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Geldwäsche und Identitätsfälschung: Dridex-Millionäre müssen 12 Jahre in Haft

Sie haben Millionen mit einem Banken trojaner eingenommen – jetzt wurden sie in Großbritannien zu Haftstrafen verurteilt. Die zwei rumänischen Staatsbürger müssen insgesamt 12 Jahre absitzen.
/ Hauke Gierow
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Die Macher des Bankentrojaners Dridex wurden verhaftet. (Bild: Francois Lenoir/Reuters)
Die Macher des Bankentrojaners Dridex wurden verhaftet. Bild: Francois Lenoir/Reuters

Die Macher des Bankentrojaners Dridex wurden in London zu einer Haftstrafe von insgesamt 12 Jahren verurteilt, wie The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Vorgeworfen wird den beiden nicht die Entwicklung der Malware selbst, sondern Geldwäsche und Identitätsfälschung.

Die Verurteilten sind Pavel Ginconta, 32 Jahre alt und Ion Turcan, 35 Jahre alt. Sie sollen aus Moldau stammen, aber die rumänische Staatsbürgerschaft besitzen. Über die Jahre hinweg sollen sie mit dem Dridex-Trojaner rund 2,5 Millionen Pfund (rund 2,8 Millionen Euro) eingenommen und mit dem Geld einen luxuriösen Lebensstil geführt haben. Die erbeuteten Gelder stammen den Angaben zufolge von 220 verschiedenen Bankkonten. Ginconta wurde in einem weiteren Fall separat verurteilt, weil er eine Person in Deutschland im Jahr 2012 um 25.000 Euro betrogen hatte.

Geldwäsche brachte die Ermittler auf die Spur der Kriminellen

Die Ermittlungen begannen nach Angeben von Court News UK ( Paywall(öffnet im neuen Fenster) ), nachdem die beiden im Juni 2015 begonnen hatten, mehr als eine halbe Millionen Pfund über verschiedene Bankkonnten bei Barclays zu waschen. Das Geld soll von einer Firma aus dem Medizinbereich illegal erbeutet worden sein.

Außerdem sollen beide mehrere gefälschte Dokumente besessen haben, um ihre wahre Identität zu verschleiern. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung fand die Polizei nach eigenen Angaben mehrere solcher Dokumente, außerdem zahlreiche elektronische Geräte. Auf einem der Laptops fand die Polizei forensische Spuren, die belegen, dass das Gerät genutzt wurde, um mehrere der fraglichen Bankkonten zu verwalten.

Im Sommer war bekanntgeworden, dass ein Botnetz, das zur Verteilung des Dridex-Trojaner genutzt wurde, zeitweise nicht mehr funktioniert hatte .


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