Raspberry Pi einrichten

Danach konfigurierte ich die serielle Schnittstelle mit dem Befehl sudo raspi-config. Im Untermenü Interfacing Options wählte ich die serielle Schnittstelle und verneinte die Frage, ob man sich über die serielle Schnittstelle einloggen können soll. Den nächsten Punkt, ob die Schnittstelle aktiviert werden soll, beantwortete ich mit "ja".

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Dann startete ich neu und testete die Verbindung zum Mighty Ohm auf der Kommandozeile mit dem Aufruf cat /dev/ttyS0. Das schrieb ich gleich in eine Startdatei, welche bei jedem Start des Raspberry Pi auf der seriellen Schnittstelle auf die Daten des Mighty Ohms wartet und diese in eine Datei umleitet. So können die Daten gleich weiter verwertet werden. Die Startdatei fügte ich in den Autostart ein, beziehungsweise in die Datei rc.local. Mit dem Befehl sudo nano /etc/rc.local ergänzte ich in der Zeile vor dem letzten Exit Folgendes:

cat /dev/ttyS0 > /home/pi/geiger.dat

Als nächsten Schritt wollte ich die empfangenen Daten auf einem Display und in einer Zeitleiste die Menge an ionisierten Teilchen anzeigen lassen. Dazu installierte ich zusätzlich das Programm gnuplot-x11. Mit sudo apt-get install gnuplot-x11 in einer Kommandozeile erfolgte die Installation und ich konnte gleich auch das passende Skript dazu schreiben:

nano /home/pi/geiger.gps

Inhalt der Datei:

set datafile separator ","
set terminal x11 1 noraise
set title "RadioActivity"
set xlabel "Time"
set ylabel "CountsPerMinute"
plot '/home/pi/geiger.dat' using 4
while (1) {
  replot
  pause 10
}
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Auch dieses Skript kam in den Autostart der Desktop-Oberfläche, mit sudo nano /etc/xdg/lxsession/LXDE-pi/autostart. In dieser Datei fügte ich auch das Programm und den Pfad zur Datei am Ende ein @/usr/bin/gnuplot-x11 /home/pi/geiger.gps

Den Bildschirmschoner schaltete ich ab, indem ich in der Datei /etc/lightdm/lightdm.conf die Sektion mit [SEAT*] suchte und darin die Zeile xserver-command=X -s 0 -dpms einfügte.

Somit war alles konfiguriert. Ich startete den Raspberry Pi neu und bekam auf dem Display eine wundervolle Darstellung der aktuellen Strahlenbelastung. Als Nächstes steckte ich den Raspberry Pi an einen kleinen mobilen Monitor und versorgte ihn mit einem Batteriepack. Nun hatte ich einen halbwegs kompakten, selbst gebauten mobilen Geigerzähler.

Geigerzähler einsetzen

Als Feuerprobe schnallte ich den Geigerzähler bei einem Fallschirmsprung dem Piloten auf den Kopilotensitz, um auch die Strahlenbelastung in 4.000 Metern Höhe zu messen.

  • Der zusammengebaute Geigerzähler (Bild: Christopher Bichl)
  • Der Anschluss an den Raspberry Pi erfordert wenig Aufwand. (Bild: Christopher Bichl)
  • Geigerzähler, Raspberry Pi, Bildschirm und Klebeband...(Bild: Christopher Bichl)
  • ... nicht hübsch ... (Bild: Christopher Bichl)
  • ... aber funktionsfähig. (Bild: Christopher Bichl)
Der zusammengebaute Geigerzähler (Bild: Christopher Bichl)

Die Aufzeichnungen sind in der Bildergalerie zu sehen. Üblicherweise wird der Geigerzähler aber bei mir im Büro stehen und die gesammelten Daten auswerten. Um das Projekt zu minimieren, werde ich den Raspberry Pi bald durch einen ESP32 ersetzen und die Daten nicht auf einem Display anzeigen lassen, sondern auf einer Webseite.

Die Kosten für das Projekt sind überschaubar - wenn man den Spaß daran einrechnet, sind sie quasi gleich Null. 120 Euro sind mit Zoll und Lieferung des Mighty Ohm fällig, Raspberry Pi und Kleinteile kommen auf etwa 70 Euro, mit dem Display, um die gesammelten Daten anzeigen zu lassen, kommen nochmal rund 75 Euro dazu. Insgesamt sind es also 265 Euro.

Das Bastelprojekt hat mir Spaß gemacht und die Beschäftigung mit Radioaktivität war lehrreich für mich. Aber ich hoffe, dass ich nie, wie mein Kollege, in die Verlegenheit kommen muss, meinen Geigerzähler in meinem (Arbeits-)Alltag einsetzen zu müssen.

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 Geigerzähler: Radioaktivität messen mit dem Raspberry Pi
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dg0mg 16. Mai 2019

Wem dreistellige Investitionen und ein "Controller" der mehrere Watt verbraucht, zu...

quasides 03. Mai 2019

das unwissen um radioaktivität ist schon beängstigend. du bist auch in der natur von...

Huanglong 02. Mai 2019

Das kann man so absolut [...] sagen.



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