Abo
  • Services:

Geldautomaten: Forscher kopieren Chipkarten mit dünnen Lesegeräten

Sind Bankkarten mit Chip und Pin doch nicht so sicher, wie immer behauptet? Mit Hilfe sogenannter Shimmer soll es möglich sein, EMV-Bankkarten auszulesen und Geldautomaten zu plündern.

Artikel veröffentlicht am ,
Der manipulierte Geldautomat spuckt Scheine aus.
Der manipulierte Geldautomat spuckt Scheine aus. (Bild: Facebook.com)

Mit der zunehmenden Verbreitung des EMV-Verfahrens zum Schutz vor manipulierten Bankkarten häufen sich die Angriffe auf das System. Wie Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Rapid7 auf der Hackerkonferenz Black Hat demonstrierten, lässt sich mit Hilfe spezieller Geräte die Kommunikation zwischen Bankkarten-Chip und Geldautomat auslesen und für eine Plünderung von Geldautomaten verwenden. Dabei kommt offenbar ein sogenannter Shimmer zum Einsatz, wie er bereits vor einem Jahr in Mexiko entdeckt worden war.

Stellenmarkt
  1. talpasolutions GmbH, Essen
  2. Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Winnenden bei Stuttgart

Das sogenannte EMV-Verfahren soll das einfache Klonen von Bankkarten mit Magnetstreifen verhindern. In den USA, Lateinamerika und Asien beginnen Banken aber erst jetzt mit der Umstellung. Kriminelle, aber auch Sicherheitsforscher, suchen daher vermehrt nach Sicherheitslücken in dem System. So war Anfang des Jahres bekanntgeworden, dass auch Karten mit dem Chip-und-PIN-Verfahren kopiert werden können. Missbrauch ist dann möglich, wenn Banken beispielsweise auf eine aufwendige Kryptoprüfung verzichten.

Chipdaten werden mitgelesen

Die Rapid7-Forscher wollten aus Angst vor Nachahmern bei ihrer Präsentation nicht verraten, wie genau sie die Karten gehackt haben. Dem US-Sicherheitsexperten Brian Krebs zufolge werden die dünnen Shimmer in den Kartenschlitz geschoben, um die übertragenen Daten zwischen Chip und Geldautomaten mitzuschneiden.

Diese Daten können von Kriminellen offenbar gesammelt und über eine manipulierte Karte, die einen Chip simuliert, wieder in einen Geldautomaten übertragen werden. Es sei nicht nötig, den Geldautomaten dafür zu öffnen, sagte Tim Beardsley von Rapid7. Der Automat könne auf diese Weise angewiesen werden, permanent Geldscheine auszuspucken.

Daten nur kurze Zeit nutzbar

Im Vergleich zu manipulierten Magnetstreifenkarten gibt es aber eine Einschränkung: Der Kartenmissbrauch soll nur wenige Minuten möglich sein, bis die Karte gesperrt wird. Kriminelle müssten daher über ein Netzwerk manipulierter Kartenschlitze verfügen und die Daten kontinuierlich auslesen. Damit könnten dann wiederum andere Automaten geleert werden.

Die dafür erforderliche Hardware kostet der Vortragsankündigung zufolge rund 2.000 US-Dollar. Die Forscher bauten mit dem Geld eine Art automatischen Auszahlungsapparat, "La-Cara" genannt. Das Gerät verfüge über ein automatisches PIN-Eingabegerät und ein überschreibbares Chipkartensystem, das zwischen 20.000 und 50.000 Dollar innerhalb von 15 Minuten abheben könne.

Hinter dem Sicherheitsstandard EMV steht ein Konsortium, dem unter anderem Visa und Mastercard angehören. Nach Angaben von Rapid7 haben die Firmen noch keine Anstrengungen unternommen, die Sicherheitslücke zu beheben.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5,55€
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  3. über ARD Mediathek kostenlos streamen

SchreibenderLeser 09. Aug 2016

Du ignorierst deinen eigenen Punkt. Welches System sicherer ist, spielt überhaupt keine...

M. 05. Aug 2016

Das wäre eigentlich auch ganz einfach realisierbar, der Geldautomat könnte einfach eine...


Folgen Sie uns
       


Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht

Wasserstoff statt Diesel: Der Nahverkehrszug der Zukunft soll sauber fahren. Der französische Konzern Alstom hat einen Zug mit einem Brennstoffzellenantrieb entwickelt, der ohne Oberleitung elektrisch fährt. Wir sind eingestiegen.

Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht Video aufrufen
Ryzen 5 2600X im Test: AMDs Desktop-Allrounder
Ryzen 5 2600X im Test
AMDs Desktop-Allrounder

Der Ryzen 5 2600X ist eine der besten sechskernigen CPUs am Markt. Für gut 200 Euro liefert er die gleiche Leistung wie der Core i5-8600K. Der AMD-Chip hat klare Vorteile bei Anwendungen, das Intel-Modell in Spielen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Golem.de-Livestream Wie gut ist AMDs Ryzen 2000?
  2. RAM-Overclocking getestet Auch Ryzen 2000 profitiert von schnellem Speicher
  3. Ryzen 2400GE/2200GE AMD veröffentlicht sparsame 35-Watt-APUs

Wonder Workshop Cue im Test: Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter
Wonder Workshop Cue im Test
Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter

Bislang herrschte vor allem ein Niedlichkeitswettbewerb zwischen populären Spiel- und Lernrobotern für Kinder, jetzt durchbricht ein Roboter für jüngere Teenager das Schema nicht nur optisch: Cue fällt auch durch ein eher loseres Mundwerk auf.
Ein Test von Alexander Merz


    Recycling: Die Plastikwaschmaschine
    Recycling
    Die Plastikwaschmaschine

    Seit Kurzem importiert China kaum noch Müll aus dem Ausland. Damit hat Deutschland ein Problem. Wohin mit all dem Kunststoffabfall? Michael Hofmann will die Lösung kennen: Er bietet eine Technologie an, die den Abfall in Wertstoff verwandelt.
    Ein Bericht von Daniel Hautmann


        •  /