Abo
  • IT-Karriere:

Gehirnimplantat: Chip soll dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen

Ein neues Gehirnimplantat soll Menschen mit Gedächtnisschwierigkeiten helfen. Der von US-Forschern entwickelte Chip wurde bei Affen erprobt und kann nun erstmals testweise auch am Menschen eingesetzt werden.

Artikel von Susanne Kutter/Wirtschaftswoche veröffentlicht am
Menschliches Gehirn (Symbolbild): Chip soll bei diversen neurologischen Erkrankungen helfen.
Menschliches Gehirn (Symbolbild): Chip soll bei diversen neurologischen Erkrankungen helfen. (Bild: American Heart Association)

Elektronische Bauteile im Gehirn können heute schon Menschen mit schweren Erkrankungen an Nerven und Gehirn helfen - etwa Parkinson-Patienten: Hier lindern die Stromimpulse deren typische Lähmungen und Zuckungen. Auch bei Menschen mit Epilepsien oder Depressionen setzen Hirnchirurgen solche Elektroden ins Gehirn ein. Bisher greifen diese Implantate aber nicht in die Gedächtnisleistung ein. Das soll nun anders werden.

Stellenmarkt
  1. DI Deutsche Immobilien Gruppe (DI-Gruppe), Düren
  2. Dataport, verschiedene Standorte

Forscher der University of Southern California und des Wake Forest Baptist Medical Centre gaben auf einem Fachkongress in Mailand bekannt, dass ein von ihnen entwickelter Hirnchip nun auch bei Menschen implantiert werden kann. Das elektronische Bauteil soll Patienten mit Gedächtnisstörungen dabei helfen, sich Dinge wieder merken zu können.

Chip wurde an Affen erprobt

Über zehn Jahre lang haben die Forscher mit Unterstützung des Forschungszentrums des US-Verteidigungsministeriums (Darpa) an so einem Chip getüftelt und ihn zunächst an Affen erprobt. Bei neun Patienten mit Epilepsien haben die Forscher den Gedächtnischip noch einmal für das menschliche Gehirn optimiert. Dabei arbeitet der Chip wie eine Art Übersetzungsprogramm: Er kann Eindrücke aus dem Kurzzeitgedächtnis so modifizieren, dass das Gehirn sie auch wieder im Langzeitgedächtnis ablegt.

Das Übermitteln und Speichern von Erinnerungen erfolgt im Gehirn über typische elektrische Reizmuster - denn Nerven unterhalten sich vor allem auf dem Wege von elektrischen Signalen. Der Chip versteht zum einen die Sprache der Elektroreize. Und außerdem beherrscht er einen Algorithmus, der genau diese elektrische Übersetzungsleistung von einem neuen zu einem erinnernswerten Eindruck übernimmt. Genau dieser Prozess klappt bei Menschen mit Gedächtnisstörungen nicht mehr.

Traumata können Gedächtnisstörungen auslösen

Gerade Menschen, die etwa traumatisiert aus einem Krieg heimkehren, haben oftmals solche Gedächtnisstörungen: Sie können sich zwar an Vergangenes erinnern, aber keine neuen Informationen mehr speichern. Weil davon auch vielfach Soldaten betroffen sind, unterstützt das US-Verteidigungsministerium mit der Darpa neben vielen anderen Projekten in der Prothetik und Hirnforschung auch solche Forschungsvorhaben.

Aber auch für zahllose andere neurologische Erkrankungen, die das Erinnern betreffen wie etwa Altersdemenz oder Alzheimer, könnte der neue Hirnchip eines Tages hilfreich sein, sagt Robert Hampson, einer der beteiligten Wake-Forest-Forscher.

Allerdings müssen die Wissenschaftler nun noch unter Beweis stellen, dass der Chip beim Menschen auch wirklich funktioniert. Dann wird sich zeigen, ob die Muster, die bei Affen und Menschen als relevant für die Übersetzung vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis erkannt und dann als Algorithmus nachgebaut wurden, auch die richtigen waren.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 149,90€
  2. (u. a. Sandisk 512-GB-SSD für 55,00€, WD Elements Exclusive Edition 2 TB für 59,00€ und Abend...
  3. 31,99€

Dwalinn 02. Okt 2015

Sofern schön brav Dopamin ausgeschüttet wird hätte ich damit kein Problem... ich kann den...

Huitzilo 02. Okt 2015

Falls sich jemand für eine Referenz interessiert, hier ist der Link zu einem Paper das...


Folgen Sie uns
       


Remnant from the Ashes - Test

In Remnant: From the Ashes sterben wir sehr oft. Trotzdem ist das nicht frustrierend, denn wir tun dies gemeinsam mit Freunden. So macht der Kampf in der Postapokalypse gleich mehr Spaß.

Remnant from the Ashes - Test Video aufrufen
E-Auto: Byton zeigt die Produktionsversion des M-Byte
E-Auto
Byton zeigt die Produktionsversion des M-Byte

IAA 2019 Die Premiere von Byton in Frankfurt ist überraschend. Da der M-Byte im kommenden Jahr in China startet, ist die Vorstellung des produktionsreifen Elektroautos in Deutschland etwas Besonderes.
Ein Bericht von Dirk Kunde


    5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein
    5G-Antenne in Berlin ausprobiert
    Zu schnell, um nützlich zu sein

    Neben einem unwirtlichen Parkplatz in Berlin-Adlershof befindet sich ein Knotenpunkt für den frühen 5G-Ausbau von Vodafone und Telekom. Wir sind hingefahren, um 5G selbst auszuprobieren, und kamen dabei ins Schwitzen.
    Von Achim Sawall und Martin Wolf

    1. Tausende neue Nutzer Vodafone schafft Zuschlag für 5G ab
    2. Vodafone Callya Digital Prepaid-Tarif mit 10 GByte Datenvolumen kostet 20 Euro
    3. Kabelnetz Vodafone bekommt Netzüberlastung nicht in den Griff

    Recruiting: Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird
    Recruiting
    Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird

    Gerade im IT-Bereich können Unternehmen sehr schnell wachsen. Dabei können der Fachkräftemangel und das schnelle Onboarding von neuen Mitarbeitern zum Problem werden. Wir haben uns bei kleinen Startups und Großkonzernen umgehört, wie sie in so einer Situation mit den Herausforderungen umgehen.
    Von Robert Meyer

    1. Recruiting Alle Einstellungsprozesse sind fehlerhaft
    2. LoL Was ein E-Sport-Trainer können muss
    3. IT-Arbeit Was fürs Auge

      •  /