Gehirn-Interface: Start-up entwickelt gedankenlesende Mütze
Einfach denken, schon schreibt der Computer – was immer noch nach Science-Fiction klingt, möchte das Silicon-Valley-Start-up Sabi mit einer Strickmütze erreichen. Wie unter anderem Boing Boing(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Wired(öffnet im neuen Fenster) berichtet, geht das Unternehmen dabei einen nichtinvasiven Weg.
Anders als bei Implantaten wie dem von Neuralink ist bei der Nutzung von Sabis Brain-Computer-Interface (BCI) kein operativer Eingriff notwendig. Stattdessen sollen Nutzer sich einfach die Mütze aufsetzen, in der Zehntausende, 1 mm kleine EEG-Sensoren eingebaut sind. Die angestrebte Lösung von Sabi wäre auch deutlich kleiner als andere EEG-basierte BCIs.
Durch die Vielzahl an EEG-Sensoren soll es möglich sein, dass Nutzer 30 Wörter pro Minute per Gedanken auf einem Computer tippen können, ohne das System zusätzlich trainieren zu müssen. Bei regelmäßiger Nutzung soll auch ein höherer Output möglich sein.
Foundation-Modell aus den Daten Freiwilliger
Sabi zeichnete eigenen Angaben zufolge mit 100 Freiwilligen insgesamt 100.000 Stunden Gedanken auf, um Gemeinsamkeiten in den Signalen zu finden, die bei allen Menschen identisch sind. Aus den Daten soll ein Foundation-Modell entstanden sein, das für die Umwandlung der Gedanken eingesetzt wird.
Damit BCIs massentauglich werden, ist laut dem Sabi-Investor Vinod Khosla ein unkompliziertes Wearable notwendig. "Wenn täglich eine Milliarde Menschen BCI nutzen sollen, um auf ihre Computer zuzugreifen, darf diese Technologie non-invasiv sein", sagt Khosla. Die von der Mütze ausgelesenen Gedanken sind Sabi zufolge Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Die Sabi-Mütze soll noch 2026 auf den Markt kommen. Auf der Webseite des Start-ups(öffnet im neuen Fenster) sind neben der Strickmütze weitere Modelle zu sehen. Wie teuer das Wearable sein wird, ist noch unbekannt.



