Abo
  • Services:
Anzeige
Der manipulierte Geldautomat spuckt Scheine aus.
Der manipulierte Geldautomat spuckt Scheine aus. (Bild: Facebook.com)

Geldautomaten: Forscher kopieren Chipkarten mit dünnen Lesegeräten

Der manipulierte Geldautomat spuckt Scheine aus.
Der manipulierte Geldautomat spuckt Scheine aus. (Bild: Facebook.com)

Sind Bankkarten mit Chip und Pin doch nicht so sicher, wie immer behauptet? Mit Hilfe sogenannter Shimmer soll es möglich sein, EMV-Bankkarten auszulesen und Geldautomaten zu plündern.

Mit der zunehmenden Verbreitung des EMV-Verfahrens zum Schutz vor manipulierten Bankkarten häufen sich die Angriffe auf das System. Wie Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Rapid7 auf der Hackerkonferenz Black Hat demonstrierten, lässt sich mit Hilfe spezieller Geräte die Kommunikation zwischen Bankkarten-Chip und Geldautomat auslesen und für eine Plünderung von Geldautomaten verwenden. Dabei kommt offenbar ein sogenannter Shimmer zum Einsatz, wie er bereits vor einem Jahr in Mexiko entdeckt worden war.

Anzeige

Das sogenannte EMV-Verfahren soll das einfache Klonen von Bankkarten mit Magnetstreifen verhindern. In den USA, Lateinamerika und Asien beginnen Banken aber erst jetzt mit der Umstellung. Kriminelle, aber auch Sicherheitsforscher, suchen daher vermehrt nach Sicherheitslücken in dem System. So war Anfang des Jahres bekanntgeworden, dass auch Karten mit dem Chip-und-PIN-Verfahren kopiert werden können. Missbrauch ist dann möglich, wenn Banken beispielsweise auf eine aufwendige Kryptoprüfung verzichten.

Chipdaten werden mitgelesen

Die Rapid7-Forscher wollten aus Angst vor Nachahmern bei ihrer Präsentation nicht verraten, wie genau sie die Karten gehackt haben. Dem US-Sicherheitsexperten Brian Krebs zufolge werden die dünnen Shimmer in den Kartenschlitz geschoben, um die übertragenen Daten zwischen Chip und Geldautomaten mitzuschneiden.

Diese Daten können von Kriminellen offenbar gesammelt und über eine manipulierte Karte, die einen Chip simuliert, wieder in einen Geldautomaten übertragen werden. Es sei nicht nötig, den Geldautomaten dafür zu öffnen, sagte Tim Beardsley von Rapid7. Der Automat könne auf diese Weise angewiesen werden, permanent Geldscheine auszuspucken.

Daten nur kurze Zeit nutzbar

Im Vergleich zu manipulierten Magnetstreifenkarten gibt es aber eine Einschränkung: Der Kartenmissbrauch soll nur wenige Minuten möglich sein, bis die Karte gesperrt wird. Kriminelle müssten daher über ein Netzwerk manipulierter Kartenschlitze verfügen und die Daten kontinuierlich auslesen. Damit könnten dann wiederum andere Automaten geleert werden.

Die dafür erforderliche Hardware kostet der Vortragsankündigung zufolge rund 2.000 US-Dollar. Die Forscher bauten mit dem Geld eine Art automatischen Auszahlungsapparat, "La-Cara" genannt. Das Gerät verfüge über ein automatisches PIN-Eingabegerät und ein überschreibbares Chipkartensystem, das zwischen 20.000 und 50.000 Dollar innerhalb von 15 Minuten abheben könne.

Hinter dem Sicherheitsstandard EMV steht ein Konsortium, dem unter anderem Visa und Mastercard angehören. Nach Angaben von Rapid7 haben die Firmen noch keine Anstrengungen unternommen, die Sicherheitslücke zu beheben.


eye home zur Startseite
SchreibenderLeser 09. Aug 2016

Du ignorierst deinen eigenen Punkt. Welches System sicherer ist, spielt überhaupt keine...

M. 05. Aug 2016

Das wäre eigentlich auch ganz einfach realisierbar, der Geldautomat könnte einfach eine...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Fresenius Kabi Deutschland GmbH, Oberursel
  2. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  3. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau
  4. ENERCON GmbH, Aurich


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 69,99€
  2. (-75%) 6,99€
  3. 55,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Mobilfunkausrüster

    Welche Frequenzen für 5G in Deutschland diskutiert werden

  2. XMPP

    Bundesnetzagentur will hundert Jabber-Clients regulieren

  3. Synlight

    Wie der Wasserstoff aus dem Sonnenlicht kommen soll

  4. Pietsmiet

    "Alle Twitch-Kanäle sind kostenpflichtiger Rundfunk"

  5. Apache-Lizenz 2.0

    OpenSSL plant Lizenzwechsel an der Community vorbei

  6. 3DMark

    Overhead-Test ersetzt Mantle durch Vulkan

  7. Tastatur-App

    Nutzer ärgern sich über Verschlimmbesserungen bei Swiftkey

  8. Kurznachrichten

    Twitter erwägt Abomodell mit Zusatzfunktionen

  9. FTTH

    M-net-Glasfaserkunden nutzen 120 GByte pro Monat

  10. Smartphone

    Google behebt Bluetooth-Problem beim Pixel



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mobile-Games-Auslese: Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler

Hannover: Die Sommer-Cebit wird teuer
Hannover
Die Sommer-Cebit wird teuer
  1. Ab 2018 Cebit findet künftig im Sommer statt
  2. Modell 32UD99 LGs erster HDR-Monitor mit USB-C kommt nach Deutschland
  3. Cloud-Computing Open Source Forum der Cebit widmet sich Openstack

Live-Linux: Knoppix 8.0 bringt moderne Technik für neue Hardware
Live-Linux
Knoppix 8.0 bringt moderne Technik für neue Hardware

  1. 1 Millisekunde

    androidfanboy1882 | 18:52

  2. Re: Einwohnermeldeamt verkauft auch

    elgooG | 18:52

  3. Re: Moment

    DetlevCM | 18:52

  4. Re: Wenig inhalt - reisserischer Titel

    sfe (Golem.de) | 18:51

  5. Re: Ich nutze 100GB auf meiner 2Mbit DSL Leitung

    Dragos | 18:50


  1. 17:45

  2. 17:32

  3. 17:11

  4. 16:53

  5. 16:38

  6. 16:24

  7. 16:09

  8. 15:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel