Amazon prüfen, ob der Autorip-Dienst für das Album angeboten wird. Das wird mit einem Logo visualisiert. Wird das Album nachträglich für die Digitalisierung freigegeben, erhalten die Käufer die Daten für ihren Amazon Cloud Player.

Eine Regelung in den allgemeinen Geschäftsbedingungen verhindert einen Trick: Wer einen Musikdatenträger zurückgibt, aber dennoch über den Cloud Player auch nur ein MP3-Stück des Albums abspielt, zahlt den Preis für die MP3-Version des Albums, selbst wenn dieser höher sein sollte als die physische Ausgabe.

Im vergangenen Quartal wuchsen die Ausgaben für Technologie und Inhalte, wozu die Amazon Cloud, die Kindle-Tablets und E-Book-Reader sowie die Lizenzgebühren für Filme und Musik für Kindle-Nutzer gehören, um 46 Prozent auf 1,38 Milliarden US-Dollar.


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