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Geldautomaten: Mehr Datenklau und trotzdem weniger Schaden durch Skimming

Datendiebe haben an Geldautomaten in Deutschland 2017 wieder deutlich häufiger zugeschlagen als vor Jahresfrist. Die Kriminellen nutzten letzte Sicherheitslücken, um aus Kundendaten Profit zu schlagen. Die Branche sieht jedoch keinen Grund zur Sorge.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Kriminelle haben 2017 rund 2,2 Millionen Euro durch Skimming erbeutet.
Kriminelle haben 2017 rund 2,2 Millionen Euro durch Skimming erbeutet. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Kriminelle haben mit dem Ausspähen sensibler Daten von Bankkunden 2017 erstmals seit vier Jahren wieder mehr Schaden angerichtet als im Jahr zuvor. Auf rund 2,2 Millionen Euro beziffert die Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme den Bruttoschaden durch sogenannte Skimming-Angriffe für das Gesamtjahr. 2016 war die Schadenssumme auf das Rekordtief von 1,9 Millionen Euro gesunken.

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Datendiebe manipulierten im abgelaufenen Jahr wieder wesentlich häufiger Geldautomaten, um an Kartendaten und Geheimnummern (PIN) zu gelangen. 499 Fälle bundesweit zählte Euro Kartensysteme bis Ende Dezember 2017 - nach 369 im Gesamtjahr 2016. Brennpunkt war erneut Berlin mit 287 (Vorjahr: 281) Fällen. Dabei können einzelne Automaten mehrfach angegriffen worden sein.

Die Frankfurter Einrichtung, die sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert, sieht jedoch keinen Grund zur Sorge. Denn von dem Bruttoschaden bleiben nur etwa 330.000 Euro (15 Prozent) an den heimischen Banken und Sparkassen hängen.

Grund sind internationale Abkommen, wonach für Schäden aus betrügerischen Geschäften mit geklauten Kartendaten die Länder mit den niedrigsten Sicherheitsstandards aufkommen müssen. Im Grund funktionieren Kartendubletten nur noch dort, wo Bezahlkarten nach wie vor mit leicht kopierbaren Magnetstreifen ausgerüstet werden.

Zum Einsatz kamen Kartenfälschungen auf Basis von in Deutschland geklauten Kundendaten 2017 vor allem in Indonesien (29 Prozent Schadensanteil), den USA (22 Prozent) und Australien (15 Prozent). Deutschland setzt seit Ende 2010 auf moderne EMV-Technik. Dabei sind Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft, und das bei jedem Einsatz, sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse.

Verbraucher haften meist nicht selbst

Wer als Verbraucher Opfer von Skimming geworden ist, muss meist keinen finanziellen Nachteil fürchten. Banken und Sparkassen ersetzen in der Regel daraus resultierende Schäden - vorausgesetzt, Verbraucher sind sorgfältig mit Bankkarte und PIN umgegangen.

Zu einem größeren Problem haben sich in den vergangenen Jahren Diebstahl und Verlust von Zahlungskarten in Deutschland entwickelt. Hier jedoch sind die aktuellen Zahlen rückläufig: 10.353 Fälle (Vorjahr: 12.373) wurden gezählt, der Bruttoschaden sank von rund 15,7 Millionen Euro auf rund 13,7 Millionen Euro.

Weil Kriminelle in diesen Fällen oft mit Originalkarten und korrekter Geheimnummer am Automaten Bargeld ziehen, gehen Experten davon aus, dass viele Verbraucher Karte und PIN entgegen aller Warnungen zusammen im Geldbeutel aufbewahren.



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