Geldwäsche: Hacker zocken mit gestohlenen Geldern in Online-Casinos
Dass von Cyberkriminellen erbeutete Gelder im Anschluss gewaschen werden, um Spuren zu verwischen, dürfte wohl kaum überraschen. Wie Joseph Cox von 404 Media(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf ihm vorliegende Screenshots von Kontoständen und Chat-Protokollen einer Untergrundgemeinschaft namens The Com berichtet, kommen dafür offenbar nicht selten Online-Casinos wie Stake oder Rollbit zum Einsatz.
Dabei versuchen die Hacker, einerseits ihre Gewinne zu vervielfachen und andererseits die Spuren ihrer Beute zu verschleiern. Von Cox geteilte Screenshots zeigen Kontostände von Spielern, die mehrere Hunderttausend Dollar in Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum auf den Spielplattformen halten. In einem der Screenshots ist sogar zu sehen, wie einer der Hacker gerade 60.000 Dollar gewinnt, während er Black Jack spielt.
Händler verkaufen verifizierte Konten
Einige der Spieler gehören wohl The Com an, einer Gemeinschaft, die manchmal auch nur als Com bezeichnet wird und der zahlreiche Hacker und Gamer angehören. Die Fähigkeiten der Mitglieder sind vielfältig, wobei sich einige davon laut Cox auf sogenannte SIM-Swapping-Angriffe spezialisiert haben. Diese verwenden Telefonnummern fremder Personen, um anschließend verschiedene Konten zu übernehmen und beispielsweise Kryptowährungen zu stehlen.
Zwar müsse ein Nutzer für die Teilnahme an Glücksspielen auf Plattformen wie Stake zunächst sein Konto verifizieren und eine Kopie seines Personalausweises hochladen. Jedoch gebe es Untergrundhändler, die bereits verifizierte Konten verkaufen und zugleich damit werben, bestehende Konten nachträglich verifizieren zu können. Cox behauptet, auf Telegram ein solches Angebot gesehen zu haben – für 100 Dollar.
Es gibt viele Wege, online Geld zu waschen
Wie effektiv die Geldwäsche über Online-Casinos ist, bleibt fraglich. Die Ausbeute dürfte dabei nicht nur vom Zufall allein, sondern ebenso wesentlich von der Spielerfahrung der spielenden Akteure abhängen. Anders sieht das bei den sogenannten Kryptomixern aus, die in den vergangenen Jahren zunehmend ins Visier von Strafverfolgern gerieten, da sie von Cyberkriminellen häufig für Geldwäsche missbraucht werden.
Aber auch der weitverbreitete Musikstreamingdienst Spotify wurde schon missbraucht, um Gelder zu waschen. Kriminelle Banden aus Schweden handelten in den vergangenen Jahren vermehrt mit gefälschten Streams, um die Spuren ihrer bösartigen Aktivitäten zu verschleiern.
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